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Der Jemen steuert auf syrische Verhältnisse zu

Das Regime von Präsident Saleh beteuert seine Reformbereitschaft. Doch die Gewalt gegen unbewaffnete Demonstranten geht nach einem blutigen Wochenende unvermindert weiter. Ein Kind starb im Kugelhagel.

ami
Auch nach dem Rücktritt Salehs gehen die Proteste und die Gewalt weiter: Demonstranten auf einem gepanzerten Fahrzeug übergelaufener Soldaten in Sanaa. (24. November 2011)
Auch nach dem Rücktritt Salehs gehen die Proteste und die Gewalt weiter: Demonstranten auf einem gepanzerten Fahrzeug übergelaufener Soldaten in Sanaa. (24. November 2011)
Reuters
Jubel nach Salehs Rücktritt in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. (23. November 2011)
Jubel nach Salehs Rücktritt in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. (23. November 2011)
Reuters
Dreimal hatte er im letzten Moment die Unterschrift verweigert: Ali Abdullah Saleh unterzeichnet sein Rücktrittsabkommen in der saudischen Hauptstadt Riad. (23. November 2011)
Dreimal hatte er im letzten Moment die Unterschrift verweigert: Ali Abdullah Saleh unterzeichnet sein Rücktrittsabkommen in der saudischen Hauptstadt Riad. (23. November 2011)
Keystone
Die Unterzeichnung erfolgte im Beisein von König Abdullah von Saudiarabien. (23. November 2011)
Die Unterzeichnung erfolgte im Beisein von König Abdullah von Saudiarabien. (23. November 2011)
Keystone
Die UNO will Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh zum Ende des Blutvergiessens aufrufen: Ein Demonstrant fordert den Rücktritt des Diktators in der Hauptstadt Sanaa. (18. Oktober 2011)
Die UNO will Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh zum Ende des Blutvergiessens aufrufen: Ein Demonstrant fordert den Rücktritt des Diktators in der Hauptstadt Sanaa. (18. Oktober 2011)
Reuters
Panik in den Strassen: Demonstranten fliehen vor der Armee und den Heckenschützen. (15. Oktober 2011)
Panik in den Strassen: Demonstranten fliehen vor der Armee und den Heckenschützen. (15. Oktober 2011)
Reuters
«Das Volk will, dass der Schlächter vor Gericht kommt»: Demonstranten ziehen durch Sanaa. (25. September 2011)
«Das Volk will, dass der Schlächter vor Gericht kommt»: Demonstranten ziehen durch Sanaa. (25. September 2011)
Keystone
Erneut blutig niedergeschlagen: Mitglieder der Opposition demonstrieren in Sanaa gegen Saleh. (24. September 2011)
Erneut blutig niedergeschlagen: Mitglieder der Opposition demonstrieren in Sanaa gegen Saleh. (24. September 2011)
Reuters
Die Rückkehr des Präsidenten mobilisiert die Massen: Kundgebung in Sanaa. (23. September 2011)
Die Rückkehr des Präsidenten mobilisiert die Massen: Kundgebung in Sanaa. (23. September 2011)
Reuters
Unter Beschuss trotz Waffenruhe: Gegner der jemenitischen Regierung tragen einen Verletzten weg. (20. September 2011)
Unter Beschuss trotz Waffenruhe: Gegner der jemenitischen Regierung tragen einen Verletzten weg. (20. September 2011)
Reuters
Chaos in den Strassen: Rauch steigt während der Demonstrationen in Sanaa auf. (19. September 2011)
Chaos in den Strassen: Rauch steigt während der Demonstrationen in Sanaa auf. (19. September 2011)
Reuters
Armee nimmt keine Rücksicht: Ein verwundetes Kind wird von einem Arzt ins Spital getragen, ...
Armee nimmt keine Rücksicht: Ein verwundetes Kind wird von einem Arzt ins Spital getragen, ...
Keystone
... wo es später stirbt. (19. September 2011)
... wo es später stirbt. (19. September 2011)
/AP, Keystone
Im Spital wird jeder Platz ausgenützt: Die verwundeten Demonstranten müssen auf dem Boden liegen, weil die Betten schon besetzt sind. Die Armee hat wahllos auf die Menschen geschossen. (19. September 2011)
Im Spital wird jeder Platz ausgenützt: Die verwundeten Demonstranten müssen auf dem Boden liegen, weil die Betten schon besetzt sind. Die Armee hat wahllos auf die Menschen geschossen. (19. September 2011)
Keystone
Die Lage spitzt sich zu, als die Armee auf Demonstranten schiesst: Ein Verletzter wird weggetragen. (18. September 2011)
Die Lage spitzt sich zu, als die Armee auf Demonstranten schiesst: Ein Verletzter wird weggetragen. (18. September 2011)
/AP, Keystone
Zurück auf der Strasse: Hunderttausende demonstrieren in Sanaa gegen das Regime...
Zurück auf der Strasse: Hunderttausende demonstrieren in Sanaa gegen das Regime...
Reuters
...unter dem Schutz einer ehemaligen Armee-Einheit: Desertierte Soldaten sichern die Lage. (4. September 2011)
...unter dem Schutz einer ehemaligen Armee-Einheit: Desertierte Soldaten sichern die Lage. (4. September 2011)
Reuters
Kündigt seine Rückkehr an: Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh während einer Fernsehansprache. (16. August 2011)
Kündigt seine Rückkehr an: Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh während einer Fernsehansprache. (16. August 2011)
Keystone
Gezeichnet vom Bombenangriff: Präsident Ali Abdullah Saleh hat Anfang August das Spital in Saudiarabien verlassen. (Archivbild 10. Juli 2011)
Gezeichnet vom Bombenangriff: Präsident Ali Abdullah Saleh hat Anfang August das Spital in Saudiarabien verlassen. (Archivbild 10. Juli 2011)
Keystone
Der Jemen versinkt im Chaos: Stammesführer bejubeln den vorläufigen Weggang von Präsident Saleh. (6. Juli 2011)
Der Jemen versinkt im Chaos: Stammesführer bejubeln den vorläufigen Weggang von Präsident Saleh. (6. Juli 2011)
Keystone
Die Aufstände nehmen kein Ende: Gegner von Präsident Saleh protestieren auf den Strassen Sanaas. (24. Juli 2011)
Die Aufstände nehmen kein Ende: Gegner von Präsident Saleh protestieren auf den Strassen Sanaas. (24. Juli 2011)
AFP
Jemens Vizepräsident übernimmt am 5. Juni die Geschäfte: Präsident Ali Abdullah Saleh (links) und sein Stellvertreter Abd Rabbu Mansur Hadi (rechts) im Februar. (Archivbild)
Jemens Vizepräsident übernimmt am 5. Juni die Geschäfte: Präsident Ali Abdullah Saleh (links) und sein Stellvertreter Abd Rabbu Mansur Hadi (rechts) im Februar. (Archivbild)
Keystone
Soll schwer verletzt nach Saudiarabien gebracht worden sein: Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh. (4. Juni)
Soll schwer verletzt nach Saudiarabien gebracht worden sein: Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh. (4. Juni)
Keystone
Auch viele Zivilisten wurden bei den Unruhen verletzt: Verwundeter wird in die Universitätsklinik von Sanaa gebracht. (4. Juni)
Auch viele Zivilisten wurden bei den Unruhen verletzt: Verwundeter wird in die Universitätsklinik von Sanaa gebracht. (4. Juni)
Keystone
Wird abtransportiert: Ein verletzter Anhänger des Stammesführers Sheikh Sadeq al-Ahmar erhält erste Hilfe. (4. Juni)
Wird abtransportiert: Ein verletzter Anhänger des Stammesführers Sheikh Sadeq al-Ahmar erhält erste Hilfe. (4. Juni)
Keystone
Von den Unruhen gekennzeichnet: Verletzter Anhänger des Stammesführers Sheikh Sadeq al-Ahmar. (4. Juni)
Von den Unruhen gekennzeichnet: Verletzter Anhänger des Stammesführers Sheikh Sadeq al-Ahmar. (4. Juni)
Reuters
Slogans gegen Saleh: Regierungsgegner in den Strassen von Sanaa. (4. Juni)
Slogans gegen Saleh: Regierungsgegner in den Strassen von Sanaa. (4. Juni)
Reuters
Auch Jugendliche wurden verletzt: Junge in einem Spital in Sanaa. (4. Juni)
Auch Jugendliche wurden verletzt: Junge in einem Spital in Sanaa. (4. Juni)
Reuters
Die Bevölkerung flieht aus der Hauptstadt: Vollgepacktes Auto verlässt Sanaa. (4. Juni)
Die Bevölkerung flieht aus der Hauptstadt: Vollgepacktes Auto verlässt Sanaa. (4. Juni)
Keystone
Blockierte Strasse: Regierungsgegner in Sanaa. (4. Juni)
Blockierte Strasse: Regierungsgegner in Sanaa. (4. Juni)
Keystone
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Nach dem blutigen Sonntag im Jemen mit 26 Toten ist die Gewalt auch heute unvermindert weiter gegangen. Die Republikanische Garde des Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Saleh schoss in der Hauptstadt Sanaa erneut mit scharfer Munition auf unbewaffnete Demonstranten. Über 20 Menschen, unter ihnen ein Kind und drei desertierte Soldaten, seien getötet worden, berichteten Ärzte und Helfer eines improvisierten Lazaretts. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Gegner des Präsidenten hätten in der Nacht ihre Zeltstadt auf dem «Platz des Wandels» (Taghier-Platz) vergrössert, berichteten Augenzeugen. Sicherheitskräfte hätten dann die neuen Zeltbewohner mit Waffengewalt vertrieben. «Die Lage ist sehr angespannt», sagte ein Bewohner der Hauptstadt. Die meisten Geschäfte blieben geschlossen, ebenso die Schulen und Universitäten.

Repression mit Panzern

Auch in anderen Städten des Landes gab es wieder Demonstrationen. Nach Angaben von Ärzten und Augenzeugen wurden in Taes zwei Menschen getötet und dutzende verletzt, als die Sicherheitskräfte unterstützt von Panzern und anderen gepanzerten Fahrzeugen gegen die Demonstranten vorgingen.

Gestern Sonntag hatten Mitglieder der Präsidentengarde nach Angaben der Protestbewegung 26 Demonstranten erschossen. Es war die blutigste Unterdrückung einer Protestkundgebung seit Monaten. Zehntausende Menschen hatten in Sanaa den Rücktritt Salehs gefordert.

Saleh verweigert die Unterschrift

Der seit 1978 regierende Staatschef lässt sich seit einem Bombenanschlag im Juni, bei dem er schwer verletzt wurde, in Saudiarabien behandeln. Seit Mai weigert sich der 69-Jährige beharrlich, einen Plan der Golfstaaten für eine geordnete Übergabe der Macht zu akzeptieren.

Die Protestbewegung, die ihre Demonstrationen im Februar begonnen hatte, fordert kategorisch seinen Rücktritt. Ausserdem will sie Saleh und mehrere hochrangige Funktionäre vor Gericht stellen.

Aussenminister in der Schweiz

Vor dem UNO-Menschenrechtsrat riefen EU-Mitgliedsstaaten und die USA unterdessen die Regierung in Sanaa zu einem Ende der Gewalt und einer friedlichen Lösung des seit Monaten andauernden Konflikts auf.

Der jemenitische Aussenminister Abubakr al-Kirbi erklärte, seine Regierung sei zu politischen Reformen bereit. Vorwürfe bezüglich unangemessener Gewalt seitens der Polizei und regierungstreuer Milizen wies er jedoch zurück. Er warf seinerseits einigen Oppositionsgruppen vor, in terroristische Aktivitäten verwickelt zu sein. «Wir haben Beweise vorgelegt, dass viele Anschuldigungen gegen die Sicherheitskräfte jeder Grundlage entbehren», sagte Kirbi beim Treffen des Menschenrechtsrats in Genf. Die Regierung werde die Vorfälle untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

Washington zeigt sich besorgt

Die US-Gesandte beim Menschenrechtsrat, Eileen Chamberlain Donahoe, sagte, Washington sei besorgt über «die immer beunruhigenderen Berichte über Gewalt» im Jemen. Es sei nun Zeit für einen politischen Wandel, und die Verantwortlichen für die blutige Niederschlagung der Proteste müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Donahoe.

Heute Montag wollte ein Abgesandter aus den Golfstaaten vermittelnd in dem Konflikt eingreifen. Die Golfanrainer unterstützen einen Plan zur Machtübergabe im ärmsten Land auf der arabischen Halbinsel. Der UNO-Sondergesandte für den Jemen, Dschamal Benomar, und der von den Golfstaaten ernannte Vermittler Abdellatif Sajani trafen heute in Sanaa ein, wie ein westlicher Diplomat sagte. Sie wollten mit der Führung des Landes einen Ausweg aus der Krise suchen.

(SDA)

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