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Der Jasmin ist verwelkt

Dreieinhalb Jahre nach der Revolution sind viele Tunesier davon enttäuscht, wie wenig sich ihr Land verändert hat. Vor der Parlamentswahl vom Sonntag wächst die Sehnsucht nach einer nationalen Vaterfigur.

Gerade bei der Jugend ist die Euphorie über die Freiheit verflogen: Junge Frau vor Wahlplakaten in Tunis. Foto: Hassene Dridi (AP Photo)
Gerade bei der Jugend ist die Euphorie über die Freiheit verflogen: Junge Frau vor Wahlplakaten in Tunis. Foto: Hassene Dridi (AP Photo)

Es sind Bilder, die starke Emotionen wecken bei vielen Tunesiern. «7½» heisst die neue Dokumentation des bekannten Filmemachers Nejib Belkadhi, die seit dem 1. Oktober in den Kinos läuft. Sie versetzt die Menschen zurück in die Zeit der Revolution. Mehr als 200 Stunden hat der 44-Jährige damals gedreht, von der Flucht des Diktators Zine al-Abidine Ben Ali bis zu den ersten freien Wahlen am 23. Oktober 2011. «23 Jahre waren wir an den Rand gedrängt, aber in zwei Monaten haben wir uns ein politisches Bewusstsein geschaffen. Da haben wir angefangen, uns frei zu fühlen», ruft am Anfang des Films ein junger Mann. «Und jemand, der endlich zu atmen gelernt hat, hält sich nicht mehr die Nase zu!»

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