Zum Hauptinhalt springen

«Den Koran lesen sie erst im Gefängnis»

Der amerikanische Psychiater Marc Sageman hat die Biografien von islamistischen Terroristen ausgewertet. Im Gegensatz zu anderen bestreitet er, dass Religion entscheidend ist.

Ausdruck eines globalen Phänomens: Muslime demonstrieren in Frankfurt für einen radikalislamischen Prediger.
Ausdruck eines globalen Phänomens: Muslime demonstrieren in Frankfurt für einen radikalislamischen Prediger.
Reuters

Sie vertreten die Auffassung, der islamistische Terrorismus sei ein Problem der Adoleszenz. Ist er nicht eher ein «Krieg der Armen»?

Nein. Viele Terroristen sind ja reich – siehe Osama Bin Laden. Die meisten Terrorwellen haben ihren Ursprung in der Elite; politischer Protest beginnt dort. Bürger, die politisch aktiv sind, sind meistens gebildet. Sie wollen die Welt verändern. Mit der Zeit verbreiten sich die Ideen dieser Elite auch unter den ärmeren Leuten. Gleichzeitig degenerieren die Ideen. Aber Terrorismus ist nicht der Kampf der Armen. Auch in den Sechzigerjahren war es eine Elite, die aufbegehrte und dann kämpfte.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.