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Die Angst vor einem Neubeginn des Kriegs wächst

Kurz nach dem Ende der dreitägigen Waffenruhe wurden bereits wieder Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert. Die Gegenattacke folgte bald. Israel bricht die Verhandlungen über eine Waffenruhe ab.

Feiern sich als Sieger: Palästinenser in Gaza-Stadt nach der Einigung auf die Waffenruhe. (26. August 2014)
Feiern sich als Sieger: Palästinenser in Gaza-Stadt nach der Einigung auf die Waffenruhe. (26. August 2014)
AP Photo/Khalil Hamra, Keystone
Jubel in Gaza-Stadt: Eine Familie in einem Auto. (26. August 2014)
Jubel in Gaza-Stadt: Eine Familie in einem Auto. (26. August 2014)
AP Photo/Adel Hana, Keystone
Public Viewing der besonderen Art: Israelis sitzen auf einem Sofa auf einem Hügel der Stadt Sderot und blicken in Richtung Gazastreifen. (12. Juli 2014)
Public Viewing der besonderen Art: Israelis sitzen auf einem Sofa auf einem Hügel der Stadt Sderot und blicken in Richtung Gazastreifen. (12. Juli 2014)
Lefteris Pitarakis, Keystone
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Israel hat die Verhandlungen mit Palästinenservertretern über eine dauerhafte Waffenruhe im Gazastreifen abgebrochen. Zuvor hatten militante Palästinenser am Morgen erneut mindestens 18 Raketen Richtung Israel abgefeuert, nachdem ein dreitägiger Waffenstillstand abgelaufen war.

Das israelische Militär nahm daraufhin die Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen wieder auf. Dabei wurden palästinensischen Ärzten zufolge ein Knabe getötet und sechs weitere Menschen verletzt.

«Israel führt keine Verhandlungen unter Feuer»

Bei der Bevölkerung in Gaza wächst nun die Angst vor einem Neustart des seit einem Monat andauernden, durch die dreitägige Feuerpause eingefrorenen Kriegs. Augenzeugen zufolge flohen Hunderte Palästinenser aus ihren Häusern im Osten der Mittelmeer-Enklave. Die meisten Familien waren während der Feuerpause, die heute um 7 Uhr endete, in ihre Wohnviertel zurückgekehrt.

Israel hat die in der ägyptischen Hauptstadt Kairo laufenden indirekten Verhandlungen mit der radikal-islamischen Hamas über eine dauerhafte Waffenruhe suspendiert.

«Israel führt keine Verhandlungen unter Feuer», sagte ein israelischer Regierungsbeamter. In Kairo hatten Israel und militante Palästinenser indirekt über eine längerfristige Lösung für den Gaza-Konflikt verhandelt.

Erste Raketen vor Ablauf

Bereits vor Ablauf der Waffenruhe waren nach Angaben des israelischen Militärs zwei Raketen im Süden Israels eingeschlagen. Die Hamas widersprach dieser Darstellung. Israel wolle nur «Verwirrung stiften», sagte Sprecher Samu Abu Suhri.

Der militärische Flügel der Organisation, die Al-Kassam-Brigaden, hatte aber bereits gestern Abend mit Angriffen auf Israel gedroht, sollten die Forderungen der Palästinenser nicht erfüllt werden. Dann gehe die Schlacht weiter, sagte Sprecher Abu Obaida im Hamas-eigenen Fernsehsender al-Aqsa.

Fast 2000 Tote

Die Palästinenser fordern eine Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens. Dabei nennen sie den Bau eines See- und Flughafens in Gaza, eine Aufhebung von Einschränkungen bei der Geldüberweisung und eine Ausweitung der Fangzone für Fischer. Sie wollen auch die Freilassung von Häftlingen.

Israel fordert als Bedingung für einen Wiederaufbau des zerstörten Gazastreifens eine Entmilitarisierung des schmalen Küstengebiets und eine Entwaffnung der militanten Organisationen. Dies lehnt die Hamas bislang kategorisch ab.

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza veröffentlichte am Morgen auf Twitter neue Zahlen der vierwöchigen israelischen Militäroffensive. Demnach starben bislang 1893 Menschen, 9805 wurden verletzt. Auf der israelischen Seite kamen nach Angaben der Regierung 64 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben, mehr als 500 Menschen wurden verletzt.

sda/AP/chk/bru

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