Boko Haram und IS rücken näher zusammen

Gemäss Angaben der US-Regierung wächst die Zusammenarbeit zwischen Boko Haram und dem IS. Beide Terrorgruppen gewinnen Macht im Kampf um Libyen.

Aus den Fängen der Terroristen befreit: Die von Boko Haram gekidnappten Frauen und Mädchen bei ihrer Ankunft am Militärstützpunkt Maiduguri in Nigeria. (30. Juli 2015)

Aus den Fängen der Terroristen befreit: Die von Boko Haram gekidnappten Frauen und Mädchen bei ihrer Ankunft am Militärstützpunkt Maiduguri in Nigeria. (30. Juli 2015) Bild: Keystone

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Die nigerianische Terrororganisation Boko Haram schickt US-Informationen zufolge Kämpfer zur Unterstützung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Libyen. Alles deute darauf hin, dass die Kontakte und die Kooperation zwischen den radikalen Gruppen immer intensiver würden.

Neben der Entsendung von Kämpfern gebe es auch eine logistische Unterstützung, sagte US-Vizeaussenminister Antony Blinken am Freitag bei einem Besuch in Nigeria. Die USA unterstützen die nigerianische Armee im Kampf gegen Boko Haram mit der Lieferung gepanzerter Fahrzeuge.

Auch UN-Sicherheitsrat ist besorgt

Auch der UN-Sicherheitsrat hat sich besorgt über die Verbindung der nigerianischen Islamistengruppe Boko Haram mit dem IS gezeigt. Am Vorabend eines Gipfeltreffens in Nigeria über die Bekämpfung der Gruppe, begrüsste das UN-Gremium am Freitag die «wichtige Initiative» des nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari im Kampf gegen Boko Haram. Zu der Konferenz am Samstag werden auch Frankreichs Staatschef François Hollande, der US-Vizeaussenminister Antony Blinken und der britische Aussenminister Philip Hammond erwartet.

Der Gipfel müsse dazu beitragen, eine «umfassende Strategie» zu entwickeln, wie mit der Krise umzugehen sei. Das betreffe «Regierungs-, Sicherheits-, Entwicklungs- sowie sozioökonomische und humanitäre Dimensionen», heisst es in der von den USA in den Sicherheitsrat eingebrachten Erklärung. Darin zeigen sich die Sicherheitsratsmitglieder besorgt, dass die Aktivitäten von Boko Haram «Frieden und Stabilität der Regionen West- und Zentralafrika weiter destabilisieren».

Treueschwur für den IS

An die Länder Kamerun, Niger und Tschad ergeht die Aufforderung in einer regionalen multinationalen Militärkooperation Boko Haram weiter gemeinsam zu bekämpfen. Boko Haram selbst wird aufgefordert, «unverzüglich» jedwede Gewalt und Verstösse gegen die Menschenrechte zu stoppen.

Boko Haram hatte im März 2015 dem IS die Treue geschworen und bezeichnet sich selbst seitdem als Islamischer Staat in der Provinz Westafrika. Es ist aber offen, ob Boko Haram praktische Unterstützung von der IS-Miliz erhalten hat. In den vergangenen zwölf Monaten wurde die Islamistengruppe von der nigerianischen Armee und den Streitkräften der Nachbarländer deutlich zurückgedrängt.

Kampf um Libyen

Die Terrormiliz IS hat Teile des Iraks und Syriens erobert und fasst auch in Libyen immer mehr Fuss. Das nordafrikanische Land versinkt seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi 2011 im Chaos. Boko Haram kämpft seit 2009 für einen eigenen islamischen Staat im Norden Nigerias nach den Grundsätzen der Scharia. Boko Haram hat Tausende Menschen getötet und Hunderte verschleppt, vor allem Frauen und Mädchen. (chi/sda)

Erstellt: 14.05.2016, 03:07 Uhr

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