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Auch die Hoffnung auf Frieden ist gestorben

Nach dem Tod von Ex-Präsident Saleh droht der Jemen, weiter zu zerfallen.

Im Jemen hat der Bürgerkrieg binnen 48 Stunden zwei abrupte Wendungen genommen. Erst kündigte Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh seine Zweckallianz mit den Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Die Folge waren schwere Kämpfe in Sanaa, aber auch die Hoffnung, dass sich aus der Volte des 75-Jährigen endlich eine Perspektive auf Frieden entwickelt – obwohl Saleh, nach 33 Jahren an der Macht 2011 gestürzt, massgeblich mitverantwortlich ist für das Desaster im ärmsten Land der arabischen Welt.

In Riad und Abu Dhabi feierte man schon den Coup, das Bündnis gebrochen zu haben, das einem gnadenlosen Bombenkrieg zweieinhalb Jahre standgehalten hat. Endlich hatten sie Aussicht auf einen Erfolg im Stellvertreterkampf mit dem Iran – bis zur Meldung von Salehs Tod. Der Aufstand gegen die Huthis dürfte damit erledigt sein; sie haben wieder die Kontrolle in Sanaa. In der politischen Architektur des Jemen ist eine zentrale Säule zerbrochen. Es ist unklar, wer diese Lücke füllen kann, wem sich die Einheiten der Republikanischen Garde und der Armee anschliessen, die auf Salehs Befehle hörten.

Für den Jemen heisst das nichts Gutes. Es wächst die Gefahr, dass der Staat weiter zerfällt. Dass der Konflikt zwischen dem Iran und Saudiarabien sich zuspitzt. Und dass das Leid der Zivilbevölkerung noch grösser wird.

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