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«Die arabischen Frauen lassen sich nicht mehr in die alte Rolle zurückdrängen»

Die Modernisierung in der arabischen Welt sei irreversibel, sagt der Berner Islamwissenschaftler Reinhard Schulze. Rückschläge hält er aber für durchaus möglich.

«Zwei Drittel der arabischen Frauen, die angestellt sind, bekleiden höhere Chargen als Männer. Das hat ihre gesellschaftliche Position gestärkrkt», sagt der Islamwissenschaftler Reinhard Schulze.
«Zwei Drittel der arabischen Frauen, die angestellt sind, bekleiden höhere Chargen als Männer. Das hat ihre gesellschaftliche Position gestärkrkt», sagt der Islamwissenschaftler Reinhard Schulze.
Reuters

Vier Monate nach Beginn der Unruhen und demokratischen Revolutionen in der arabischen Welt analysiert der «Tages-Anzeiger» in einer Interviewserie die Umwälzungen.

Herr Schulze, wann wird der demokratische Virus auch ein Land wie Saudiarabien anstecken? Wenn es Ägypten, Tunesien und selbst dem Jemen oder Syrien gelingt, eine Ordnung zu begründen, in der die Gesellschaft den Staat definiert und nicht andersherum, wird dies ein so attraktives Modell sein, dass selbst gestandene Monarchien die Wahl treffen müssen, ob sie sich reformieren oder weiterhin eine fast absolutistische Ordnung aufrechterhalten wollen. Viele dieser Länder werden zu einer konstitutionellen Monarchie übergehen. Der Spielraum der Monarchien ist dabei gross: Im Unterschied zu den Republiken können sie trotz Reformen ihre symbolische Repräsentationsebene bewahren. Deshalb ist der gegenwärtige Prozess für die Monarchien auch nicht so dramatisch. Aber sie werden nicht darum herum kommen, der Selbstermächtigung der Gesellschaft in irgendeiner Form Rechnung zu tragen.

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