Zum Hauptinhalt springen

Das Regime Assad will mit Guerillas gegen Rebellen vorgehen

Weil die syrische Armee nicht für den Guerilla-Kampf ausgebildet ist, will Bashar Assad offenbar eine paramilitärische Truppe bilden. Damaskus wurde derweil durch einen vollständigen Stromausfall lahmgelegt.

Sollen durch Paramilitärs unterstützt werden: Ein Soldat der syrischen Armee durchsucht ein Viertel von Damaskus. (13. Januar 2013)
Sollen durch Paramilitärs unterstützt werden: Ein Soldat der syrischen Armee durchsucht ein Viertel von Damaskus. (13. Januar 2013)
Keystone

Die syrische Regierung will nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation eine paramilitärische Truppe im Kampf gegen die Rebellen einführen. Die Armee sei nicht für den Guerilla-Kampf ausgebildet, sagte der Chef der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman,der Nachrichtenagentur AFP. Die Regierung von Präsident Bashar al-Assad habe sich deshalb zur Schaffung einer Armee zur nationalen Verteidigung entschieden.

Die Armee zur nationalen Verteidigung vereine Volkskomitees und zivile Unterstützer der Regierung, sagte Rahman. Bei den Zivilisten handle es sich um Bürger, die in ihren Städten zu den Waffen gegriffen hätten, um Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) an deren Eroberung zu hindern.

Von Iran ausgebildet?

Rahman zufolge gehören zahlreiche Mitglieder der neuen paramilitärischen Truppe der regierenden Baath-Partei an. Unter ihnen seien Frauen und Männer aller Konfessionen.

Die Internetseite «Russia Today» hatte am Freitag berichtet, die Armee zur nationalen Verteidigung solle parallel zu den Regierungstruppen agieren und es diesen erlauben, sich auf die Kampfhandlungen zu konzentrieren. Die paramilitärische Truppe solle hingegen «Stadtteile gegen bewaffnete Männer verteidigen».

Rahman warf dem Syrien-Verbündeten Iran vor, eine Rolle bei der Ausbildung der neuen Truppe zu spielen. Die Armee zur nationalen Verteidigung verfüge über eine im Iran ausgebildete Elitetruppe, sagte Rahman.

Die syrische Regierung setzt seit Beginn des Konflikts bereits Milizen, die sogenannten Shabiha, ein, denen die schwersten Massaker vorgeworfen werden. Laut dem Aktivisten Hadi Abdallah ist die neue Truppe bereits im zentralsyrischen Homs im Einsatz.

Ganz Damaskus ohne Strom

Derweil hat der Konflikt erstmals eine Auswirkung auf ganz Damaskus. In der Nacht auf Montag hat ein Stromausfall erstmals die ganze syrische Hauptstadt und weite Teile Südsyriens in vollständige Dunkelheit und Kälte versetzt. Die syrische Regierung machte die Rebellen für den Zusammenbruch des Netzes verantwortlich. Bewaffnete Terroristen hätten bei einem Angriff die Hauptversorgungsleitung beschädigt, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur SANA den zuständigen Minister, Imad Chamis. Seinen Angaben zufolge war die Stromversorgung in der Hälfte der Stadt am Nachmittag wieder hergestellt.

Dutzende Rebellengruppen sind im Grossraum Damaskus aktiv, doch niemand übernahm die Verantwortung für den Stromausfall. Anwohner sagten, sie hätten ihre Zweifel, dass die Aufständischen den Stromausfall ausgelöst hätten.

In den vergangenen Wochen hatte es in Damaskus mehrfach Probleme mit der Elektrizität gegeben, jedoch nie in diesem Ausmass. Der Wegfall der Stromversorgung traf die Bewohner angesichts grassierender Ölknappheit und der nächtlichen Temperaturen unter Null Grad besonders hart.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch