Südafrikas Parlament setzt wegen Fremdenfeindlichkeit Tätigkeit aus

Die Abgeordneten sollen Zeit haben, sich gegen Fremdenhass einzusetzen.

Proteste gegen Xenophobie: Ein Demonstrant in Johannesburg. (23. April 2015)

Proteste gegen Xenophobie: Ein Demonstrant in Johannesburg. (23. April 2015) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das südafrikanische Parlament setzt seine Sitzungen ab kommender Woche aus, damit die Abgeordneten in ihren Wahlkreisen gegen Fremdenhass aktiv werden können. Die Parlamentspräsidentin Baleka Mbete sagte, angesichts der tödlichen fremdenfeindlichen Ausschreitungen im Land könne die Nationalversammlung nicht einfach so weitermachen wie bisher.

In einer Erklärung verurteilte das Parlament «Gewalt gegen Ausländer, Rassismus und Intoleranz». Am Donnerstag waren in Johannesburg 10'000 Menschen gegen ausländerfeindliche Übergriffe auf die Strasse gegangen. Seit Ostern wurden dabei in Südafrika mindestens sieben Menschen getötet. Tausende weitere flüchteten. Allein 2000 Bürger aus dem benachbarten Mosambik kehrten nach Angaben der dortigen Regierung inzwischen in ihr Heimatland zurück. Tansania brachte am Freitag 30 seiner Landsleute in die Heimat zurück, darunter Frauen und Kinder, die Zuflucht in zwei Sammellagern in Durban gefunden hatten.

Armee in Armenviertel verlagert

Die Unruhen hatten Anfang April in der Hafenstadt Durban ihren Ausgang genommen und weiteten sich später auch auf Johannesburg aus. Die Regierung entsandte Anfang der Woche die Armee in die dortigen Armenviertel, um die Gewalt einzudämmen. Razzien richteten sich gegen Unterkünfte südafrikanischer Arbeiter, deren Bewohner beschuldigt werden, gegen Einwanderer unter anderem aus Zimbabwe, Malawi, Mosambik und anderen afrikanischen Staaten vorgegangen zu sein.

Mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid sind insbesondere unter jungen Schwarzen in Südafrika Arbeitslosigkeit, Armut und Perspektivlosigkeit weit verbreitet. Nicht selten schlägt die Frustration in Gewalttätigkeit um. (rar/AFP)

Erstellt: 24.04.2015, 18:20 Uhr

Artikel zum Thema

Ausschreitungen in Südafrika weiten sich aus

In Durban gab es bei fremdenfeindlich motivierten Krawallen Tote, in Johannesburg wurden Läden von Einwanderern geplündert. Die Polizei handelt. Mehr...

Hatz auf Einwanderer

Analyse Südafrika wird von ausländerfeindlichem Terror erschüttert. Seit Tagen kommt es zu Übergriffen und Plünderungen. Die Regierung hat lange geschwiegen. Mehr...

Der Krieg um die Monumente

Welttheater In Südafrika dürfen die Denkmäler von Verfechtern der Rassentrennung immer noch an bevorzugten Orten stehen. Das soll sich jetzt ändern. Zum Blog

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Kunstsprung: Ein Dompteur springt auf der Krim ins Wasser, während zwei Elefanten eines lokalen Zirkusses ein Bad im Meer nehmen. (20.August 2018)
(Bild: Pavel Rebrov) Mehr...