Armee verletzt Anführer von Boko Haram schwer

Dem nigerianischen Militär ist offenbar ein grosser Schlag gelungen. Bei einer Offensive soll der Chef der Terrormiliz Boko Haram erheblich verwundet worden sein.

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Die nigerianischen Streitkräfte teilten mit, dass Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau bei einem Angriff schwer verletzt wurde. Überdies sollen mehrere Anführer ums Leben gekommen sein.

Der «spektakuläre Luftangriff» erfolgte demnach am vergangenen Freitag in der Sambisa-Waldregion im Bundesstaat Borno. Aus der Pressemitteilung des Militärs ging nicht eindeutig hervor, ob Shekau inzwischen tot ist.

«Es wird angenommen, dass ihr Anführer, der sogenannte Abubakar Shekau, tödlich an den Schultern verletzt wurde, mehrere andere Terroristen wurden ebenfalls verletzt», erklärte Militärsprecher Sani Usman. Unklar blieb auch, worauf die Streitkräfte ihre Vermutung stützten.

Nicht zum ersten Mal den Tod des Chefs vermeldet

Bei dem Angriff wurden den Angaben zufolge zudem die Rebellenkommandanten Abubakar Mubi, Malam Nuhu und Malam Hamman bei dem Angriff auf ein Boko-Haram-Lager getötet.

Das Militär hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Shekaus Tod vermeldet. Dieser wandte sich jedoch später wieder mit Video- oder Audiobotschaften an die Öffentlichkeit. Erst vor einer Woche war ein Internetvideo veröffentlicht worden, in dem Shekau die Berichte über seinen Tod zurückwies. Auf den Aufnahmen wirkte Shekau kräftiger und ruhiger als in früheren Videos.

Hunderttausende auf der Flucht

Shekau hatte die Führung der sektenartigen Extremistengruppe übernommen, nachdem ihr Gründer Mohammed Yusuf 2009 vom Militär getötet worden war. Boko Haram terrorisiert seit 2009 den Nordosten Nigerias. Die sunnitischen Fundamentalisten wollen dort und in den angrenzenden Gebieten der Nachbarstaaten Kamerun, Tschad und Niger einen sogenannten Gottesstaat errichten.

Bei Anschlägen und Angriffen der Terrormiliz kamen seither mindestens 14'000 Menschen ums Leben. Andere Schätzungen sprechen von bis zu 20 000 Toten. Rund 2,5 Millionen Menschen sind wegen der Gewalt aus ihrer Heimat geflohen.

Die nigerianischen Streitkräfte haben Boko Haram seit Anfang 2015 militärisch weitgehend aus dem Nordosten des Landes zurückgedrängt. Die Lage der Zivilbevölkerung in den lange umkämpften Gebieten ist Helfern zufolge jedoch kritisch.

Zehntausende leiden Hunger

Die Zahl der auf Nahrungsmittelhilfe angewiesenen Menschen hat sich dort binnen weniger Monate nahezu verdoppelt, wie das Welternährungsprogramm (WFP) am Dienstag erklärte. Inzwischen seien 4,5 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, verglichen mit 2,5 Millionen Menschen im März.

Wegen der schlechten Wirtschaftslage könnte die Zahl dem WFP zufolge bis nächsten Monat nochmals um eine Million Menschen ansteigen. In Gebieten, die erst kürzlich von Boko Haram zurückgewonnen wurden, leben rund 65'000 Menschen in Zuständen, die einer Hungersnot gleichen, warnte das WFP. Helfer haben demnach noch keinen geregelten Zugang zu diesen Gebieten in den Bundesstaaten Borno und Yobe. (ij/fal/sda)

Erstellt: 23.08.2016, 14:49 Uhr

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