Syrische Rebellen kontrollieren Autobahnstrecke

Die Aufständischen haben nach eigenen Angaben einen Abschnitt der Autobahn zwischen Damaskus und Aleppo erobert. Das Regime nutzte die Route, um Verstärkung in die Kampfzonen zu bringen.

Strategisch wichtige Strasse: Ein zerstörter Armeepanzer wurde am Rande der Autobahn zwischen Damaskus und Aleppo zurückgelassen. (Juli 2012)

Strategisch wichtige Strasse: Ein zerstörter Armeepanzer wurde am Rande der Autobahn zwischen Damaskus und Aleppo zurückgelassen. (Juli 2012) Bild: AFP

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Die syrischen Rebellen haben nach eigenen Angaben fast fünf Kilometer der strategisch wichtigen Autobahn zwischen der Hauptstadt Damaskus und Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht. Damit war die Route bis zur Höhe der Stadt Maaret al-Numan für die syrische Armee nicht nutzbar.

Über die Autobahn hatte die Armee bislang Verstärkung in die Wirtschaftsmetropole Aleppo geschickt, wie ein AFP-Reporter am Donnerstag berichtete. In der Wirtschaftsmetropole des Landes wird seit zwei Monaten gekämpft.

Rebellen verteidigen Maaret al-Numan

In Maaret al-Numan, dessen Eroberung durch die Aufständischen am Dienstag gemeldet wurde, lieferten sich beide Seiten am Donnerstag erbitterte Gefechte. Die Armee habe versucht, Maaret al-Numan wieder einzunehmen, sei aber von den Rebellen zurückgedrängt worden, sagte ein Offizier der Aufständischen.

In Maarat al-Nuaman befinden sich mehrere schwer gesicherte Einrichtungen der Sicherheits- und Geheimdienste. Die Stadt im Norden des Landes mit normalerweise fast 125'000 Einwohnern war wie ausgestorben und stand unter ständigem Beschuss.

Nach eigener Darstellung griffen die Aufständischen auch einen Armeestützpunkt an der Autobahn an, von dem aus Maaret al-Numan beschossen worden war.

Angriff auf Militärjustiz

Am Donnerstagabend erschütterte eine Explosion das Gebäude der syrischen Militärjustiz in Damaskus. Das berichteten Oppositionelle aus der Hauptstadt. Die Explosion habe sich vor dem Gebäude im Bezirk Masse im Westen der Stadt ereignet, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Das Staatsfernsehen berichtete, eine Bombe sei nahe dem Ministerium für höhere Bildung explodiert, das sich in der Nähe der Militärjustiz befindet. Zwei Menschen seien verletzt worden.

Die islamistische Gruppen Ahfad al-Rasul und Ansar al-Islam bekannten sich gemeinsam zum Anschlag. Ansar al-Islam hatte sich zu einem Anschlag im vergangenen Monat auf das Büro des Stabschefs der Armee bekannt.

Das Staatsfernsehen berichtete auch, dass nahe der Grenze zu Libanon bei einem Angriff auf einen Bus mindestens acht Menschen getötet worden seien. Eine «terroristische Gruppe» habe das Fahrzeug überfallen, mit dem syrische Arbeiter aus Libanon über die Grenze gekommen seien. Acht weitere Menschen seien verletzt worden.

Die syrische Führung bezeichnet die Rebellen üblicherweise als Terroristen. Angaben aus Syrien können kaum von unabhängiger Seite bestätigt werden.

«Freundschaftsbrücke» vermint

Wie die türkische Agentur Anadolu berichtete, ist die «Freundschaftsbrücke» zwischen der Türkei und Syrien zur tödlichen Falle umgebaut worden. Die zehn Meter lange Brücke über den Grenzfluss Asi sei jetzt von regimetreuen syrischen Truppen abgesperrt worden, um die Bewegungsfreiheit der Rebellen einzuschränken.

Gleichzeitig habe die syrische Armee Sprengsätze unter der Brücke platziert, Stacheldraht gespannt und ein Schild mit der Aufschrift «Achtung Minen» aufgestellt. Das türkische Militär habe darauf die Brücke abgeriegelt. (fko/sda)

Erstellt: 11.10.2012, 23:33 Uhr

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