Vizepräsident und Zentralbankchef treten zurück

Kurz nach dem Rücktritt von Ägyptens Vizepräsident Mahmoud Mekki hat auch Zentralbankchef Faruk el-Okda sein Amt niedergelegt. Dies wirft ein Schlaglicht auf Präsident Mursis risikoreichen Machtkampf.

Haben beide ihr Amt niedergelegt: Mahmoud Mekki (l.) und Faruk el-Okda.

Haben beide ihr Amt niedergelegt: Mahmoud Mekki (l.) und Faruk el-Okda. Bild: Keystone

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Der ägyptische Vizepräsident Mahmoud Mekki hat sein Amt niedergelegt. Er habe sein Rücktrittsgesuch bereits vor einem Monat eingereicht, sei jedoch angesichts der jüngsten Ereignisse an Bord geblieben, hiess es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung Mekkis. Der Rückzug des Vizepräsidenten fiel in die zweite und letzte Runde der Volksabstimmung über den umstrittenen Verfassungsentwurf. Unabhängigen Wahlbeobachtern zufolge kam es auch diesmal zu Unregelmässigkeiten im Abstimmungsablauf.

Mekki hatte im Vorfeld beabsichtigt, seinen Posten zu räumen, sobald der Verfassungsentwurf verabschiedet sei. In der neuen ägyptischen Verfassung ist das Amt des Vizepräsidenten nicht vorgesehen.

Die Rücktrittserklärung Mekkis schien allerdings darauf hinzudeuten, dass sein übereilter Rückzug mit der Politik des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi in Zusammenhang stehen könnte. Er habe feststellen müssen, dass sich die Politik mit seinem beruflichen Hintergrund als Richter nicht vereinbaren lasse, erklärte Mekki.

Zentralbankchef tritt auch zurück

Wenige Stunden nach dem Rückzug von Vizepräsident Mahmoud Mekki hat auch der Direktor der ägyptischen Zentralbank sein Amt niedergelegt. Der Grund für die Entscheidung von Faruk el-Okda wurde in dem kurzen Bericht des Staatsfernsehens nicht mitgeteilt.

In den ägyptischen Medien gab es allerdings zuletzt Spekulationen über die Absichten el-Okdas. Demnach hatten Staatschef Mohammed Mursi und sein Ministerpräsident Hescham Kandil Anfang der Woche ihn in einem persönlichen Gespräch zu überreden versucht, an Bord zu bleiben.

Schon sieben Mursi-Berater zurückgetreten

Die jüngsten Rücktritte werfen ein Schlaglicht auf das enorme politische Risiko, das Staatschef Mursi mit seinem erbitterten Machtkampf um die neue Verfassung eingegangen ist. So haben ihm zuletzt allein 7 seiner 17 Topberater den Rücken gekehrt. Wie Mekki hatten sie erklärt, über keine der umstrittenen Entscheidungen Mursis vorab konsultiert worden zu sein. (kpn/dapd)

Erstellt: 22.12.2012, 17:36 Uhr

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