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Damaskus will Kurden im Kampf gegen die Türkei helfen

«Volkskräfte werden binnen Stunden in Afrin eintreffen, um den Widerstand des Volkes (...) zu unterstützen», meldet die Agentur Sana.

Der Kampf um Afrin: Soldaten der Freien Syrischen Armee bereiten in der Kurdenregion einen Panzerbeschuss vor. (18. Februar 2018)
Der Kampf um Afrin: Soldaten der Freien Syrischen Armee bereiten in der Kurdenregion einen Panzerbeschuss vor. (18. Februar 2018)
KHALIL ASHAWI, Reuters

Am Vortag hatte die YPG bekanntgegeben, dass sie ihre Kräfte mit den Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad bündeln wolle. Die syrische Armee werde Grenzposten in der Region Afrin stationieren, sagte der ranghohe Kurdenvertreter Badran Jia Kurd der Nachrichtenagentur Reuters. Die Vereinbarung sei zunächst rein militärisch.

Die Kurden in Afrin hatten zuvor die Assad-Armee mehrfach zur Hilfe gegen die Türkei aufgerufen. Die Regierung in Damaskus verurteilte zwar die «Aggression» der Türkei und drohte mit dem Abschuss türkischer Kampfflugzeuge, doch intervenierte sie bisher nicht.

Das Verhältnis der syrischen Regierung zu den Kurden im Norden des Landes ist ambivalent. In dem Bürgerkrieg haben sie weitgehend direkte militärische Zusammenstösse vermieden und zeitweise gemeinsam gegen Extremistengruppen gekämpft.

Vereinzelt kam es aber auch zu Kampfhandlungen zwischen ihnen. Unterschiedliche Vorstellungen haben sie über die Zukunft Syriens. Assad will das gesamte Land wieder unter seine Kontrolle bringen. Die Kurden beherrschen inzwischen aber grosse Gebiete im Norden des Landes und wollen diese nicht aufgeben.

Geeint sind sie aber im Widerstand gegen die Türkei, die im Januar eine Militärinvasion in Syrien begann, um die YPG zu zerschlagen und eine Sicherheitszone an der Grenze zu schaffen. Die Türkei betrachtet die YPG als terroristische Organisation mit Verbindungen zur Kurdischen Arbeiterpartei PKK, die für Autonomie der Kurden in der Türkei kämpft.

Keine politische Annäherung

Russland und die USA haben die türkische Offensive gegen die YPG in Afrin geduldet, obwohl beide gute Beziehungen zu der Kurdenmiliz unterhalten. Die USA schätzen die Gruppe als schlagkräftigen Verbündeten gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und wollen trotz der vehementen Kritik der Türkei auch weiter an dem Bündnis mit der YPG festhalten. Damit könnte es in Nordsyrien zu einer direkten Konfrontation zwischen den Nato-Partnern Türkei und USA kommen.

Die YPG sieht ihre Bündnisse pragmatisch. «Wir können mit jeder Seite kooperieren, die uns eine helfende Hand reicht im Lichte der barbarischen Verbrechen und des internationalen Schweigens dazu», sagte Kurdenführer Jia Kurd angesichts der türkischen Invasion.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte die syrische Armee kurdischen Kämpfern erlaubt, auf dem Weg nach Afrin von ihr kontrolliertes Gebiet zu durchqueren. Eine politische Annäherung an die syrische Regierung sieht die YPG in der militärischen Kooperation ausdrücklich nicht.

SDA

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