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Ägypten lässt hungernden Journalisten frei

Seit mehr als 100 Tagen hungerte der regimekritische Al-Jazeera-Journalist Abdullah Elschami aus Protest im Gefängnis - nun kommt er frei. Eine Anklage gegen ihn hatte es nie gegeben.

Kommt nach zehn Monaten Untersuchungshaft frei: der Journalist Abdullah Elschami (Mitte) mit anderen Gefangenen im Gerichtsgebäude. (15. Mai 2014)
Kommt nach zehn Monaten Untersuchungshaft frei: der Journalist Abdullah Elschami (Mitte) mit anderen Gefangenen im Gerichtsgebäude. (15. Mai 2014)
Hamada Elrasam, Keystone

Die ägyptische Justiz wird einen Journalisten des arabischen Nachrichtensenders al-Jazeera nach zehn Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, ordnete sie die Freilassung von Abdullah Elschami und zwölf weiteren Inhaftierten aus «gesundheitlichen Gründen» an. Elschami war aus Protest gegen seine lange Zeit der Inhaftierung ohne Prozess für mehr als 100 Tage in einen Hungerstreik getreten.

Der Journalist war am 14. August 2013 verhaftet worden, als er über die gewaltsame Auflösung eines Protestes von Unterstützern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi in Kairo berichtete hatte. Dabei waren mehrere hundert Ägypter getötet und Tausende verletzt worden.

Vorwurf der Bildmanipulation

Zwei Tage nach seiner Verhaftung warf ihm die Staatsanwaltschaft unter anderem vor, zu einer verbotenen Gruppe zu gehören und Akte von Gewalt und Sabotage verübt zu haben. Zu einer Anklage kam es jedoch nicht.

Ebenfalls am Montag verschob ein Gericht in Kairo den Prozess gegen 20 Journalisten von al-Jazeera, die sich wegen Terrorvorwürfen verantworten müssen. Das Urteil gegen sie soll nun am 23. Juni verkündet werden. Zwölf Angeklagten wird der Prozess in Abwesenheit gemacht.

Die Journalisten sollen der Muslimbruderschaft von Mursi eine Plattform geboten und unter anderem Bilder manipuliert haben, um den Eindruck eines Bürgerkriegs in Ägypten zu erwecken und den Staat zu destabilisieren.

(SDA)

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