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Blutige Ostern in Nigeria

Im Kaduna detonierte während eines Ostergottesdienstes eine Bombe. Dabei wurden mindestens 38 Menschen getötet. Zuvor waren 22 Menschen beim Einsturz einer Kirche gestorben.

Ziel des Attentats war eine christliche Kirche: Ein Man geht an einem zerstörten Auto vorbei. (8. April 2012)
Ziel des Attentats war eine christliche Kirche: Ein Man geht an einem zerstörten Auto vorbei. (8. April 2012)
Keystone
Der Attentäter hatte versucht, in eine Kirche zu fahren: Soldaten und Passanten stehen um die Reste des detonierten Autos. (8. April 2012)
Der Attentäter hatte versucht, in eine Kirche zu fahren: Soldaten und Passanten stehen um die Reste des detonierten Autos. (8. April 2012)
Keystone
Das Land leidet seit Monaten unter dem Terror: Nach dem Anschlag brennen Gegenstände auf der Strasse in Kaduna. (8. April 2012)
Das Land leidet seit Monaten unter dem Terror: Nach dem Anschlag brennen Gegenstände auf der Strasse in Kaduna. (8. April 2012)
AFP
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Einem Selbstmordanschlag in der nigerianischen Stadt Kaduna sind am Osterwochenende mindestens 38 Menschen zum Opfer gefallen. Bei der Explosion am Sonntag wurden zwei christliche Kirchen stark beschädigt, in denen Gläubige an Ostergottesdiensten teilnahmen.

Kurz nach einem Anschlag mit mindestens 20 Toten nahe einer Kirche im muslimisch geprägten Norden erlitten bei einem Anschlag in der Stadt Jos am Sonntag zahlreiche Menschen Verletzungen. Am Montag gaben die Sicherheitskräfte den gewaltsamen Tod von sieben weiteren Menschen bekannt.

Der erste Anschlag ereignete sich am Sonntagvormittag in Kaduna, einem Wirtschaftszentrum im Norden Nigerias. Einem Vertreter der Rettungskräfte zufolge explodierten zwei mit Sprengstoff präparierte Autos gegenüber einer Kirche. Eines der Fahrzeuge wurde laut Polizei von einem Selbstmordattentäter gesteuert.

Durch die heftige Explosion während des Gottesdienstes wurden demnach mindestens 20 Menschen getötet und rund 30 weitere verletzt.

Für einen islamischen Gottesstaat

Hinter den Anschlägen wurde die Islamisten-Gruppe Boko Haram vermutet; diese kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates im muslimischen Norden des westafrikanischen Landes. Boko Haram orientiert sich an den Zielen der afghanischen Taliban.

Vor allem die Bombenexplosion in Kaduna weckte Erinnerungen an die Anschläge von Boko Haram auf Kirchen an den Weihnachtstagen.

In der nordöstlichen Stadt Dikwa gab es in der Nacht zum Montag einen Angriff, für den die Polizei Boko Haram verantwortlich machte. Insgesamt starben dabei sechs Menschen, unter ihnen ein Politiker, ein Polizist, ein Zivilist und die drei Angreifer, die von der Armee getötet wurden.

In Potiskum sei bei einem weiteren mutmasslichen Boko-Haram- Überfall ein Mädchen getötet worden, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit.

Papst ruft zu Respekt auf

Papst Benedikt XVI. nahm in seiner Osterbotschaft Bezug auf die «blutigen terroristischen Anschläge» der vergangenen Monate in Nigeria und wünschte, dass es gelinge, dort eine «friedliche Gesellschaft» aufzubauen. Er rief nach dem Ostergottesdienst im Vatikan zum «Respekt der Religionsfreiheit» in Nigeria auf.

Präsident Goodluck Jonathan sagte, die Nigerianer sollten weiter darauf vertrauen, dass sie «die aktuellen Herausforderungen gemeinsam überwinden». Die Nigerianer seien ein «gläubiges Volk», das «niemals der Hoffnungslosigkeit verfallen» dürfe.

Auch Tote bei Kircheneinsturz

Das Osterfest wurde in Nigeria auch vom Einsturz einer Kirche infolge eines Sturms überschattet. Wie ein Behördensprecher am Sonntag mitteilte, kamen dabei 22 Menschen ums Leben, und 31 weitere wurden verletzt, als die katholische Kirche St. Robert in Adambge in Bundesstaat Benue einstürzte.

dapd/sda/rub/kpn/kle

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