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«Der Nagel im Sarg Assads»

Vor einer Nahostreise gibt sich der amerikanische Verteidigungsminister überzeugt von Assads Untergang. Nicht zuletzt auch wegen der Angriffe mit Kampfhubschraubern.

Besucht Tunesien, Ägypten, Israel und Jordanien: Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta vor dem Abflug in Maryland. (30. Juli 2012)
Besucht Tunesien, Ägypten, Israel und Jordanien: Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta vor dem Abflug in Maryland. (30. Juli 2012)
Reuters

Zu Beginn seiner fünftägigen Reise in mehrere arabische Staaten sagte der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta, was Bashar al-Assad seinem eigenen Volk angetan habe und weiter antut, mache der Bevölkerung klar, dass sich sein Regime dem Ende zuneigt. Der syrische Präsident habe jegliche Legitimität verloren, fügte er hinzu. Die Frage sei nicht mehr, ob Assad stürze, sondern wann.

Wenn die Angriffe mit Kampfhubschraubern und anderen schweren Waffen auf die eigene Bevölkerung fortgesetzt werden, werde sich dies als «Nagel im Sarg Assads erweisen», sagte Panetta. Bei den bevorstehenden Gesprächen in Tunesien, Ägypten, Israel und Jordanien werde er für einen Konsens darüber werben, dass der syrische Machthaber zurücktreten müsse und ein Übergang zur Demokratie in dem Land einzuleiten sei. Er werde auch seine Konsultationen darüber fortsetzen, dass die syrischen Chemiewaffen nicht in die falschen Hände fallen, erklärte Panetta.

UNO fordert Schonung von Zivilisten

Angesichts der schweren Kämpfe in Städten wie Aleppo und Damaskus haben die Vereinten Nationen die syrischen Konfliktparteien aufgerufen, Zivilisten zu schonen. Zugleich forderte UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos freien Zugang für Hilfsorganisationen zu den Kampfgebieten.

In einer Erklärung verwies Amos auf Schätzungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und des Syrischen Roten Halbmondes. Demnach flohen in den vergangenen Tagen 200'000 Menschen allein aus der umkämpften Wirtschaftsmetropole Aleppo. «Niemand weiss, wie viele Menschen an Orten gefangen sind, an denen die Kämpfe heute weitergehen», erklärte Amos. Sie forderte die Konfliktparteien auf, «Hilfsorganisationen sicheren Zugang zu erlauben, um dringend benötigte und lebensrettende Hilfe zu den Menschen zu bringen, die von den Kämpfen eingeschlossen sind».

Viele Flüchtlinge hätten Zuflucht in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden in sichereren Gegenden gesucht. «Sie brauchen dringend Lebensmittel, Matratzen, Decken, Hygieneartikel und Trinkwasser», so Amos weiter.

Kämpfe in Aleppo dauern an

Die Angriffe der syrischen Regierungstruppen auf die in einigen Vierteln von Aleppo verschanzten Rebellen dauern an. Telefonisch erreichte Einwohner sprachen von unerträglichen Bedingungen mit pausenlosem Beschuss und knapp werdenden Lebensmitteln.

In Aleppo ist zudem ein französischer Journalist durch Schüsse verletzt worden. Wie ein spanischer Reporter der Nachrichtenagentur AFP sagte, wurde der 28-jährige Pierre Torres von einer Kugel an der Schulter getroffen und zur Behandlung in die Türkei gebracht. Zu den näheren Umständen konnte der spanische Reporter zunächst nichts sagen. Torres arbeitete als freier Journalist für mehrere Medien, auch für die Nachrichtenagentur AFP. Er verfasste Mitte Juli unter anderem eine Reportage über das Massaker in Treimsa. Torres hielt sich seit einigen Tagen in Aleppo auf. Am Samstag starteten die syrischen Streitkräfte eine grosse Offensive auf die Wirtschaftsmetropole und liefern sich dort seitdem erbitterte Kämpfe mit den Rebellen.

dapd/AFP/sda/mw

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