Rebellen ziehen sich zurück

Die syrische Armee gewinnt Terrain zurück: Sie hat die Rebellen aus der strategisch wichtigen Ortschaft Otaiba nahe Damaskus verdrängt. Für die Oppositionellen werden die Munitionspreise dadurch stark ansteigen.

Kein Waffennachschub: Syrische Rebellen beim Training. (24. April 2013)

Kein Waffennachschub: Syrische Rebellen beim Training. (24. April 2013) Bild: AFP

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Die syrische Armee hat nach Angaben von Oppositionellen eine strategisch wichtige Ortschaft in der Nähe der Hauptstadt Damaskus eingenommen. Die Soldaten seien nach Otaiba vorgerückt, sagte ein Kämpfer der Nachrichtenagentur Reuters.

«Das Regime hat die Versorgung mit Waffen unterbrochen.» Otaiba liegt östlich von Damaskus, wo Regierungstruppen und Rebellen seit Monaten gegeneinander kämpfen. Der Kämpfer sagte, der Preis für Munition werde sich nun verzwanzigfachen. Dies müsse man aber zahlen und den Ort wieder einnehmen. «Es ist die wichtigste und wohl auch einzige Versorgungsroute.»

Die Rebellen zogen sich nach eigenen Angaben heute Morgen nach mehr als einmonatigen Gefechten aus Otaiba zurück. Der Ort war monatelang für die Versorgung von Damaskus mit Waffen genutzt worden. Sie kommen von der Grenze zu Jordanien und werden vermutlich von Saudiarabien und Privatleuten gespendet. Den Rebellen ist es gelungen, mehrere Vororte von Damaskus im Osten und Süden einzunehmen. Sie haben aber Schwierigkeiten, ihre Stellungen zu halten.

Granatangriff mit Todesopfern

Heute kamen bei einem Granatangriff auf den Vorort Dscharamana sieben Menschen ums Leben, wie die amtliche Nachrichtenagentur Sana und Rebellen übereinstimmend berichteten. Unklar war zunächst, wer für den Beschuss verantwortlich war.

Sana machte Oppositionelle verantwortlich. Es bekannte sich aber zunächst niemand zu dem Angriff, bei dem der Agentur zufolge Granaten in einem Gemeindebüro und einer Schule einschlugen. Dscharamana wird von Regierungstruppen kontrolliert, ist aber von Stellungen der Rebellen umgeben.

Auch in anderen Landesteilen gehen die Kämpfe weiter. In der nordsyrischen Stadt Aleppo stürzte das 1000 Jahre alte Minarett der Umajaden-Moschee ein. Die Kriegsparteien machten sich gegenseitig für den Verlust verantwortlich. In dem Konflikt sind mehr als 70'000 Menschen ums Leben gekommen. Viele historische Stätten sind beschädigt oder zerstört worden.

Russland fliegt Hilfsgüter nach Syrien

Russland hat derweil mit einer Transportmaschine 26 Tonnen Hilfsgüter nach Syrien gebracht und fliegt auf dem Rückweg rund 100 Bürger von früheren Sowjetrepubliken aus der Konfliktregion aus. Die Iljuschin Il-62 habe am Abend die Hafenstadt Latakia Richtung Moskau verlassen.

Das teilte das russische Zivilschutzministerium nach Angaben der Agentur Interfax mit. An Bord seien ausser Russen unter anderem auch Ukrainer und Kasachen.

Russland hatte in den vergangenen Monaten fast 300 seiner Bürger aus Syrien in Sicherheit gebracht. Nach Schätzungen leben in dem arabischen Land Zehntausende Russen. Moskau ist ein enger Partner von Machthaber Bashar al-Assad.

Schicksal entführter Bischöfe ungewiss

Unterdessen blieb das Schicksal der in Syrien entführten Bischöfe ungewiss. Ein Priester der griechisch-orthodoxen Diözese in Aleppo sagte, es lägen keine neuen Informationen zum Verbleib der orthodoxen Bischöfe Gregorios Johanna Ibrahim und Bulos Jasidschi vor.

Auch das Aussenministerium in Athen erklärte, die Berichte zur angeblichen Freilassung der beiden Bischöfe seien «nicht offiziell bestätigt» worden. Das Ostkirchenwerk in Rom hatte am Dienstag unter Berufung auf syrische Quellen mitgeteilt, die Bischöfe seien wieder frei und befänden sich in einer Kirche in Aleppo.

Heute räumte das Ostkirchenwerk ein, am Dienstagabend eine Mitteilung des griechisch-orthodoxen Patriarchats erhalten zu haben, «die die Freilassung der beiden Bischöfe bezweifelt».

Laut einer Sprecherin der Ostkirchenwerks ist noch immer unklar, wer die beiden Bischöfe entführt habe. Papst Franziskus forderte die Freilassung der beiden orthodoxen Bischöfe. (rbi/sda)

Erstellt: 24.04.2013, 22:38 Uhr

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