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«Bei jeder dritten Hochzeit wird ein Kind verheiratet»

Miraj Pradhan von Unicef berichtet, dass es sich viele syrische Flüchtlingsfamilien nicht mehr leisten können, ihre Kinder zu ernähren. Deshalb würden immer häufiger die Mädchen verkuppelt.

Syrische Flüchtlingsmädchen spielen in den Aussenbezirken der jordanischen Hauptstadt Amman. Foto: Khalil Hamra (AP, Keystone)
Syrische Flüchtlingsmädchen spielen in den Aussenbezirken der jordanischen Hauptstadt Amman. Foto: Khalil Hamra (AP, Keystone)

Wenn wir Bilder betrachten aus den Lagern in Jordanien, auch aus dem berüchtigten Zaatari-Camp, sehen wir fast immer lachende und gut ernährte syrische Flüchtlingskinder. Wird deren Trauma überschätzt?

Das Problem ist, dass die Medien nur die Lager besuchen. Über eine halbe Million Flüchtlinge leben jedoch irgendwo in ­Jordanien, bei Verwandten, in Herbergen oder einer leer stehenden Wohnung. Diese Flüchtlingsfamilien sind weniger geschützt und versorgt als jene in den Lagern. Obwohl natürlich nur jene Familien ins Lager kommen, die es sich nicht leisten können, ausserhalb zu leben. Die Kinder in den Lagern sind zuversichtlicher, weil sie sich sicherer fühlen. Und sie haben oft die Freunde von zu Hause im Lager um sich herum. In den jordanischen Dörfern dagegen sind die Flüchtlingsfamilien isoliert. Aber wir arbeiten auch mit den Kindern dieser Familien.

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