Rebellen im Jemen lassen westliche Geiseln frei

Immer wieder kommt es im Konflikt im Jemen zu Geiselnahmen. Immer wieder gelingt es dem Oman, in solchen Fällen zu vermitteln. Allerdings ist die Lage unübersichtlich.

Blutiger Konflikt: Die Stadt Sanaa am 19. September.

Blutiger Konflikt: Die Stadt Sanaa am 19. September. Bild: Keystone

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Nach fünf Monaten in der Hand der Huthi-Rebellen im Jemen sind sechs ausländische Geiseln wieder frei, darunter mindestens zwei Amerikaner, ein Brite und zwei Bürger Saudi-Arabiens. Sie hätten ein Flugzeug bestiegen und würden nach Oman ausgeflogen, erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Sonntag von Vertretern der Huthis und des Flughafens in der Hauptstadt Sanaa. Die US-Regierung bestätigte die Freilassung zweier Amerikaner und bedankte sich bei Oman für die Vermittlung.

Die Huthis wollten die Freilassung der Geiseln nicht offiziell bestätigen. Wenn jemand freigelassen werde, dann nur im Austausch gegen eigene Leute, sagte ihr Sprecher Mohammed Abdel Salam am Flughafen. Vom britischen Aussenministerium gab es zunächst ebenfalls keine Bestätigung. Omanische Behörden waren nicht erreichbar. Das Weisse Haus erklärte lediglich, es habe unermüdlich auf die Freilassung hingearbeitet, gab aber keine Einzelheiten bekannt.

Seit März festgehalten

Die Logistikfirma Transoceanic Development aus New Orleans erklärte, einer ihrer Angestellten sei seit März festgehalten worden. Jetzt sei der 45-Jährige freigekommen. Seine Familie sei in Dubai, er werde sie bald treffen.

Unklar blieb zunächst, warum die Ausländer festgehalten wurden. Die Huthi-Vertreter nannten dafür keinen Grund. Doch wiesen sie darauf hin, dass einer der nun Freigelassenen Journalist sein soll. Er soll das Land illegal betreten und dort gearbeitet haben, ohne die Behörden zu verständigen.

Zusammen mit den Ausländern flog eine Delegation der Huthis in den Oman, um Verhandlungen mit dem UN-Sondergesandten für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, wieder aufzunehmen. Sie wurde von einer Delegation der Partei des mit ihnen verbündeten früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh begleitet, wie deren Generalsekretär Arf al-Suka sagte.

Konflikt zwischen Huthis und Regierungsanhängern

Im Jemen herrscht seit mehr als einem Jahr ein blutiger Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten schiitischen Huthis und Anhängern der Regierung. Die Huthis vertrieben Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zunächst aus Sanaa in die Hafenstadt Aden und dann ins saudische Exil.

Ende März starteten Saudiarabien und seine Verbündeten Luftangriffe auf die Huthis und eroberten Aden später zurück. Auch am Wochenende sollen bei saudischen Luftangriffen auf Sanaa und in der Provinz Ibb zusammen etwa 40 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden sein.

Oman vermittelt

In dem Konflikt gibt es immer wieder Entführungen und Gefangennahmen. Im August wurde - ebenfalls nach Vermittlung durch Oman - die Französin Isabelle Prime nach einem halben Jahr Gefangenschaft freigelassen. Wer in dem Fall die Kidnapper waren, wurde damals nicht bekannt. Prime hatte in Sanaa für die Weltbank gearbeitet.

Die Huthis hatten dieses Jahr zeitweise den amerikanischen Journalisten Casey Coombs in ihrer Gewalt. Er kam im Juni frei - ebenfalls nach Vermittlung durch Oman. (sda)

Erstellt: 20.09.2015, 21:40 Uhr

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