Spezialkräfte töten mutmasslichen Granaten-Werfer des Mali-Attentats

Ermittler haben Mitglieder der islamistischen Al-Murabitun-Gruppe für den Anschlag in Mali ausfindig gemacht. Einer von ihnen ist vom Geheimdienst getötet worden, nachdem er sich nicht ergeben wollte.

Der Schauplatz: Ein malischer Polizist zeigt auf das Haus, in dem der Verdächtige von Spezialkräften erschossen wurde. (13. März 2015)

Der Schauplatz: Ein malischer Polizist zeigt auf das Haus, in dem der Verdächtige von Spezialkräften erschossen wurde. (13. März 2015) Bild: Habibou Kouyate/AFP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der malische Geheimdienst hat in Bamako einen der mutmasslichen Drahtzieher des Attentats vom vergangenen Samstag getötet. Nach Angaben von beteiligten Spezialkräften wurde der Verdächtige in einem beliebten Quartier in der Hauptstadt aufgespürt.

Der Mann habe sich nicht ergeben wollen, erklärte der Vize-Einsatzleiter der Spezialeinheit. Ein anderer beteiligter Verantwortlicher der Einheit für Staatsschutz sagte, es habe sich bei dem Getöteten um den Mann gehandelt, der am Samstag von einem Motorrad aus eine Granate auf die Strasse vor dem Restaurant «La Terrasse» geworfen habe. Der weisse Verdächtige stamme aus dem Norden.

Unterstützt von Polizisten der UNO-Mission in Mali (MINUSMA) und französischen sowie belgischen Ermittlern machten die Ermittler ein Dutzend «organisierte Terroristen» aus, wie es aus informierten Kreisen hiess.

Unter ihnen ist demnach auch ein russisch-malischer Staatsbürger, der noch nicht ausfindig gemacht werden konnte, sowie der mutmassliche Fahrer, der verletzt sein soll.

Schweizer Soldaten offenbar stabil

Bei einem gezielten Attentat auf westliche Vertreter hatten Terroristen am vergangenen Samstag zwei Europäer und drei Einheimische getötet. Zu dem Anschlag hatte sich die Organisation Al-Murabitun des algerischen Islamisten Mokhtar Belmokhtar bekannt.

Mehrere Personen waren bei dem Attentat verletzt worden, darunter zwei Schweizer Armeeangehörige. Die zwei verletzten Schweizer waren am vergangenen Sonntag in die Schweiz zurück und in Spitalpflege gebracht worden. Ihr Zustand war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr lebensgefährlich.

Weitere Informationen könne das Armee-Kompetenzzentrum SWISSINT momentan nicht geben, sagte Sprecherin Cornelia Mathis. Da aber SWISSINT nur im Falle eines Problems kommuniziert, deutet diese Aussage daraufhin, dass der Zustand der beiden Männer stabil ist.

Dritter Soldat ebenfalls wieder in der Schweiz

Ein weiterer Schweizer Armeeangehöriger vor Ort, der den Anschlag unverletzt überstanden hatte, kehrte am selben Tag wie seine beiden Kollegen in die Schweiz zurück, wie die Sprecherin sagte. Zuerst hatte SWISSINT erklärt, der Mann bleibe in Mali.

Seine einwöchige Aufklärungsmission sei beendet gewesen, sagte Mathis. Er sei bei seiner Ankunft vom psychologischen Dienst der Armee betreut worden. (pst/sda)

Erstellt: 13.03.2015, 19:41 Uhr

Artikel zum Thema

Verletzte Schweizer Soldaten sind zurück in der Schweiz

Der Zustand der beiden Armeeangehörigen, die bei einem Attentat in Mali verletzt wurden, ist stabil. Die Rega flog sie nach Bern-Belp. Mehr...

Algerische Jihadisten bekennen sich zu Mali-Attentat

Fünf Tote und acht Verletzte in Bamako – darunter zwei Schweizer: Jetzt ist ein Bekennervideo aufgetaucht. Der Anschlag war Vergeltung. Mehr...

Schweizer Mali-Opfer überlebt bereits zweiten Angriff in Afrika

13. November 2012, Goma: Kongolesische Rebellen halten einem Schweizer Armeeangehörigen ihre Pistolen an den Kopf. Es ist der gleiche Mann, der am Samstag in Bamako Opfer eines Anschlags wurde. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Die Welt in Bildern

Segeln hart am Wind: Die Teilnehmer der Skûtsjesilen - Meisterschaften im niederländischen Friesland schenken sich nichts. (15. August 2018)
(Bild: Siese Veenstra/EPA) Mehr...