Saddams Chemiewaffenfabrik in den Händen der Islamisten

Die Jihadisten im Irak haben nach Angaben der US-Regierung eine Chemiewaffenfabrik besetzt. Der frühere Diktator des Landes liess dort Giftgas herstellen.

Al-Muthanna war Sassam Husseins Hauptproduktionsanalage für Chemiewaffen: Ein irakischer Soldat auf dem Gelände der zerstörten Anlage. (4. Dezember 2002) (Archivbild: Keystone)

Al-Muthanna war Sassam Husseins Hauptproduktionsanalage für Chemiewaffen: Ein irakischer Soldat auf dem Gelände der zerstörten Anlage. (4. Dezember 2002) (Archivbild: Keystone)

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Die Islamistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Grosssyrien (Isis) habe den Komplex Al-Muthanna besetzt, erklärte die Sprecherin des US-Aussenministeriums, Jen Psaki, am Donnerstag in Washington. Es handelt sich um die frühere Hauptproduktionsanalage für Giftgas von Saddam Hussein.

Allerdings ging Psaki nicht davon aus, dass die Isis in der Lage ist, dort Chemiewaffen zu produzieren, weil das dort lagernde Material veraltet ist. Der Komplex liegt rund 70 Kilometer nordwestlich der irakischen Hauptstadt Bagdad.

Nach dem erten Golfkrieg geschlossen

Seit Anfang der 1980er Jahre waren im Komplex nach Angaben des US-Geheimdienstes CIA Chemiewaffen wie Senfgas und das Nervengas Sarin produziert worden. Während des Iran-Irak-Krieges wurde das Chemiewaffenprogramm ausgebaut. 1987 wurden dort laut CIA 209 Tonnen Sarin hergestellt, 1988 waren es 394 Tonnen.

Den Angaben zufolge wurde die Anlage nach dem ersten Golfkrieg geschlossen. Anfang der 1990er Jahre wurden dort die Massnahmen des Irak zur Zerstörung seiner Chemiewaffenbestände überwacht. (ldc/sda)

Erstellt: 20.06.2014, 06:59 Uhr

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