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Ausschreitungen nach Urteilen gegen Regimegegner

In Bahrain droht ein erneutes Aufflammen der Unruhen. Nachdem acht Oppositionelle zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, ist es zu Krawallen gekommen.

ami, rub
Lässt der Opposition keine Chance: Bahrains Premierminister Scheich Khalifa ben Salman el Khalifa.
Lässt der Opposition keine Chance: Bahrains Premierminister Scheich Khalifa ben Salman el Khalifa.
Keystone

Nach den Urteilen eines Sondergerichts gegen schiitische Regimegegner haben sich in Bahrain am Mittwoch Demonstranten und Polizei Kämpfe geliefert. Nach Angaben von Augenzeugen gingen die Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen Aktivisten vor, die in Richtung eines zentralen Platzes in der Hauptstadt Manama strömten. Beobachter befürchteten ein erneutes Aufflammen der seit Wochen ruhenden gewaltsamen Proteste im Land.

Wegen Verschwörung zum Sturz des sunnitischen Herrscherhauses verhängten die Richter am Vormittag lebenslange Haftstrafen gegen acht Oppositionelle, unter ihnen der Führer der Schiiten in Bahrain, Hassan Muschaima, sowie der prominente Aktivist Abduldschalil Al Singace, wie die staatliche Nachrichtenagentur Bahrain News Agency berichtete. Der als Reformer bekannte Ibrahim Scharif wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, weitere 21 Angeklagte bekamen bis zu 15 Jahre. Gegen sieben Personen wurde in Abwesenheit verhandelt.

Demonstranten errichten Sperren

Die Frau eines Aktivisten rief noch während der Urteilsverkündung: «Unser Volk verlangt Freiheit». Wegen der erwarteten harten Strafen hatten oppositionelle Schiiten in der Umgebung bereits mehrere Strassen blockiert, indem sie Sperren aus Sand und Schutt errichteten. Als sie am Nachmittag zu dem Platz weiterzogen, der im Frühjahr zum Schauplatz der heftigen Proteste gegen das Regime geworden war, eskalierte die Lage offenbar. Berichte über Verletzte lagen zunächst aber nicht vor.

Die schiitische Opposition protestiert seit Februar gegen das sunnitische Herrscherhaus in Bahrain und fordert grössere politische Freiheiten. Mitte März verhängte der König den Ausnahmezustand und räumte damit den Streitkräften zahlreiche Machtbefugnisse gegen die Opposition ein. Ausserdem wurden ausländische Truppen ins Land geholt, um die Protestbewegung zu unterdrücken. Mehr als 30 Menschen kamen bei den Zusammenstössen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften ums Leben. Hunderte Regimegegner und Menschenrechtler sowie schiitische Ärzte, Rechtsanwälte und Athleten wurden festgenommen.

(dapd)

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