Trump erklärt Gespräche mit Taliban definitiv für «tot»

Der US-Präsident hat nach einem Anschlag in Kabul die Friedensgespräche mit hochrangigen Vertretern der Aufständischen endgültig beendet.

Die USA seien seit langer Zeit die «Polizisten» in Afghanistan, sagte Donald Trump am Montag. Foto: Keystone

Die USA seien seit langer Zeit die «Polizisten» in Afghanistan, sagte Donald Trump am Montag. Foto: Keystone

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Nach der Absage seines geplanten Treffens mit hochrangigen Taliban-Vertretern hat US-Präsident Donald Trump die Verhandlungen mit den Aufständischen als «tot» bezeichnet. Der Präsident machte deutlich, dass er weiter einen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan anstrebt, nannte aber keinen Zeitplan.

«Wir würden gerne gehen, aber wir werden zur richtigen Zeit gehen», sagte Trump am Montag vor Reportern im Weissen Haus. Trump sagte, die USA hätten die Taliban in Afghanistan in den vergangenen vier Tagen stärker angegriffen als in den vergangenen zehn Jahren.

Der Präsident kritisierte, die USA seien seit langer Zeit die «Polizisten» in Afghanistan. Die dortige Regierung müsse mehr Verantwortung übernehmen. Trump betonte, die Idee des geplanten Treffens sei seine gewesen. «Und es war meine Idee, es abzusagen.» Trump hatte am Samstagabend auf Twitter mitgeteilt, er habe ursprünglich für Sonntag in Camp David geheime Treffen mit den Taliban und - getrennt davon - mit Afghanistans Präsident Aschraf Ghani geplant. Wegen eines tödlichen Anschlags der Taliban in der afghanischen Hauptstadt Kabul habe er die Treffen und die «Friedensverhandlungen» abgesagt. Bei dem Anschlag war auch ein US-Soldat getötet worden.


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Hören Sie sich die neuste Folge vom Podcast «Entscheidung 2020» an mit USA-Korrespondent Martin Kilian und Auslandchef Christof Münger. (step/sda)

Erstellt: 09.09.2019, 22:49 Uhr

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