Der Libanon taumelt

1,5 Millionen Kriegsvertriebene überfordern den Libanon. Die Flüchtlinge verelenden, die Politiker sind zerstritten, und Christen fürchten um ihre Zukunft.

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Amir Koza führt das Leben eines Gefangenen. Er sitzt zwar nicht im Gefängnis, aber sein Alltag fühlt sich an wie Hausarrest. «Ich darf nicht arbeiten, unsere Kinder können nicht die Schule besuchen, unsere Familie hat keine soziale Sicherheit», sagt der 48-jährige Flüchtling. Mit seiner Frau und sechs Kindern lebt er seit knapp zwei Jahren in Damur, einer kleinen Küstenstadt 20 Kilometer südlich von Beirut. Sie lebten von den Ersparnissen, erzählt er weiter, seine Frau könne gelegentlich schwarz als Reinigungskraft arbeiten. «Dank der Hilfe von Bekannten kommen wir über die Runden, sie haben uns auch kostenlos eine Wohnung zur Verfügung gestellt.»

Amir Koza und seine Familie gehören zu den rund 1,5 Millionen Flüchtlingen im Libanon. Während 95 Prozent von ihnen aus Syrien kommen und fast durchwegs Sunniten sind, sind die Kozas Christen aus dem Irak. Bis am 6. August 2014 hatten sie in Alqosh gelebt, einem Dorf 50 Kilometer nördlich von Mosul. Sie entschlossen sich zur Flucht, als die Terrorbanden des Islamischen Staates seinem Heimatort näher kamen. Der Familienvater verkaufte seinen Elektrowarenladen an einen Sunniten und besorgte Flugtickets nach Beirut. Im Nahen Osten ist der multireligiöse Libanon der beste Ort für Christen. «Im Libanon sind wir in Sicherheit», sagt er. Dafür sei er auch dankbar. «Aber hier haben wir keine Zukunft. Wir wollen weg.»

So trist die Situation der Familie von Amir Koza auch ist – das Schicksal hat die übergrosse Mehrheit der Flüchtlinge im Libanon härter getroffen. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen leben die meisten syrischen Flüchtlinge in grösster materieller Not, viele sind auch traumatisiert und bräuchten psychologische Betreuung. Sie leben in erbärmlichen Unterkünften und haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung.

Flüchtlinge haben keine Rechte

Im Libanon müssen die Flüchtlinge selbst zurechtkommen. Erschwerend kommt hinzu, dass sie Menschen ohne Rechte sind, weil sie vom libanesischen Staat nicht als Flüchtlinge anerkannt sind. Der Libanon gibt ihnen weder Unterkunft noch Nahrung. Immerhin erhalten sie Unterstützung vom Flüchtlingswerk der UNO (UNHCR) sowie von anderen internationalen und lokalen Nichtregierungsorganisationen oder auch von Privaten. Das internationale Hilfsprogramm «Syria Regional Refugee Response» weist für den Libanon allein für 2016 einen Bedarf von 1,7 Milliarden Dollar aus, bisher haben die Geldgeber nur 30 Prozent davon gesprochen.

«Wir wollen in die USA – oder nach Australien»: Amir Koza, seine Frau Hasna und Töchterchen Larina, jüngstes von sechs Kindern der Familie aus dem Irak. Foto: Vincenzo Capodici

Offizielle Flüchtlingslager gibt es nicht im Libanon. Die Flüchtlinge leben übers ganze Land verteilt in über 1700 Orten – in engen Mietwohnungen, Garagen, Fabrikhallen, Bauruinen oder Zelten in inoffiziellen Flüchtlingslagern. Ein solches Zeltlager, das Camp Fayda, befindet sich in der Nähe von Zahlé, einer Kleinstadt in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes. Bis an die syrischen Grenze sind es knapp 30 Autominuten. Viele Flüchtlinge im Camp Fayda stammen aus der Region von Homs, einer total zerstörten Stadt, die rund 70 Kilometer von Zahlé entfernt ist. Ihre Heimat ist sehr nah und doch weit weg. Manche Flüchtlinge leben schon seit über vier Jahren in diesem Lager. Etwa 500 Familien sind es, die hier in einem Zustand der Hoffnungslosigkeit verharren.

Das Camp Fayda ist eine Ansammlung von eng aneinander stehenden, hüttenähnlichen Behausungen. Diese sind eigentlich nur mit Wellblechen und Werbeplachen verkleidete Holzgestelle. Pneus auf den Dächern sollen verhindern, dass diese von Winden weggefegt werden. Da und dort hat es Wassertanks und WC-Kabinen. Zwischen den Hütten sind Leinen für das Trocknen von Wäsche gespannt. Die Hütten sind kärglich eingerichtet, kaum Möbel, wenige Feldbetten und oft nur Schlaflager auf dem Boden. Schutz gegen die Kälte im Winter bieten diese Behausungen nicht. Der grösste Luxus sind Fernsehgeräte und Satellitenschüsseln für den TV-Empfang. Kleine NGOs helfen beim Aufbau eines Trinkwasser- und Hygienesystems.

«Diese Kinder haben keine Träume»

Besuch von Fremden ist offenbar ein freudiges Ereignis für die Kinder des Camps. Sie suchen den Kontakt, lassen ihren Charme spielen, werfen sich für Fotografen in Pose. Dass hinter den lachenden Gesichtern dramatische Geschichten stehen, lässt sich nur erahnen. Es sind Momente der Ausgelassenheit und der Ablenkung für die Kleinsten unter den Flüchtlingen. Denn sie kennen nichts anderes als das monotone Lagerleben. «Das Schlimmste ist, dass diese Kinder keine Träume haben», sagt Bruder Cäsar, ein Franziskanerpater, der sich in einem kleinen Hilfswerk für die syrischen Flüchtlinge engagiert. Dieses hilft bei alltäglichen Dingen und organisiert einen rudimentären Schulbetrieb. Die Kinder werden in Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet. Für die Mütter gibt es Alphabetisierungskurse. Im Camp Fayda und in den anderen, hunderten Zeltlagern im Libanon sind die Ärmsten der Armen aus Syrien gestrandet.

Die syrische Stadt Homs befindet sich in einer Entfernung von rund 70 Kilometern: Zahlé (schwarzer Punkt mit weissem Rand) im Osten des Libanon.

Vom UNHCR und anderen Hilfswerken bekommen die Flüchtlinge monatlich 100 Dollar für Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Für das Grundstück, wo ihr Zelt steht, müssen sie allerdings 100 Dollar pro Monat an den Bodeneigentümer bezahlen. Dazu kommen Ausgaben für Wasser und Strom. Ihr Überleben finanzieren die Flüchtlinge aus Ersparnissen. Männer gehen einer Schwarzarbeit nach, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, etwa in der Landwirtschaft oder auf dem Bau, wo sie sich zu Niedrigstlöhnen verdingen. Das Geld ist aber immer zu knapp. «Manche Flüchtlinge haben sich verschuldet», erzählt Bruder Cäsar. «Wie sie ihre Schulden zurückzahlen, ist nicht klar.» Solchen Flüchtlingen droht Ausbeutung und Schuldknechtschaft. Im Libanon gibt es regelmässig Medienberichte über Kinderarbeit und Zwangsprostitution.

Wie wenn die Schweiz 2,7 Millionen Flüchtlinge hätte

Die 1,5 Millionen Flüchtlinge sind eine riesige Belastung für den Kleinstaat Libanon. Das Land am östlichen Mittelmeer ist viermal kleiner als die Schweiz und hat eine einheimische Bevölkerung von rund 4,5 Millionen Menschen. Das ergibt einen Flüchtlingsanteil von über 30 Prozent. Auf hiesige Verhältnisse hochgerechnet, wären dies über 2,7 Millionen Flüchtlinge, die die Schweiz zu verkraften hätte.

Im Libanon gibt es Städte und Dörfer, wo mehr Flüchtlinge als Einheimische leben. Viele Kommunen klagen über unhaltbare Zustände. Die Kapazitäten der Strom- und Wasserversorgung und der Abfallentsorgung reichen längst nicht mehr aus. Die Mieten und die Lebenshaltungskosten sind gestiegen und die Löhne in niedrigqualifizierten Berufen gesunken. Schon vor dem Krieg lebten 25 Prozent der Libanesen unter der Armutsgrenze. «In der Bevölkerung herrscht Unmut, syrische Flüchtlinge werden von Einheimischen oft schlecht behandelt», sagt die deutsche Politikwissenschaftlerin Bente Scheller, die das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut leitet. «Weil sie keinen Hass auf sich ziehen wollen, versuchen die Flüchtlinge, nicht aufzufallen.»

Die Libanesen hatten die Flüchtlinge zu Beginn des Exodus aus Syrien mit grosser Hilfsbereitschaft empfangen, der Libanon hielt seine Grenzen länger offen als andere Nachbarstaaten Syriens. Seit Anfang 2015 gibt es allerdings eine Visumspflicht für Menschen aus Syrien, und diese ist an eine Reihe von Kriterien gebunden. Möglich sind nur kurze Aufenthalte. Wer einreisen will, muss mindestens 1000 Dollar und eine Hotelreservierung vorweisen. «Tourismus und Shopping sind zulässige Gründe für eine Einreise, die Flucht vor Krieg und Gewalt jedoch nicht», sagt Scheller. Ausserdem wurde das UNHCR dazu angehalten, keine Flüchtlinge mehr zu registrieren – was aber nur dazu führte, dass sich viele Syrer illegal im Libanon aufhalten. Dazu kommt eine Reihe von staatlichen Schikanen gegen Flüchtlinge: Ausgangssperren, Arbeits- und Bewegungsverbote oder auch hohe Verwaltungsgebühren. Die Botschaft des Staates an die Flüchtlinge ist klar: Je schneller sie das Land verlassen, desto besser.

Sie kennen nichts anderes als das Lagerleben: Syrische Flüchtlingskinder in Zahlé. Foto: Vincenzo Capodici

Libanon ist ein Staat der vielen Krisen

Der Libanon ist auch ohne Masseneinwanderung von Flüchtlingen ein Staat der vielen Krisen. Manche Probleme wie die Armut oder die religiös-konfessionellen Spannungen hat die Flüchtlingskrise zusätzlich verschärft. Die Wirtschaft kommt kaum vom Fleck, die Politik ist gelähmt. Der Libanon ist seit über zwei Jahren ein Staat ohne Präsident. Er hat ein zerstrittenes Parlament, das seine Legislaturperiode eigenmächtig verlängert hat. Beherrscht wird das Land von mächtigen Familiendynastien und einstigen Warlords des Bürgerkriegs (1975–1990), der als nationales Trauma bis heute nachwirkt. Dazu kommt, dass die Bevölkerungszusammensetzung mit Christen, Sunniten, Schiiten, Drusen und anderen Religionsgemeinschaften hohes Konfliktpotenzial birgt. Und dass Regionalmächte wie Saudiarabien und der Iran im Libanon Einfluss nehmen.

Der Libanon ist seit einem Jahrzehnt in zwei nahezu gleich starke Lager gespalten, die sich sowohl politisch als auch konfessionell definieren. Es gibt das sunnitisch dominierte Bündnis, das sich an Saudiarabien und dessen westlichen Verbündeten wie den USA orientiert, und die von der schiitischen Hizbollah geführte Allianz, die starke Verbindungen zum Iran unterhält und das Assad-Regime in Syrien unterstützt. Die Christen sind wie üblich gespalten. Der Syrien-Krieg hat die Polarisierung beider Lager noch verschärft. Die Hizbollah, die 2006 einen Krieg gegen Israel angezettelt hatte, kämpft in Syrien an der Seite von Bashar al-Assad. Zum befürchteten Übergreifen des Syrien-Kriegs auf den Libanon ist es nicht gekommen. Denn die verfeindeten Lager einigten sich auf den sicherheitspolitischen Minimalkonsens, an der libanesisch-syrischen Grenze das Eindringen von jihadistischen Gruppen zu verhindern. Der Islamische Staat (IS) verübt gelegentlich Terroranschläge, wie im letzten November in einem schiitischen Stadtviertel Beiruts oder wie Ende Juni im christlichen Dorf al-Qaa im Osten des Landes. Dem IS ist es aber nicht gelungen, Fuss zu fassen im Libanon.

Der Minimalkonsens lautet: Kein Krieg im Libanon

Im Libanon weiss man, dass schon kleinere Gewalteskalationen einen Krieg auslösen könnten. Ausserdem sind die Schrecken des Bürgerkriegs in den Köpfen vieler Libanesen noch sehr präsent. Hizbollah-Chef Hassan Nasrallah sagte mal in einem öffentlichen Statement: «Wir mögen uns nicht. Aber lasst uns den Konflikt nicht im Libanon austragen.» Ausser den Jihadisten des IS hat niemand ein Interesse an einem Krieg im Zedernstaat. «Zwischen den wesentlichen innenpolitischen Führern und den externen Mächten gibt es einen Konsens, die Lage im Libanon möglichst stabil zu halten», sagt die Politikwissenschaftlerin Bente Scheller. Saudiarabien und der Iran hätten nur schon wegen ihrer wirtschaftlichen Interessen kein Interesse an einem Krieg im Libanon. Scheller vergleicht den Libanon mit einem Gebäude in einem Erdbebengebiet, das zwar bei einem Beben wankt, aber nicht zusammenkracht. Der Libanon hat sich bisher als widerstandsfähiger erwiesen als befürchtet. Manche Beobachter haben den Libanon längst am Abgrund abgesehen.

«Die syrischen Flüchtlinge können wir nicht integrieren»: Michel Aoun, maronitischer Präsidentschaftskandidat und Chef der Freien Patriotischen Bewegung. Foto: Vincenzo Capodici

Auch aufgrund ihrer leidvollen Geschichte haben die Libanesen offensichtlich die Gabe, sich mit Ausnahmezuständen zu arrangieren. Die Masseneinwanderung von Flüchtlingen ist aber eine besondere Herausforderung. Denn die Präsenz von 1,5 Millionen Flüchtlingen, von denen die allermeisten Sunniten sind, könnte, wenn diese im Land bleiben, das sorgfältig austarierte Gleichgewicht unter Christen, Sunniten und Schiiten zerstören. Dazu kommt, dass bereits knapp 500'000 palästinensische Flüchtlinge im Land leben und höchstwahrscheinlich nie gehen werden. Palästinenser waren 1948 nach der Gründung des Staates Israel in den Libanon gekommen.

Christen sprechen von einem «demografischen Problem»

Wegen der starken sunnitischen Zuwanderung fürchten die Christen um ihre Zukunft im Libanon. Gegenwärtig machen sie knapp 40 Prozent der Bevölkerung aus. Christliche Politiker sprechen von einem «demografischen Problem». Michel Aoun, Chef der Freien Patriotischen Bewegung, betont, dass der Libanon die letzte Christen-Bastion im Nahen Osten sei. Wenn das konfessionelle Gleichgewicht kaputt gehe, würden immer mehr Christen den Libanon verlassen. Aus wirtschaftlichen Gründen habe die Auswanderung von Christen bereits eingesetzt. «Die syrischen Flüchtlinge können wir nicht integrieren», sagt Aoun. Eine weitere Sorge betrifft die Sicherheit, denn in den Flüchtlingscamps wächst eine Generation ohne Perspektiven heran, die anfällig für Radikalisierungen ist. «Es gibt nur eine Lösung», meint Aoun. «Die Flüchtlinge müssen nach Syrien zurückreisen, sobald die Sicherheitslage dies erlaubt.»

Doch eine Friedenslösung in Syrien ist nicht in Sicht. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die syrischen Flüchtlinge in einer übergrossen Mehrheit noch längere Zeit im Libanon bleiben, obwohl sie sich nach ihrer Heimat sehnen. Für 2000 Dollar könnten sie sich nach Europa schmuggeln lassen. Der Alltag für die Flüchtlinge im Libanon wird laufend prekärer. Wie bisher wird aber nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge versuchen, nach Europa zu gelangen. Den allermeisten Flüchtlingen fehlt das Geld dazu.

Bessere Aussichten hat die Familie von Amir Koza. Nach bald zwei Jahren im Libanon denken die irakischen Flüchtlinge über eine Weiterreise nach. Das Ziel ist nicht Europa, weil sie dort niemanden kennen, wie Koza sagt, und weil auch in Europa ihre Zukunft ungewiss wäre. Infrage kommen noch zwei Länder, wo bereits Verwandte von ihnen leben. «Unser Traum sind die USA. Oder Australien.»

Erstellt: 09.08.2016, 20:16 Uhr

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Flüchtlingshilfe im Libanon

Das Engagement der St. Galler Stiftung Johannes Paul II.

Im Libanon engagieren sich manche Staaten und viele Organisationen für die rund 1,5 Millionen Kriegsvertriebenen. Nebst dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen und dem Welternährungsfonds sind auch andere internationale sowie nationale Nichtregierungsorganisationen im Zedernstaat aktiv. Flüchtlingshilfe leistet zum Beispiel auch die Stiftung Johannes Paul II. Die 2007 in Florenz gegründete Stiftung steht für interreligiösen Dialog und interkulturelle Begegnungen, für die Flüchtlinge im Nahen Osten hat sie aber auch Hilfsprogramme aufgebaut. Ebenfalls im Libanon aktiv ist der Schweizer Ableger der Stiftung Johannes Paul II. mit Sitz in St. Gallen.

Nach einem Augenschein an verschiedenen Orten im Libanon beschloss die St. Galler Stiftung Johannes Paul II., ein Hilfsprogramm für eine Wasser- und Hygiene-Nothilfe sowie Massnahmen zur Integration der Flüchtlingskinder in das Schulsystem in die Wege zu leiten. Ausserdem unterstützt die Stiftung das Sozialzentrum von Deir al-Ahmar in Bekaa, damit die Flüchtlingskinder an Englisch- und Französisch-Kursen teilnehmen und später in die libanesischen Schulen aufgenommen werden können.

Spielbusse für Flüchtlingskinder

Mit lokalen Partnern hat die Stiftung Johannes Paul II. auch ein Spielbus-Projekt lanciert, denn «auch im Krieg wollen Kinder spielen, lernen und lachen». Geplant sind zwei mobile Spielbusse mit Teams von Fachpersonen aus Sozialpädagogik, Medizin und Ausbildung, die einmal in der Woche mit Spielsachen und Schulmaterialien zehn Flüchtlingslager besuchen. Der erste Spielbus ist seit dem letzten März auf Tour.

Mit den Spielbussen streben wir eine nachhaltige Verbesserung der psychischen und physischen Gesundheit der Flüchtlingskinder und ihrer Familien an, sagt Maria Vitagliano, Geschäftsführerin der Stiftung Johannes Paul II. in St. Gallen. «Ebenso wird die soziale Kompetenz gestärkt, die Kommunikation in den Flüchtlingslagern optimiert und die Fremdsprachenkompetenz der Kinder und Familien verbessert.» Die Stiftung Johannes Paul II. unterstützt auch ein Projekt für Waisenkinder in der südlibanesischen Stadt Tyros. In einem Kloster sind zwei Familienhäuser geplant, wo je sechs Gruppen von acht bis zehn Kindern mit Hauseltern zusammenleben sollen.

Trinkwasser- und Hygienesystem

Die Stiftung engagiert sich in zehn Flüchtlingslagern. Um die sanitäre und gesundheitliche Notlage zu verbessern, ist man daran, ein Wassertransportsystem mit Wassertanks und Bassins einzurichten. Mit einem mobilen Tanklastwagen wird sauberes Wasser in die Flüchtlingslager transportiert und verteilt. Zur Lagerung des Wassers stehen neben den Zelten Wasserbehälter bereit. Für die Kinder werden Wasserbassins aufgestellt, wo sie planschen und sich waschen können. Ziel ist es, mit der Verteilung von Wasser einschliesslich der Abgabe von sanitären Sets ein Trinkwasser- und Hygienesystem einzurichten. Die Stiftung Johannes Paul II. kooperiert mit der lokalen Nichtregierungsorganisation Equal, dem Franziskanerorden und der Menschenrechtsorganisation Insan. (vin)

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