Jetzt bombardieren die USA Öl-Anlagen des IS

Die internationale Allianz macht sich daran, dem IS eine Finanzierungsquelle zu zerstören. Zwölf Raffinerien im Osten Syriens wurden angegriffen. Inzwischen kündigt sich Verstärkung an.

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Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass die Einsätze – unter anderem nahe Deir al-Zor – erfolgreich gewesen seien, teilte das US-Zentralkommando in Tampa (Florida) am Mittwochabend mit. Die auf ihrem Vormarsch eroberten Anlagen dienen den Extremisten zur Treibstoffversorgung, sind zugleich aber auch eine wichtige Einnahmequelle.

(Video: CNN)

Pentagonsprecher John Kirby sagte in einem CNN-Interview, der Islamische Staat nehme durch den Verkauf des in den Raffinerien produzierten Öls rund zwei Millionen Dollar täglich ein. Die Jihadisten schmuggeln Rohöl über Zwischenhändler in der Türkei, im Irak, im Iran und in Jordanien.

Die USA seien bei den jüngsten Angriffen von Saudiarabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt worden, fügte der Sprecher hinzu. «Die Mehrzahl der Flugzeuge dieser Mission waren Maschinen der Koalition und nicht US-Maschinen.» Alle Flugzeuge seien sicher zurückgekehrt.

Die USA hatten in der Nacht zum Dienstag gemeinsam mit fünf arabischen Verbündeten erstmals ihre Angriffe auf den IS vom Irak auf Syrien ausgeweitet.

Politische Lösung

US-Präsident Barack Obama hatte zuvor ein entschlossenes Vorgehen gegen die Extremisten angekündigt. «Die Vereinigten Staaten von Amerika werden mit einer breiten Koalition arbeiten, um dieses Netzwerk des Todes zu zerlegen», sagte Obama in der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York.

Obama wie auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sprachen sich erneut für eine politische Lösung in Syrien aus, um den seit dreieinhalb Jahren währenden Bürgerkrieg zu beenden. «Die stärkste Waffen gegen Terroristen sind nicht Raketen, sondern politische Lösungen, sind Jobs und Sozialprogramme», sagte Ban.

«Wir erkennen an, dass es keine militärische Lösung gibt. Aber diese Terroristen glauben, dass wir sie nicht stoppen können. Unsere Pflicht gegenüber der Sicherheit unserer Menschen zwingt uns aber dazu, alles zu versuchen», sagte Obama. Die Terrormiliz beherrscht in Syrien rund ein Drittel der Fläche des Landes.

Deutsche Verzögerung, britische Verstärkung

An dem Kampf gegen den IS beteiligen sich nun auch die Niederlande und Belgien. Die beiden Staaten werden je sechs Kampfflugzeuge des Typ F-16 für Luftangriffe im Irak zur Verfügung stellen. Die Niederlande entsenden zur Unterstützung zudem 250 Soldaten und 130 Militär-Ausbilder in den Irak. Im benachbarten Syrien wollen sich die Niederlande nicht an Luftangriffen beteiligen.

Verstärkung: Niederlande werden Angriffe gegen IS fliegen. (Video: Reuters)

Nach stundenlanger Verzögerung wegen eines defekten Transportflugzeuges wurde am frühen Donnerstagmorgen eine erste deutsche Waffenlieferung für die im Nordirak gegen den IS kämpfenden Kurden auf den Weg gebracht.

Cameron: Iran kann Teil der Lösung sein

Grossbritanniens Premierminister David Cameron sprach sich für eine Beteiligung seines Landes an Luftangriffen gegen IS-Stellungen im Irak und in Syrien aus. «Wir sind mit etwas Bösem konfrontiert, gegen das sich die ganze Welt zusammenschliessen muss», sagte Cameron bei der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung. Er werde, wie zuvor angekündigt, am Freitag das Parlament in London zusammenrufen, um dessen Zustimmung für eine Beteiligung an Luftangriffen einzuholen.

Cameron und der iranische Präsident Hassan Rohani haben bei einem historischen Treffen am Rande der UN-Generaldebatte über die Bedrohung durch die Jihadistenmiliz IS beraten. Der Iran könne «Teil der Lösung» sein, sagte Cameron im Anschluss an das Gespräch am Mittwoch in New York. Teheran könnte dabei helfen, den Irak und Syrien zu stabilisieren.

Wenn die iranische Regierung dazu bereit sei, «dann sollten wir ihr Engagement begrüssen». Das Gespräch in den Räumen der britischen UN-Vertretung war das erste Treffen eines britischen Regierungschefs mit einem iranischen Staatsoberhaupt seit der Islamischen Revolution im Iran 1979. (chk/AFP)

Erstellt: 25.09.2014, 05:25 Uhr

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