Schwäche der syrischen Luftabwehr als Signal für die USA?

Trotz Zuspitzung im Syrien-Krieg zögerten die USA bislang, militärisch in dem Gebiet einzugreifen. Politanalysten glauben nun aber, dies könnte sich bald ändern.

Noch zeigt sich die US-Aussenpolitik zurückhaltend, was ein mögliches Eingreifen in Syrien anbelangt: Aussenminister John Kerry bei seiner Nahostreise im vergangenen März. (24.3.2013)

Noch zeigt sich die US-Aussenpolitik zurückhaltend, was ein mögliches Eingreifen in Syrien anbelangt: Aussenminister John Kerry bei seiner Nahostreise im vergangenen März. (24.3.2013) Bild: Reuters

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Wie sollen die USA im Fall Syrien vorgehen? In dieser Frage verhärten sich in Washington derzeit die Fronten. Immer lauter wurde in den letzten Tagen von republikanischer Seite die Kritik an Präsident Barack Obama. Dieser hatte einen Chemiewaffeneinsatz des Assad-Regimes in der Vergangenheit stets als «rote Linie» bezeichnet, will sich nun aber trotz Geheimdienstberichten noch nicht auf ein Vorgehen festlegen.

Die jüngsten israelischen Luftangriffe auf syrische Ziele befeuern in den USA nun die Diskussion um einen eventuellen Kriegseinsatz. Dank dem Erkenntnisgewinn über das syrische Abwehrsystem wird nun vor allem die Einrichtung einer Flugverbotszone wieder breit diskutiert.

No-Fly-Zone wahrscheinlicher geworden?

Ein erster Schritt hierfür wären Luftschläge auf ausgewählte syrische Ziele. Eine No-Fly-Zone sei nach den neuesten Ereignissen um einiges wahrscheinlicher geworden, sagte Andrea Mitchell, politische Analystin und ehemalige Mitarbeiterin des Weissen Hauses, in einer Diskussionsrunde des TV-Senders NBC. Der ebenfalls anwesende demokratische Senator Patrick Leahy bestätigte Mitchells Analyse.

Die Israelis hätten für die Luftschläge Waffen und F-16-Kampfjets benutzt, die sie von den Amerikanern erhalten hätten, sagte Leahy. «Der Fakt, dass sie (in das Land) eindringen konnten, zeigt, dass das von Russland aufgebaute syrische Luftabwehrsystem nicht so gut ist wie gedacht.»

Geheimverhandlungen mit Grossbritannien und Frankreich

Auch der republikanische Senator John McCain führte die israelischen Luftschläge in einem Interview mit dem TV-Sender Fox als Beweis an, dass eine mit Gewalt durchgesetzte Flugverbotszone ein realistisches Ziel in Syrien sein könne. «Der Druck auf Obama wird grösser werden», sagte McCain.

Dass amerikanische Luftschläge ein logischer nächster Schritt in der Entwicklung der Ereignisse sein könnten, glaubt auch die «New York Times». Das Blatt schreibt, ohne Angabe von Quellen, diesbezügliche Geheimverhandlungen hätten in den letzten Tagen bereits zwischen Vertretern der USA, Grossbritannien und Frankreich stattgefunden.

«USA werden aktivere Rolle einnehmen»

Ein klares Statement liess sich Obama, der derzeit auf einer Reise durch Zentralamerika weilt, auch nach den neuesten Ereignissen nicht entlocken. Er verteidigte Israels Recht, Waffenlieferungen an die libanesische Hizbollah zu unterbinden, und betonte, die USA würden «keine Option ausschliessen».

Allzu viele Optionen scheint es aber auch gar nicht zu geben. Neben der Errichtung einer Flugverbotszone diskutierten die USA vor allem die Schaffung einer Pufferzone auf der syrischen Seite des Grenzgebietes zur Türkei, wohin die Syrer sich in Sicherheit bringen könnten. Ein direktes militärisches Eingreifen findet derzeit in den USA keine Mehrheit. Zu gross ist die Befürchtung, in einen endlosen Bürgerkrieg hineingezogen zu werden.

Eine Bewaffnung der syrischen Rebellen wird offiziell derzeit noch ausgeschlossen, aus Angst, der al-Qaida nahestehende Gruppen zu unterstützen. Die Analystin Andrea Mitchell jedoch glaubt, die Obama-Administration werde mit Sicherheit diesen Weg einschlagen. «Dass die USA eine aktivere Rolle einnehmen werden, ist klar», sagt Mitchell. Die Bewaffnung von Rebellen sei nur eine Frage der Zeit. «Man wird sich auf Gruppen festlegen, denen die CIA eine nicht allzu grosse Radikalität zutraut.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.05.2013, 14:08 Uhr

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