Zum Hauptinhalt springen

«Das Ende eines langen und schmerzvollen Kapitels»

Nach Merkel, Sarkozy und Berlusconi hat sich nun auch US-Präsident Obama geäussert. Er ruft das libysche Volk zum Aufbau eines «demokratischen und toleranten» Landes auf.

rub
Das libysche Volk habe nun die Chance, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. US-Präsident Barack Obama äusserte sich zum Tod Ghadhafis. (20.10.2011).
Das libysche Volk habe nun die Chance, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. US-Präsident Barack Obama äusserte sich zum Tod Ghadhafis. (20.10.2011).
Keystone
«Libyen muss ein moderner demokratischer Staat werden» – die Worte des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. (19.7.11)
«Libyen muss ein moderner demokratischer Staat werden» – die Worte des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. (19.7.11)
Reuters
Wünschen sich einen umfassenden Neubeginn in Libyen: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle in Berlin. (27. März 2011)
Wünschen sich einen umfassenden Neubeginn in Libyen: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle in Berlin. (27. März 2011)
Keystone
Vor zwei Jahren verhandelte der französische Präsident Nicolas Sarkozy während des G8-Gipfels im italienischen Aquila noch mit Ghadhafi. Heute bezeichnet er das Verschwinden von Muammar al-Ghadhafi als «eine wichtige Etappe». (10.7.2009)
Vor zwei Jahren verhandelte der französische Präsident Nicolas Sarkozy während des G8-Gipfels im italienischen Aquila noch mit Ghadhafi. Heute bezeichnet er das Verschwinden von Muammar al-Ghadhafi als «eine wichtige Etappe». (10.7.2009)
Keystone
Präsident des EU-Rates Herman Van Rompuy (l.) und Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel. (17. Oktober 2011)
Präsident des EU-Rates Herman Van Rompuy (l.) und Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel. (17. Oktober 2011)
Keystone
«Wir haben lange auf diesen Moment gewartet»: Der Vorsitzende des libyschen Übergangsrats, Mahmoud Jibril. (30. September 2011)
«Wir haben lange auf diesen Moment gewartet»: Der Vorsitzende des libyschen Übergangsrats, Mahmoud Jibril. (30. September 2011)
Keystone
Der britische Premierminister David Cameron:«Ich denke, heute ist ein Tag, sich aller Opfer von Oberst Gaddafi zu erinnern.»
Der britische Premierminister David Cameron:«Ich denke, heute ist ein Tag, sich aller Opfer von Oberst Gaddafi zu erinnern.»
Keystone
1 / 9

US-Präsident Barack Obama hat die libysche Bevölkerung nach dem Tod Ghadhafis zum Aufbau eines «demokratischen und toleranten» Landes aufgerufen. Ghadhafis Tod markiere «das Ende eines langen und schmerzvollen Kapitels», sagte Obama in Washington. Der Nationale Übergangsrat müsse nun «freie und faire» Wahlen organisieren. Ausserdem rief der Präsident die neue Führung auf, gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft Waffenbestände und gefährliche Materialien zu sichern und die Menschenrechte aller Libyer zu respektieren.

Obama räumte ein, dass Libyen vor einem «langen und kurvenreichen Weg zu einer vollen Demokratie» stehe. Die Vereinigten Staaten seien aber gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft bereit, der libyschen Bevölkerung zur Seite zu stehen. Für die arabische Welt zeige der Tod Ghadhafis einmal mehr, dass «die Herrschaft der eisernen Faust» unweigerlich zu einem Ende komme.

Deutschland optimistisch

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt sich optimistisch nach dem Tod von Ghadhafi: «Damit geht ein blutiger Krieg zu Ende, den Ghadhafi gegen sein eigenes Volk geführt hat. Der Weg ist nun endgültig frei für einen politischen Neuanfang in Frieden.» Die Kanzlerin betonte, dass Libyen nun «zügig weitere entschlossene Schritte in Richtung Demokratie gehen und die bisherigen Errungenschaften des Arabischen Frühlings unumkehrbar machen müsse». Dabei werde Deutschland das Land auch auf dem Weg nationaler Versöhnung «begleiten und unterstützen». Ähnlich fiel die Reaktion von Bundesaussenminister Guido Westerwelle (FDP): «Wir hoffen, dass für Libyen jetzt ein neues Zeitalter beginnt. Wir stehen an der Seite des neuen Libyen auf dem Weg in eine bessere, friedliche und demokratische Zukunft.»

Premierminister David Cameron hingegen gedenkt der vielen Opfer, die das Ghadhafi-Regime gefordert hat: «Ich denke, heute ist ein Tag, sich aller Opfer von Oberst Ghadhafi zu erinnern.» Für den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy ist «das Verschwinden von Muammar al-Ghadhafi eine wichtige Etappe im seit acht Monaten geführten Kampf des libyschen Volkes, sich von einem diktatorischen und gewalttätigen Regime zu befreien». Dem pflichtet auch Aussenminister Alain Juppé bei: «Es ist das Ende von 42 Jahren der Tyrannei. Frankreich ist stolz, dem libyschen Volk geholfen zu haben.» Der russische Präsident Dmitri Medwedew richtete sich direkt an die Vertreter des Übergangsrates und der verschiedenen Stämme und mahnte zu einer Einigung über die künftige Regierung auf. «Libyen muss ein moderner demokratischer Staat werden», sagte er.

Ein Sprichwort von Silvio Berlusconi

«Sic transit gloria mundi» – so vergeht der Ruhm der Welt: Mit diesen Worten reagierte der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi auf die Berichte über den Tod seines einstigen Freundes Muammar al-Ghadhafi.

Er fügte hinzu: «Jetzt ist der Krieg vorbei.» Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Aussenminister Franco Frattini bezeichnete Ghadhafis Festnahme als «grossen Sieg für das libysche Volk».

EU: Ende einer Ära

Auch die Europäische Union sieht «ein Ende der Ära von Gewaltherrschaft und Unterdrückung, unter der das libysche Volk zu lange gelitten hat». In einer Erklärung von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso heisst es: «Heute kann Libyen eine neue Seite in seiner Geschichte aufschlagen und eine neue demokratische Zukunft beginnen.»

Die politische EU-Spitze forderte den Nationalen Übergangsrat Libyens auf, einen «breit angelegten Prozess der Aussöhnung» einzuleiten. Dieser müsse sich an alle Libyer richten und einen «demokratischen, friedlichen und transparenten Übergang im Land ermöglichen».

Freude beim Übergangsrat

Der Chef der libyschen Übergangsregierung, Mahmoud Jibril, bestätigte in Tripolis den Tod des früheren Machthabers. «Wir haben lange auf diesen Moment gewartet», erklärte er vor Journalisten.

Zuvor hatte Informationsminister Mahmud Shamman erklärt, Gaddafi sei bei den Kämpfen in seiner Geburtsstadt Sirte ums Leben gekommen. Dabei berief er sich auf Kämpfer, die den Leichnam gesehen hätten.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch