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Assad verliert einen wichtigen Verbündeten

Der iranische Präsident Rohani sagt, er würde auch einen neuen syrischen Führer akzeptieren. Dem Westen wirft er vor, nur ein Ziel zu haben.

rbi
Die iranische Regierung um den neuen Präsidenten Hassan Rohani begrüsst den russischen Vorschlag, die syrischen Chemiewaffen unter internationale Aufsicht zu stellen. Damit wollen die Russen einen Militärschlag der USA verhindern.
Die iranische Regierung um den neuen Präsidenten Hassan Rohani begrüsst den russischen Vorschlag, die syrischen Chemiewaffen unter internationale Aufsicht zu stellen. Damit wollen die Russen einen Militärschlag der USA verhindern.
Keystone
Der Iran ist bezüglich Chemiewaffen besonders sensibilisiert. Im Ersten Golfkrieg setzte der irakische Diktator Saddam Hussein Giftgas gegen den Iran ein. Die Iraner verzichteten jedoch darauf, mit C-Waffen zurückzuschlagen – sie waren Opfer. Bild: UNO-Inspektoren bei einer Untersuchung im Iran während des Kriegs zwischen dem Iran und dem Irak (1980 bis 1988).
Der Iran ist bezüglich Chemiewaffen besonders sensibilisiert. Im Ersten Golfkrieg setzte der irakische Diktator Saddam Hussein Giftgas gegen den Iran ein. Die Iraner verzichteten jedoch darauf, mit C-Waffen zurückzuschlagen – sie waren Opfer. Bild: UNO-Inspektoren bei einer Untersuchung im Iran während des Kriegs zwischen dem Iran und dem Irak (1980 bis 1988).
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Der religiöse Führer und damit der starke Mann im iranischen Staat, Ayatollah Ali Khamenei, gibt sich in letzter Zeit sehr zurückhaltend bei der Beurteilung der Syrien-Krise. Laut Reinhard Schulze, Islamwissenschaftler an der Universität Bern, ist die Unterstützung von Bashar al-Assad weniger wichtig als der eigene Hegemonieanspruch im Mittleren Osten.
Der religiöse Führer und damit der starke Mann im iranischen Staat, Ayatollah Ali Khamenei, gibt sich in letzter Zeit sehr zurückhaltend bei der Beurteilung der Syrien-Krise. Laut Reinhard Schulze, Islamwissenschaftler an der Universität Bern, ist die Unterstützung von Bashar al-Assad weniger wichtig als der eigene Hegemonieanspruch im Mittleren Osten.
Keystone
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Der Iran wäre bereit, auch einen anderen syrischen Führer als Präsident Bashar al-Assad zu akzeptieren. Allerdings gehe es im Syrienkonflikt nicht um Assad, sagte heute der iranische Präsident Hassan Rohani an einem Treffen mit Kommandanten der Revolutionsgarden in Teheran. «Syrien muss in erster Linie zur Stabilität zurückfinden. Und dann werden auch wir bei einem demokratischen Prozess jeden Präsidentschaftskandidaten, der die Mehrheit der Stimmen erhält, akzeptieren», sagte Rohani laut Nachrichtenagentur Fars.

Rohani warf dem Westen vor, über den Syrienkonflikt die Verhältnisse im Nahen Osten ändern zu wollen. «Dabei soll in erster Linie Israel gestärkt und die antiisraelische Front geschwächt werden.» Aber wie in Afghanistan und im Irak würden die westlichen und amerikanischen Rechnungen auch in Syrien nicht aufgehen, prophezeite Rohani.

Diplomatische Initiative begrüsst

Syrien ist der engste Verbündete des Iran im Kampf gegen Erzfeind Israel. Teheran ist vehement gegen einen westlichen Militäreinsatz in Syrien und hat daher die russisch-amerikanische Übereinkunft zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen auch begrüsst.

Teheran hofft, dass damit auch die Kriegsoption vom Tisch sei und das syrische Volk nun intern über die politische Zukunft des Landes entscheiden könne. Dennoch ist es ein offenes Geheimnis, dass die iranischen Führer, auch Rohani, einen Verbleib Assads an der Macht vorziehen würden.

(SDA)

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