Russland liefert wieder Raketen in den Iran

Wegen UNO-Sanktionen hatte Russland einen Lieferstopp für Raketen in den Iran verhängt. Diesen hebt der Kreml nun auf. Der Grund: Die Atomverhandlungen.

Die Region stelle keine Bedrohung dar, findet der russische Aussenminister Sergej Lawrow: Ein Startfahrzeug für S-300P-Raketen.

Die Region stelle keine Bedrohung dar, findet der russische Aussenminister Sergej Lawrow: Ein Startfahrzeug für S-300P-Raketen. Bild: Wikimedia / George Chernilevsky (CC BY SA 3.0)

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Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen 2010 verhängten Lieferstopp des modernen Flugabwehrsystems S-300 an den Iran aufgehoben. Die vom Präsidenten unterschriebene Verordnung trete sofort in Kraft, teilte der Kreml mit.

Russland hatte das Geschäft wegen der UNO-Sanktionen gegen den Iran gestoppt. Russlands Aussenminister Sergej Lawrow hatte bereits gefordert, die Strafmassnahmen gegen das islamische Land aufzuheben. Als Grund nannte er Fortschritte in den jüngsten Atomverhandlungen.

Für die Region stelle die russische Anlage keine Bedrohung dar - «auch nicht für Israel», sagte Lawrow. Es handle sich um ein «reines Abwehrsystem», wie es der Iran gerade jetzt wegen der Unruhen im Jemen brauche.

Er habe seinen US-Kollegen John Kerry in einem Telefonat über den Schritt informiert. «Wir waren damals zu dem Lieferstopp nicht verpflichtet und haben uns jetzt entschieden, die Nachteile dafür nicht mehr in Kauf zu nehmen», sagte Lawrow.

Israel und USA besorgt

Israel und die USA reagierten besorgt. Aussenminister John Kerry habe seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow die Bedenken der USA übermittelt, sagte ein Regierungssprecher in Washington.

Russische Experten hingegen begrüssten Putins Entscheidung. «Auf dem iranischen Rüstungsmarkt lassen sich Milliarden Dollar verdienen, Putins Schritt verschafft Russland dort einen wichtigen Vorsprung», sagte der Moskauer Militärforscher Radschab Safarow der Agentur Interfax zufolge.

«Der Präsident korrigiert mit der Unterschrift einen geopolitischen Fehler», sagte der Generaloberst Leonid Iwaschow. Russland sollte über Waffenlieferungen souverän entscheiden, statt auf ausländische Führungen zu hören, betonte er.

Gute bilaterale Beziehungen

Der Iran hatte 2007 in Russland die Luftabwehrraketen im Gesamtwert von 750 Millionen US-Dollar bestellt. 2010 verbot der damalige Kremlchef Dmitri Medwedew die Lieferung der Boden-Luft-Raketen aber. Er begründete dies mit Sanktionen des UNO-Sicherheitsrats, die eine Lieferung moderner Waffen an den Iran untersagen. Grund war der Streit um das iranische Atomprogramm.

Die russische Agentur Tass zitierte einen iranischen Armeesprecher mit den Worten, Putins jetzige Entscheidung sei ein Beispiel für die guten bilateralen Beziehungen.

Russland könne das 2007 vom Iran bestellte Modell nun «innerhalb einiger Monate» liefern, sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums in Moskau. Falls aber Teheran eine neuere Variante des Systems wünsche, könnte dies anderthalb Jahre dauern. Dazu sei wohl auch ein neuer Vertrag nötig. (rsz/sda)

Erstellt: 13.04.2015, 20:57 Uhr

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