Die Lage in Syrien spitzt sich zu

Im Norden des Landes verlegt die syrische Armee Truppen mit Unterstützung Russlands. Rund um Damaskus hat es Detonationen gegeben.

Ein Bild vom letzten Frühling: Präsident Bashar al-Assad (M.) besucht seine Truppen ausserhalb von Damaskus. (18. März 2018)

Ein Bild vom letzten Frühling: Präsident Bashar al-Assad (M.) besucht seine Truppen ausserhalb von Damaskus. (18. März 2018) Bild: Keystone

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Im Norden Syriens kommt es nach dem angekündigten Abzug der USA zu militärischen Bewegungen. Syrische Truppen würden mit Unterstützung Russlands in dem Raum Manbidsch verlegt, teilten Milizen in der Kurden-Hochburg am Dienstag mit.

Die Truppenbewegungen seien mit den kurdischen Milizen in der Stadt abgestimmt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Vertreibung der syrischen Kurdenmiliz YPG aus Manbidsch angekündigt, die Offensive nach Bekanntgabe des Abzugs der US-Truppen aus Syrien aber zunächst verschoben.

«Die Schlacht wird bald beginnen», sagte der Sprecher der Syrischen Nationalen Armee, Jussef Hamud. Die Syrische Nationale Armee ist eine Rebellen-Fraktion, die von der Türkei unterstützt wird. «Was wir jetzt an der Front beobachten können, ist die Verstärkung aller Kräfte, um die volle Einsatzbereitschaft für die Schlacht herzustellen», sagte Hamud.

Der syrische Präsident Bashar al-Assad lehnt die türkische Intervention im Norden seines Landes als Verletzung der Souveränität ab. Erdogan will gegen die kurdischen Milizen in Nordsyrien vorgehen, in denen er Unterstützer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK sieht. Die PKK kämpft in der Türkei für mehr Autonomie der kurdischen Regionen.

Luftabwehr im Einsatz gegen «feindliche Ziele»

Die syrische Luftabwehr schoss nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana am Dienstagabend «feindliche Ziele» westlich der Hauptstadt Damaskus ab. In Damaskus seien schwere Explosionen ausserhalb der Stadt zu hören gewesen, sagte ein Bewohner der Nachrichtenagentur DPA.

Die Detonationen habe es offenbar in der Gegend des Militärflughafens Mezze im Westen und in einem Gebiet nordwestlich der Hauptstadt gegeben. Über das genaue Ziel der Angriffe sowie mögliche Opfer oder Schäden gab es zunächst keine offiziellen Angaben der syrischen Behörden.

Die als gut informiert und zuverlässig geltende syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London berichtete, die Angriffe hätten sich gegen ein Waffenlager der iranischen Revolutionsgarden und ihrer libanesischen Verbündeten von der Miliz der schiitischen Hizbollah gerichtet.

Im libanesischen Grenzgebiet zu Syrien berichteten Menschen, sie hätten das Dröhnen von Jets gehört und die Vermutung geäussert, israelische Flugzeuge hätten den libanesischen Luftraum für Angriffe im benachbarten Syrien benutzt.

Offenbar keine Verletzten oder Schäden

Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv sagte: «Wir äussern uns nicht zu ausländischen Berichten.» Sie betonte jedoch, die israelische Luftabwehr sei gegen eine in Syrien abgefeuerte Luftabwehrrakete aktiviert worden. Es gebe keine Verletzten oder Schäden. Zuvor hatten Bewohner der israelischen Küstenstadt Hadera zwischen Haifa und Tel Aviv von lauten Explosionen berichtet.

Israel hat wiederholt betont, dass es keine dauerhafte iranische Militärpräsenz in Syrien tolerieren werde. Der Iran ist neben Russland der engste Verbündete der Regierung von Staatschef Bashar al-Assad und unterstützt ihn in dem seit sieben Jahren andauernden innersyrischen Krieg militärisch.

(fal/sda)

Erstellt: 25.12.2018, 22:59 Uhr

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