Terroranschläge erschüttern Irak – Dutzende Tote

Mindestens 38 Menschen starben, als Autobomben in mehreren irakischen Städten explodierten. Für die Attentate verantwortlich sollen Anhänger der IS-Miliz sein.

Kämpfer gegen den IS: Schiitische Milizen bei Jurf al-Sachar. (26. Oktober 2014)

Kämpfer gegen den IS: Schiitische Milizen bei Jurf al-Sachar. (26. Oktober 2014) Bild: Reuters

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Zwei Terroranschläge im Irak haben mindestens 38 Menschen in den Tod gerissen. In der zwischen Schiiten und der Terrormiliz Islamischer Staat umkämpften Stadt Dschurf al-Sachar steuerte ein Selbstmordattentäter seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen in eine Strassensperre irakischer Soldaten und schiitischer Milizionäre. Dort starben mindestens 24 Menschen, 25 weitere wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Am Abend kamen dann bei einem weiteren Autobombenanschlag mitten in der Hauptstadt Bagdad mindestens 14 Menschen ums Leben. Dort wurden nach Polizeiangaben 23 weitere verletzt.

Armee und schiitische Milizen hatten die sunnitische Stadt Dschurf al-Sachar rund 50 Kilometer südlich von Bagdad erst am Sonntag von IS-Kämpfern erobert, die sie seit Ende Juli unter ihrer Kontrolle hatten. Beobachter gingen davon aus, dass der Selbstmordattentäter ebenfalls dem ISangehörte. Bei der Rückeroberung wurden nach Behördenangaben Dutzende IS-Kämpfer verletzt oder getötet.

Die Stadt liegt an einer viel begangenen Pilgerroute in die heilige Stadt Kerbela. Dort werden kommende Woche viele gläubige Schiiten zum Todestag von Imam Hussein, dem Enkel des Propheten Mohammed und einem der meist verehrten schiitischen Märtyrer erwartet.

Warten auf Peschmerga

In der vom IS belagerten nordsyrischen Kurden-Stadt Kobane gingen die Kämpfe weiter. Die USA und ihre Verbündeten flogen nach US-Angaben vier Luftangriffe auf IS-Einrichtungen nahe der Grenzstadt zur Türkei. Dabei seien fünf Fahrzeuge und ein vom IS genutztes Gebäude zerstört worden. Auch sieben IS-Einrichtungen im Irak seien angegriffen worden.

Die Extremisten hätten den nördlichen Stadtrand attackiert, sagte Kurden-Sprecher Idriss Nassan. Der IS hatte Kobane bereits am Wochenende von Nordosten her angegriffen, um die Verbindung der Stadt zur Türkei abzuschneiden.

Die kurdischen Kämpfer in Kobane warten auf Unterstützung durch Kämpfer der irakischen Peschmerga. Nach Angaben aus der irakischen Kurdenregierung sollten 150 Kämpfer Richtung Kobane aufbrechen. Allerdings seien sie immer noch im Irak.

Ein Sprecher der syrischen Kurden sagte, er vermute, dass die Türkei Probleme mache. Die Regierung in Ankara hatte zugesagt, irakische Kurden-Kämpfer über ihr Gebiet nach Kobane zu lassen. Am Wochenende hatten IS-Kämpfer versucht, bei Kobane den Grenzkontrollposten zur Türkei einzunehmen, waren aber von kurdischen Kämpfern zurückgeschlagen worden. (ajk/sda)

Erstellt: 27.10.2014, 21:38 Uhr

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