Somalische Islamisten rächen Tod ihres Anführers

In Somalia sprengten sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft und rissen zwölf Zivilisten in den Tod. Es ist offensichtlich ein Vergeltungsakt der Al-Shabaab-Miliz für den Tod ihres Anführers vor wenigen Tagen.

Durch das Selbstmordattentat zerstört: Das Wrack eines Fahrzeugs nahe der Hauptstadt Mogadischu. (8. September 2014)
Video: Reuters

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Wenige Tage nach der Tötung ihres Anführers Ahmed Abdi Godane hat die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz in Somalia mit einem Anschlag zwölf Zivilisten getötet. Wie die Behörden mitteilten, sprengte sich zunächst ein Selbstmordattentäter in der Nähe eines Truppenkonvois der Afrikanischen Union in die Luft. Ein zweiter attackierte anschliessend den somalischen Geheimdienstchef, der den Tatort inspizierte. Dieser wurde nach offiziellen Angaben leicht verletzt. Al-Shabaab übernahm die Verantwortung.

Die USA hatten Godane vergangene Woche per Drohnenangriff getötet. Danach wurde über eine Schwächung der mit al-Qaida verbündeten Miliz spekuliert. Doch wählte diese am Wochenende rasch einen neuen Anführer - den Extremisten Ahmed Umar - und schwor Rache. Die somalische Regierung warnte vor Vergeltungsschlägen. Bereits in der Nacht zu Montag gab es Granatbeschuss auf die Hauptstadt Mogadiscio. Dort wurden fünf Menschen verletzt.

Druck auf Extremisten steigt

Das Selbstmordattentat auf die AU-Truppen, die zusammen mit dem somalischen Militär gegen Al-Shabaab kämpfen - ereignete sich in der Region Unter-Shabelle im Süden des Landes, nahe der Hauptstadt Mogadiscio. Neben dem Truppenkonvoi waren zum Zeitpunkt der Explosion zwei Minibusse unterwegs. Ob neben den zivilen Opfern auch Soldaten der AU zu Schaden kamen, war zunächst unklar. Die Zahl der Toten könne noch steigen, sagte Polizeioffizier Hassan Ali.

Der ugandische AU-Kommandeur Dick Olum sagte, nach Godanes Tod werde der Kampf gegen die Al-Shabaab ausgeweitet. «Er bedeutet, dass sie aus dem Gleichgewicht sind», sagte er. Es sei Zeit, die Extremisten unter Druck zu setzen.

AU-Soldaten hatten 2011 die Al-Shabaab-Miliz aus Mogadiscio vertrieben. Seitdem ist der Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida vor allem in ländlichen Gegenden aktiv. Auch in Nachbarländern schlagen die Extremisten immer wieder zu. Unter anderem bekannten sie sich zu dem Überfall auf das Einkaufszentrum Westgate Mall in Kenias Hauptstadt Nairobi vor einem Jahr mit mindestens 67 Toten. (thu/AP)

Erstellt: 08.09.2014, 18:49 Uhr

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