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Ägypter treten Saudis Inseln ab

Der saudische König Salman verspricht bei seinem Staatsbesuch in Ägypten grosse Investitionen – und erhält im Gegenzug etwas Wertvolles.

König Salman spricht bei seinem Staatsbesuch in Ägypten mit dem Parlamentssprecher Ali Abdel-Al. (10. April 2016)
König Salman spricht bei seinem Staatsbesuch in Ägypten mit dem Parlamentssprecher Ali Abdel-Al. (10. April 2016)
AFP
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Ägypten und Saudiarabien haben bei einem Besuch von König Salman in Kairo die Schaffung eines milliardenschweren Investitionsfonds vereinbart. Der Fonds soll mit 60 Milliarden Saudi-Riyal (15,3 Milliarden Franken) kapitalisiert sein.

Seit der Ankunft Salmans in Ägypten am Donnerstag wurde eine Reihe weiterer Abkommen unterzeichnet, darunter eine Vereinbarung zum Bau einer Brücke über den Golf von Aqaba, um die beiden Länder zu verbinden.

Saudiarabien ist ein wichtiger Unterstützer des ägyptischen Staatschefs Abdel Fattah al-Sisi und hat das Land seit seiner Machtübernahme wiederholt mit Milliardensummen gestützt. Doch diesmal erhalten die Saudis eine Gegenleistung. Ägypten will zwei Inseln im Golf von Aqaba an Saudiarabien abtreten. Über sie könnte eine Brücke zwischen den beiden Staaten verlaufen.

Saudis befürchteten israelische Invasion

Die ägyptische Regierung stellt den Souveränitätstransfer als Rückkehr der Inseln Tiran und Sanafir unter saudische Herrschaft dar. Das Königshaus hatte die unbewohnten und trockenen Inseln 1950 an Ägypten abgetreten. Laut der «New York Times» (NYT) befürchteten die Saudis damals, Israel könnte die Inseln erobern. Sie liegen am Ende des Golfs von Aqaba, zu dem auch Israel einen schmalen Zugang hat.

Das ägyptische Parlament muss den Beschluss der Regierung zwar noch bestätigen, damit der Transfer tatsächlich stattfinden kann. Doch er hat bereits zu heftigen Protesten in den sozialen Medien geführt, wie die «New York Times» weiter berichtet.

Milliarden aus dem Königreich

Mit dem seltenen Besuch stärkt König Salman dem ägyptischen Staatschef den Rücken. Der frühere Armeechef war im Juni 2013 durch den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi an die Macht gelangt.

Seine Regierung erhielt seitdem Milliarden Dollar an Hilfe aus Saudiarabien, das die von der islamistischen Bewegung der Muslimbruderschaft gestützte Regierung Mursis mit Misstrauen betrachtete.

Neben der Gründung des Investitionsfonds wurde bei der saudisch-ägyptischen Zeremonie im Kairoer Abdeen-Palast am Samstag ein Dutzend weitere Vereinbarungen geschlossen, so zum Beispiel eine zur Schaffung einer Industriezone in Ägypten.

SDA/rub

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