Saudiarabien will sexuelle Belästigung bestrafen

Weitere Reformen in Saudiarabien: Sexuelle Belästigung soll künftig unter Strafe stehen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Saudiarabien will sexuelle Belästigung künftig unter Strafe stellen. Der Schura-Rat, der das Kabinett berät, habe einen entsprechenden Gesetzentwurf gebilligt, teilten die Behörden am Dienstag mit.

Künftig sollen damit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und Geldstrafen von 300'000 Rial, also rund 70'000 Franken, möglich sein.

Das Gesetz fülle «ein grosses gesetzgeberisches Vakuum» und diene als Abschreckung, sagte Schura-Rats-Mitglied Latifa al-Schaalan laut einer Erklärung des Informationsministeriums.

Der saudiarabische Kronprinz Muhammad bin Salman hatte zuletzt Reformen eingeleitet, um Saudiarabien zukunftsfähig zu machen. Dazu zählen etwa die Aufhebung des Fahrverbots für Frauen sowie eine stärkere Beteiligung von Frauen am Wirtschaftsleben. Viele Aktivisten kritisieren die Reformen jedoch als kosmetisch. Überschattet wurden die Reformen zudem zuletzt von der Festnahme mehrerer Menschenrechtsaktivisten. (chk/sda)

Erstellt: 30.05.2018, 05:42 Uhr

Artikel zum Thema

Wer stinkt, dem droht Gefängnis

Saudiarabien erwägt, üble Gerüche in Gotteshäusern unter Strafe zu stellen. Das trifft vor allem arme Gläubige. Mehr...

Saudiarabien öffnet seine Armee für Frauen

Saudiarabien setzt die Armeespitze ab und öffnet die Truppe für Frauen. Kronprinz Muhammad bin Salman will die Gesellschaft umbauen – öffentlicher Widerspruch bleibt unerwünscht. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Abkühlung: Der kleine Gorilla Virunga wird von seiner Mutter Nalani durch den Biopark Valencia in Spanien getragen. Virunga ist der zweite Gorilla, der im Rahmen des europäischen Artenschutzprogrammes geboren wurde. (17.August 2018)
(Bild: Manuel Bruque/EPA) Mehr...