Armee nimmt Hamas-Führer Jussef fest

Der Hamas-Mitbegründer Hassan Jussef ist vom israelischen Inlandsgeheimdienst und der Armee in Gewahrsam genommen worden – nicht zum ersten Mal.

In Gewahrsam: der Hamas-Mitbegründer Hassan Jussef. (Archivbild vom 18. November 2004)

In Gewahrsam: der Hamas-Mitbegründer Hassan Jussef. (Archivbild vom 18. November 2004) Bild: Oded Balilty/Keystone

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Israelische Sicherheitskräfte haben den führenden Hamas-Vertreter Hassan Jussef im besetzten Westjordanland festgenommen. Einsatzkräfte des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet und der Armee nahmen Jussef in der Nacht zum Dienstag nahe Ramallah in Gewahrsam.

Die Information der israelischen Armee wurde von palästinensischen Sicherheitskräften bestätigt. Jussef zählt zu den Mitbegründern der radikalen Palästinenserorganisation und wurde nach Armee-Angaben in der Vergangenheit bereits mehrfach festgenommen und inhaftiert.

Er habe «aktiv zum Terrorismus und öffentlich zu Anschlägen gegen Israelis aufgerufen», teilte Israels Armee mit. Bekannt ist Jussef auch, weil er seinen Sohn verstiess, der über Jahre für den Schin Bet spionierte, sich in die USA absetzte und zum Christentum konvertierte.

Palästinenser nach Messerattacke erschossen

Unterdessen ist bei einer erneuten Messerattacke auf einen israelischen Soldaten nach Armeeangaben am Dienstag ein Palästinenser erschossen worden. Der Zwischenfall ereignete sich bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Dorf Beit Awwa südwestlich von Hebron nahe der Grenze zwischen Israel und dem besetzten Westjordanland, wie die israelische Armee mitteilte. Die Kameraden des Soldaten eröffneten demnach das Feuer auf den Angreifer. Nach Angaben des israelischen Sanitätsdienstes starb der Palästinenser kurz darauf an den Schusswunden. Der angegriffene Soldat erlitt den Angaben zufolge leichte Stichwunden.

In Hebron und Umgebung waren Unruhen ausgebrochen, nachdem am Dienstagmorgen die Armee das Haus eines Palästinensers zerstört hatte. Der Mann hatte Ende vergangenen Jahres eine Israelin mit einem Messer ermordet und zudem versucht, zwei weitere Menschen zu töten.

Er erhielt eine Haftstrafe von zwei Mal lebenslänglich. Die Zerstörung des Hauses wurde am Dienstag von Auseinandersetzungen zwischen Steine werfenden Palästinensern und israelischen Soldaten begleitet, wie Augenzeugen berichteten.

Israel und die besetzten Palästinensergebiete werden seit Monatsbeginn von einer Gewaltserie erschüttert, in der bereits acht jüdische Israelis sowie mehr als vierzig Palästinenser und in Einzelfällen arabische Israelis getötet wurden. (mlr/sda)

Erstellt: 20.10.2015, 10:11 Uhr

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