Rousseff gibt Obama einen Korb

Die brasilianische Präsidentin hat einen US-Besuch aus Ärger über die NSA-Affäre abgesagt. Barack Obama versuchte danach Dilma Rousseff noch umzustimmen – jedoch vergeblich.

Die Spitzelaffäre belastet ihre Beziehung: Dilma Rousseff und Barack Obama bei ihrem letzten Treffen am 6. September 2013.

Die Spitzelaffäre belastet ihre Beziehung: Dilma Rousseff und Barack Obama bei ihrem letzten Treffen am 6. September 2013. Bild: AFP

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Aus Verärgerung über die NSA-Spitzelaffäre hat die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff ihren Staatsbesuch in den USA verschoben. Sie werde nicht wie geplant im Oktober nach Washington reisen, erklärte heute Rousseff. Vorgesehen war dort unter anderem ein Staatsbankett.

Brasilien ist schon seit Wochen verärgert über die USA, weil nach enthüllten Dokumenten des Geheimdiensts NSA Rousseffs Kommunikation mit engsten Beratern abgefangen wurde. Brasilien war Medienberichten zufolge das am meisten von der NSA bespitzelte Land in Lateinamerika. Die US-Behörde soll Milliarden von Datensätzen über Emails und Telefonanrufe gesammelt haben. Laut Berichten soll sich die NSA auch in das Computer-System des halbstaatlichen brasilianischen Ölkonzerns Petrobas eingehackt haben.

US-Präsident Barack Obama habe Rousseff angerufen, um sie zu überzeugen, doch an ihrer Reise festzuhalten, erklärte das Büro der brasilianischen Präsidentin. Rousseff habe jedoch eine öffentliche Entschuldigung für die Ausspähung verlangt, was Obama abgelehnt habe. Die US-Regierung bemüht sich seit Wochen, die Wogen zu glätten. Obamas nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice hatte sich mehrfach mit dem brasilianischen Aussenminister Luiz Alberto Figueiredo in Washington getroffen.

(mrs/sda)

Erstellt: 17.09.2013, 20:43 Uhr

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