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Der Chronist des Terrors

Als der Islamische Staat die irakische Millionenstadt Mosul terrorisierte, setzte Omar Mohammed sein Leben aufs Spiel: Er blieb und zeigte der Welt die Verbrechen der Islamisten.

Moritz Baumstieger, Paul-Anton Krüger
Der 31-jährige Historiker Omar Mohammed recherchiert in europäischen Bibliotheken für seine Doktorarbeit. Foto: AP, Keystone
Der 31-jährige Historiker Omar Mohammed recherchiert in europäischen Bibliotheken für seine Doktorarbeit. Foto: AP, Keystone

Seine Nachmittage verbrachte Omar Mohammed am liebsten im Spital. Er besuchte einen Freund, der dort als Arzt arbeitete, und wenn der sich während einer langen Schicht ein wenig hinlegte, lieh sich Mohammed den weissen Kittel und lief über die Gänge, fragte Patienten nach ihren Verletzungen, plauderte mit wartenden Angehörigen. Dann schaute sich Mohammed mit seinem Freund einen der amerikanischen Spielfilme an, die der auf einer Festplatte gesichert hatte. Solches Teufelszeug zu besitzen, konnte im Islamischen Staat (IS) tödlich sein, doch die Wachen des IS kamen nie ins Zimmer der Ärzte. Und während sie in Hollywoods Traumwelten versanken, stellte Mohammed auch dem Freund, wie nebenbei, ein paar Fragen: Wie viele Tote wurden letzte Nacht hergebracht? Wie viele Menschen wurden von Bomben zerfetzt, wie viele nur verletzt? Haben die Verrückten wieder jemandem die Hand abgehackt? Oder den Kopf?

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