Syrische Opposition lehnt Rücktritt ihres Chefs ab

Ahmed Moas al-Khatib will den Vorsitz der Syrischen Nationalen Koalition nach nur vier Monaten abgeben. Die Mitglieder der Koalition weigern sich jedoch, den Rücktritt anzunehmen.

Erklärte seinen Rücktritt auf Facebook: Ahmed Moas al-Khatib spricht bei einer internationalen Konferenz in Rom. (Februar 2013)

Erklärte seinen Rücktritt auf Facebook: Ahmed Moas al-Khatib spricht bei einer internationalen Konferenz in Rom. (Februar 2013) Bild: AFP

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Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe hat den Rücktritt ihres Vorsitzenden Ahmed Moas al-Khatib abgelehnt. «Die Mitglieder der Generalversammlung der Syrischen Nationalen Koalition nehmen diesen Rücktritt nicht an», teilte die Organisation am Sonntag mit.

Al-Khatib werde «aufgefordert, seine Arbeit als Präsident der Koalition wieder aufzunehmen». Er werde «die Koalition weiter führen», hiess es.

Al-Khatib war bislang vier Monate im Amt. Er erklärte am Sonntag auf seiner Seite im Onlinenetzwerk Facebook seinen Rücktritt. Dort gab er an, sich mehr Bewegungsfreiheit für seine weitere Arbeit verschaffen zu wollen.

Gegen die Ernennung von Ghassan Hitto

Der Schritt kam wenige Tage nach der Wahl Ghassan Hittos zum oppositionellen Regierungschef für die von den Rebellen in Syrien kontrollierten Gebiete. Al-Khatib galt als Gegner der Nominierung Hittos. Nach Angaben aus seinem Umfeld trug er sich aber schon vorher mit Rücktrittsgedanken.

Der aus Syriens Hauptstadt Damaskus stammende al-Khatib hatte Syrien im vergangenen Sommer verlassen, nachdem Sicherheitskräfte von Staatschef Baschar al-Assad ihn mehrfach festgenommen hatten.

Am 11. November wurde er bei einem Treffen der Opposition im Emirat Katar zum Präsidenten der Nationalen Koalition gewählt. Der langjährige US-Manager Hitto wurde am vergangenen Dienstag in Istanbul zum Interimsregierungschef bestimmt.

Alawiten rufen zum Sturz Assads auf

In einem symbolträchtigen Schritt riefen derweil Mitglieder der alawitischen Religionsgruppe zum Sturz ihres Glaubensbruders Assad auf. Ihren Appell richteten sie am Sonntag gezielt an das syrische Militär, dessen Offizierskorps von Alawiten dominiert wird und deshalb als eine Säule von Assads Machtapparat gilt.

«Wir rufen unsere Brüder in der syrischen Armee auf, speziell die Mitglieder unserer Gemeinschaft, nicht die Waffen gegen ihr Volk zu erheben und den Eintritt in die Armee zu verweigern», hiess es in der Erklärung, die auf einem Oppositionstreffen in Kairo verlesen wurde. Es war das erste Mal, dass Alawiten in dieser Form zusammenkamen.

Alawiten machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung Syriens aus. Die Gruppe ist eine Abspaltung vom schiitischen Islam. Assads Familie beherrscht das Land seit Jahrzehnten und hat zahlreiche Schlüsselposten mit Alawiten besetzt. (fko/AFP/sda)

Erstellt: 24.03.2013, 16:05 Uhr

Israel feuert Raketen auf Golanhöhen ab

Die israelischen Streitkräfte haben am Sonntag nach eigenen Angaben eine Rakete auf syrisches Gebiet geschossen. Dabei sei ein Militärposten im syrischen Teil der Golanhöhen zerstört worden, erklärte ein Militärsprecher. Zuvor sei israelisches Gebiet mit Schusswaffen angegriffen worden, dabei sei ein Fahrzeug getroffen worden.

Der Zwischenfall an der Grenze der von Israel besetzten Golanhöhen war der schwerste dieser Art seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor zwei Jahren.

«Das syrische Regime ist verantwortlich für jeden Bruch der Souveränität», sagte der israelische Verteidigungsminister Moshe Yaalon. «Wir werden nicht zulassen, dass die syrische Armee oder andere bewaffnete Gruppen die israelische Souveränität in irgendeiner Weise verletzen.» Israel hat die Golanhöhen im Sechstagekrieg von 1967 besetzt und anschliessend annektiert. (AP)

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