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«Die Peshmerga haben eingebettete US-Spezialeinheiten»

Den Staudamm bei Mosul wollen die irakischen Kurden zurückerobert haben – mithilfe der USA. Fragt sich, mit wie viel Hilfe.

Die Regierung könnte nun bald den Marschbefehl erteilen: Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien bei Suruc beobachten Kämpfe zwischen kurdischen Einheiten und Kämpfern des IS westlich von Kobane (Ain al-Arab). (2. Oktober 2014)
Die Regierung könnte nun bald den Marschbefehl erteilen: Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien bei Suruc beobachten Kämpfe zwischen kurdischen Einheiten und Kämpfern des IS westlich von Kobane (Ain al-Arab). (2. Oktober 2014)
Bulent Kilic, AFP
Könnten bald selber ins Geschehen eingreifen: Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien bei Suruc beobachten Kämpfe zwischen kurdischen Einheiten und Kämpfern des IS westlich von Kobane. (30. September 2014)
Könnten bald selber ins Geschehen eingreifen: Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien bei Suruc beobachten Kämpfe zwischen kurdischen Einheiten und Kämpfern des IS westlich von Kobane. (30. September 2014)
Burhan Ozbilici, Keystone
Führt IS an: Abu Bakr al-Baghdadi.
Führt IS an: Abu Bakr al-Baghdadi.
Reuters
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Kurdische Kämpfer und irakische Soldaten haben nach Angaben eines Generals den strategisch wichtigen Staudamm bei Mosul inzwischen komplett von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert. Generalleutnant Kassim al-Mussawi sagte der Nachrichtenagentur AP, die Bodentruppen hätten Luftunterstützung erhalten, sagte aber nicht, ob US-Kampfflugzeuge beteiligt gewesen seien. Auch das irakische Staatsfernsehen meldete am Montag die Rückeroberung des gesamten Damm-Komplexes am Tigris mitsamt des Stausees. Die Anlage produzierte einen grossen Teil des Stroms und der Trinkwasserversorgung des Landes.

Allerdings widersprach eine IS nahestehende Medien-Organisation per Twitter dieser Darstellung. Demnach steht der Staudamm immer noch unter IS-Kontrolle.

Ziele mit Kampfjets und Drohnen attackiert

«Die Peshmerga haben eingebettete US-Spezialeinheiten», sagt derweil BBC-Korrespondent Jim Muir in der irakischen Stadt Arbil in der Sendung «Global News». Die kurdischen Kämpfer profitieren dabei von den Geheimdienstinformationen der Amerikaner. «Sie koordinieren die Luftschläge», so Muir.

Die Offensive gegen die Extremisten im Irak begann den Angaben zufolge am frühen Sonntag. Luftangriffe der irakischen Armee und der USA hätten die Peshmerga bei ihrem Vorgehen gegen die sunnitische Terrormiliz unterstützt, sagte Desty. Erstmals setzten die USA auch landgestützte Kampfflugzeuge ein. Das US-Zentralkommando erklärte, es seien Ziele nahe dem Staudamm mit Kampfjets und unbemannten Drohnen attackiert worden.

Syrische Armee greift IS-Hochburg Raqqa an

Der Kampf gegen IS geht auch jenseits des Irak weiter. Im benachbarten Syrien flog die Armee des Landes am Sonntag mindestens 25 Luftangriffe und tötete dabei mindestens 31 Extremisten, rund 40 weitere wurden verletzt. Die Attacken ereigneten sich in der nördlichen IS-Hochburg Raqqa und Umgebung, wie das syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte mitteilte. Auch unter Zivilisten habe es Opfer gegeben, die Zahl sei nicht bekannt.

Luftangriffe gegen IS-Stellungen hat die syrische Armee längere Zeit kaum geflogen, doch seit dem schnellen Vormarsch der Terrormiliz im Irak greift Syrien die Extremisten verstärkt an.

Beide Aktivistengruppen berichteten darüber hinaus von Luftschlägen auf Gebiete in der ebenfalls von der Terrormiliz kontrollierten Provinz Aleppo. Betroffen seien unter anderem die Städte Akhtarin und Dabiq. In den vergangenen Tagen hatten Kämpfer des Islamischen Staats knapp ein Dutzend Städte und Dörfer in der Provinz Aleppo überrannt.

Syrische Opposition ruft zu Luftangriffen auf

Diese Bodengewinne gefährden die Versorgungsrouten rivalisierender Rebellengruppen ins Nachbarland Türkei und setzen auch die gemässigten Rebellen in Aleppo, der grössten Stadt des Landes, unter Druck. Diese werden zudem von den syrischen Regierungstruppen angegriffen.

Die vom Westen gestützte syrische Oppositionsgruppe, die Syrische Nationalkoalition, rief am Samstag die internationale Gemeinschaft erneut zu Luftangriffen in Syrien gegen die Jihadisten auf, um die gemässigten Rebellen in Aleppo zu unterstützen.

Dem seit mehr als drei Jahren dauernden Konflikt in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten bislang mehr als 170'000 Menschen zum Opfer gefallen.

AFP/AP/cpm/fko

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