«Wir sprengen das Weisse Haus, Big Ben und Eiffelturm»

Die Terrorgruppe Boko Haram sprach dem IS ihre Gefolgschaft zu. Der IS-Sprecher nimmt nun den Treueschwur «seiner Brüder» offiziell an. Der Krieg sei erst vorbei, wenn die Terrormiliz die ganze Welt beherrsche.

Spielt die jüngsten Erfolge der internationalen Koalition herunter: IS-Sprecher Mohammed al-Adnani, hier in einem Standbild aus einem Video, das am 8. Juli 2012 auf Youtube geladen wurde.

Spielt die jüngsten Erfolge der internationalen Koalition herunter: IS-Sprecher Mohammed al-Adnani, hier in einem Standbild aus einem Video, das am 8. Juli 2012 auf Youtube geladen wurde. Bild: Youtube/AFP

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Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat den Treueschwur der nigerianischen Extremistengruppe Boko Haram begrüsst und offiziell angenommen. Die Gruppe veröffentlichte in sozialen Netzwerken eine Audiobotschaft, in der IS-Sprecher Mohammed al-Adnani zu hören sein soll. Dieser verkündet darin die «gute Neuigkeit der Ausweitung des Kalifats auf Westafrika».

In der knapp 30-minütigen Aufnahme ruft al-Adnani auch Muslime dazu auf, sich nach Westafrika zu begeben und sich den dort kämpfenden Boko-Haram-Mitgliedern anzuschliessen. «Unser Kalifat setzt sich zur Wehr und stösst in die richtige Richtung vor», sagt al-Adnani. Der Kampf gegen Schiiten und die «Kreuzritter» werde fortgesetzt.

IS will Paris, Rom und Jerusalem

Der Krieg sei erst zu Ende, wenn der Islamische Staat die ganze Welt umspanne. Die «von der Koalition ausgerufenen Siege» im Kampf gegen die Miliz seien «Illusionen». Im Irak seien nur «wenige Zoll Land» von den Regierungstruppen zurückerobert worden.

Während sich die Amerikaner nach monatelangem Kampf über die Eroberung einer kleinen Stadt wie Kobane freuen, nähme der IS grössere Städte ins Visier. Explizit nannte er Paris, Rom, Grenada, Jerusalem und Kabul. «Wir sprengen das Weisse Haus, Big Ben und Eiffelturm», fügte al-Adnani hinzu.

Boko Haram leistet Treueschwur

Der IS hatte im Sommer vergangenen Jahres grosse Gebiete im Irak und in Syrien unter seine Kontrolle gebracht und herrscht in dem dort ausgerufenen Kalifat mit brutaler Hand. Eine von den USA angeführte internationale Militärkoalition geht seit mehreren Monaten gegen IS-Stellungen vor.

Die nigerianische Gruppe Boko Haram hatte dem IS in einer am Wochenende veröffentlichten Botschaft ihre Gefolgschaft zugesichert. Boko Haram kämpft seit Jahren gewaltsam für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Schon seit dem vergangenen Jahr gab es Anzeichen, dass Boko Haram eine Annäherung an die Jihadistenmiliz IS anstrebt.

Tikrit «von allen Seiten umzingelt»

Seit knapp zwei Wochen läuft im Irak eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Tikrit nördlich von Bagdad aus den Händen des IS. Tausende irakische Soldaten sind im Einsatz, es ist der bislang grösste Militäreinsatz gegen die Jihadistenmiliz. Am Donnerstag erklärte das irakische Militär, an der Rückeroberung von Tikrit bestehe kein Zweifel. «Die Zeit ist auf unserer Seite», erklärte Verteidigungsminister Chaled al-Obeidi. Polizeigeneral Bahaa al-Assaui sagte der Nachrichtenagentur AFP, Tikrit sei «von allen Seiten umzingelt». Jedoch solle «nichts überstürzt» werden.

US-Aussenminister John Kerry wurde am Freitag in Ägypten zu einem Wirtschaftstreffen erwartet. Nach Angaben aus Washington sollte es bei einem Treffen mit Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi auch um den Kampf gegen den IS gehen. (chk/sda)

Erstellt: 13.03.2015, 04:57 Uhr

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