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ANC trotz Skandalen auf Siegeskurs

Zum fünften Mal seit Ende der Apartheid haben die Südafrikaner ihr Parlament gewählt. Ein Sieg für Präsident Zuma und die Regierungspartei ANC scheint sicher. Die Opposition hofft dennoch auf deutliche Gewinne.

Soziale Probleme und Korruptionsskandale: Wahlplakat des regierenden ANC im Township von Du Noon. (7. Mai 2014)
Soziale Probleme und Korruptionsskandale: Wahlplakat des regierenden ANC im Township von Du Noon. (7. Mai 2014)
Reuters

Die Wahl der neuen Volksvertretung verlief ohne grössere Zwischenfälle. Die Wahllokale sollten um 21.00 Uhr Ortszeit schliessen. Erste Ergebnisse werden am Donnerstag erwartet, das Endergebnis kaum vor Freitag.

Der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) und sein Spitzenkandidat, Präsident Jacob Zuma, können trotz grosser sozialer Probleme und zahlreicher Korruptionsskandale laut jüngsten Umfragen mit mehr als 60 Prozent der Stimmen rechnen. 2009 erhielt die Partei des im Dezember gestorbenen Nationalhelden Nelson Mandela 66 Prozent. «Wir werden ein sehr gutes Ergebnis erzielen», sagte der 72-jährige Zuma nach der Stimmabgabe in seinem Heimatort Nkandla in der Provinz KwaZulu-Natal.

Die oppositionelle Demokratische Allianz (DA) mit ihrer deutschstämmigen Spitzenkandidatin Helen Zille kann einer Umfrage der «Sunday Times» zufolge mit einem Zuwachs von 16,6 auf etwa 23 Prozent rechnen. Die neue linksradikale Partei «Kämpfer für Wirtschaftsfreiheit» (EFF) des Populisten Julius Malema kommt demnach auf fünf Prozent.

Grosse Mehrheit vertraut auf ANC

Der ANC regiert Südafrika in einem Bündnis mit dem Gewerkschaftsverband Cosatu und der kommunistischen Partei SACP seit Ende der rassistischen Apartheid-Zeit 1994. Die Mehrheit vor allem der Schwarzen, die 80 Prozent der Bevölkerung stellen, vertraut trotz grosser sozialer Probleme, sehr hoher Kriminalität, wuchernder Korruption und staatlicher Misswirtschaft dem ANC.

Mehr als 25 Millionen Südafrikaner waren aufgerufen, das nationale Parlament in Kapstadt und den Nationalrat der Provinzen zu wählen. Die fünfte nationale Wahl im demokratischen Südafrika verlief friedlich.

Am Dienstag war es im Township Bekkersdal nahe Johannesburg zu gewalttätigen Protesten und Strassenblockaden gekommen, bei denen aber niemand verletzt wurde. Am Mittwoch sicherten starke Polizeikräfte die Wahllokale in dem als besonders unruhig bekannten Ort.

«Born-free«-Generation nicht wahlfreudig

Vor vielen Wahllokalen in Südafrika bildeten sich am Mittwoch lange Warteschlangen. Allerdings rechnen die Demoskopen angesichts grosser Unzufriedenheit im Land über die soziale und politische Lage mit einer weiter sinkenden Wahlbeteiligung, die kaum mehr als 60 Prozent erreichen werde. Vor allem viele junge Menschen der so genannten «born free«-Generation, die erst nach dem Ende der Apartheid geboren wurden, wollten Umfragen zufolge nicht wählen.

«Menschen sind für das Wahlrecht gestorben, das darf nicht umsonst gewesen sein», betonte der ehemalige Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, bei der Stimmabgabe in der Kapmetropole. Alle Südafrikaner sollten für die Möglichkeit, friedlich wählen zu können, dankbar sein, sagte der Friedensnobelpreisträger.

SDA/kpn

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