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Die Protestbewegung in Syrien schwillt weiter an

Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten war es die bislang grösste landesweite Protestaktion gegen das Regime von Syriens Präsident Bashar al-Assad. Hunderttausende Menschen zogen durch die Strassen.

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Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Reuters
Fürchteten eine Militäroffensive: Regimegegner demonstrieren im Zentrum von Hama. (8. Juli 2011)
Fürchteten eine Militäroffensive: Regimegegner demonstrieren im Zentrum von Hama. (8. Juli 2011)
Keystone
Ein von der Regierung veröffentlichtes Foto zeigt die Trauerfeier eines Polizisten, der in Hama von «bewaffneten Terroristen» getötet worden sei. (3. Juli 2011)
Ein von der Regierung veröffentlichtes Foto zeigt die Trauerfeier eines Polizisten, der in Hama von «bewaffneten Terroristen» getötet worden sei. (3. Juli 2011)
Keystone
Grösste Kundgebung bisher: Regimegegner marschieren nach den Freitagsgebeten durch die Strassen des Quartiers Hajar al-Asswad in Damaskus. (1. Juli 2011)
Grösste Kundgebung bisher: Regimegegner marschieren nach den Freitagsgebeten durch die Strassen des Quartiers Hajar al-Asswad in Damaskus. (1. Juli 2011)
Reuters
Die Proteste auf der Strasse sollen trotz der Konferenz Damaskus fortgesetzt werden: Syrische Regierungsgegner in Daraa. Auf dem Plakat sind sogenannte «Märtyrer» der Opposition abgebildet. (27. Juni 2011)
Die Proteste auf der Strasse sollen trotz der Konferenz Damaskus fortgesetzt werden: Syrische Regierungsgegner in Daraa. Auf dem Plakat sind sogenannte «Märtyrer» der Opposition abgebildet. (27. Juni 2011)
Keystone
In Daraa flammen die Proteste gegen Assad nach seiner Rede wieder auf. (21. Juni 2011)
In Daraa flammen die Proteste gegen Assad nach seiner Rede wieder auf. (21. Juni 2011)
AFP
Die syrische Armee geht offensiv vor: In einem unbekannten Grenzort fahren Assads Panzer ein. (17. Juni 2011)
Die syrische Armee geht offensiv vor: In einem unbekannten Grenzort fahren Assads Panzer ein. (17. Juni 2011)
AFP
Genug von Assad: In der syrischen Stadt Latakia zünden Demonstranten ein Bild des Präsidenten an. (17. Juni 2011)
Genug von Assad: In der syrischen Stadt Latakia zünden Demonstranten ein Bild des Präsidenten an. (17. Juni 2011)
AFP
An der Grenze zu Syrien werden eilig Flüchtlingslager aufgebaut: Türkischer Arbeiter in Yayladagi. (15. Juni)
An der Grenze zu Syrien werden eilig Flüchtlingslager aufgebaut: Türkischer Arbeiter in Yayladagi. (15. Juni)
Keystone
Die syrische Armee hat die Kontrolle übernommen: Soldaten beim Dorf Istabraq in der Nähe von Jisr al-Schugur.
Die syrische Armee hat die Kontrolle übernommen: Soldaten beim Dorf Istabraq in der Nähe von Jisr al-Schugur.
Keystone
Die Stadt wurde schon seit Tagen umstellt: Syrische Soldaten fahren in Jisr al-Schugur ein. (12. Juni 2011)
Die Stadt wurde schon seit Tagen umstellt: Syrische Soldaten fahren in Jisr al-Schugur ein. (12. Juni 2011)
Keystone
Von der Regierung unterstützte Demonstration: In der Hauptstadt Damaskus tragen regierungstreue Bürger eine 2,3 km lange Flagge durch die Strassen. (15. Juni 2011)
Von der Regierung unterstützte Demonstration: In der Hauptstadt Damaskus tragen regierungstreue Bürger eine 2,3 km lange Flagge durch die Strassen. (15. Juni 2011)
Keystone
Die Proteste endeten erneut blutig: In Hama kamen Zehntausende auf die Strasse.
Die Proteste endeten erneut blutig: In Hama kamen Zehntausende auf die Strasse.
AFP
Proteste werden im Keim erstickt: Demonstranten nach den Freitagsgebeten. (20. Mai 2011)
Proteste werden im Keim erstickt: Demonstranten nach den Freitagsgebeten. (20. Mai 2011)
Keystone
Fliehen in den Libanon: Männer tragen einen Angeschossenen in Richtung libanesische Grenze. (15. Mai 2011)
Fliehen in den Libanon: Männer tragen einen Angeschossenen in Richtung libanesische Grenze. (15. Mai 2011)
Keystone
Protest nach dem Freitagsgebet: Tausende Demonstranten gingen in Syrien auf die Strasse. (13. Mai 2011)
Protest nach dem Freitagsgebet: Tausende Demonstranten gingen in Syrien auf die Strasse. (13. Mai 2011)
Keystone
Durch die syrischen Unruhen stark beschädigt: Diese Moschee in der Stadt Daraa soll ab sofort für militärische Zwecke genutzt werden. (13. Mai 2011)
Durch die syrischen Unruhen stark beschädigt: Diese Moschee in der Stadt Daraa soll ab sofort für militärische Zwecke genutzt werden. (13. Mai 2011)
Keystone
Assads Truppen nehmen den öffentlichen Raum in Beschlag: Scharfschützen haben sich in einer nicht weiter definierten syrischen Stadt auf einem Dach positioniert. (13. Mai 2011)
Assads Truppen nehmen den öffentlichen Raum in Beschlag: Scharfschützen haben sich in einer nicht weiter definierten syrischen Stadt auf einem Dach positioniert. (13. Mai 2011)
Keystone
Syrische Oppositionelle demonstrieren in der Stadt Qamishli gegen das Regime. (10. Mai 2011)
Syrische Oppositionelle demonstrieren in der Stadt Qamishli gegen das Regime. (10. Mai 2011)
Keystone
Trotz Razzien und Festnahmen versammeln sich die Menschen weiter zu Demonstrationen. (6. Mai 2011)
Trotz Razzien und Festnahmen versammeln sich die Menschen weiter zu Demonstrationen. (6. Mai 2011)
Reuters
Lassen sich nicht einschüchtern: Demonstranten in Banias am 6. Mai 2011.
Lassen sich nicht einschüchtern: Demonstranten in Banias am 6. Mai 2011.
AFP
Syrische Truppen verlassen die Stadt Daraa in Richtung Banias. (6. Mai 2011)
Syrische Truppen verlassen die Stadt Daraa in Richtung Banias. (6. Mai 2011)
Keystone
Wurden erneut von syrischen Truppen beschossen: Anti-Assad Demonstranten in der Stadt Homs. (6. Mai 2011)
Wurden erneut von syrischen Truppen beschossen: Anti-Assad Demonstranten in der Stadt Homs. (6. Mai 2011)
Keystone
Blutiger Vorstoss: In der Protesthochburg Daraa kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. (1. Mai 2011)
Blutiger Vorstoss: In der Protesthochburg Daraa kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. (1. Mai 2011)
Keystone
Syrische Proteste gegen die Regierung in Nawa in der Nähe der belagerten Stadt Daraa. (29. April 2011)
Syrische Proteste gegen die Regierung in Nawa in der Nähe der belagerten Stadt Daraa. (29. April 2011)
AFP
Erneut schickt Präsident Assad die Armee in die Ortschaften: Ein Syrischer Panzer, hier in Daraa, geht gegen Regimekritiker vor. (27. April 2011)
Erneut schickt Präsident Assad die Armee in die Ortschaften: Ein Syrischer Panzer, hier in Daraa, geht gegen Regimekritiker vor. (27. April 2011)
Keystone
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Trotz scharfer Repression sind nach den Freitagsgebeten offenbar so viele Demonstranten in Syrien auf die Strasse gegangen wie noch nie. Bei Zusammenstössen und Kämpfen sind nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens 24 Menschen ums Leben.

Darunter seien 14 Dorfbewohner aus der nordwestlichen Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei, erklärte Menschenrechtsanwältin Rasan Saituna. Dort hätten Soldaten, unterstützt von Panzern und Helikoptern, ein Dorf gestürmt, um den Widerstand gegen Assad auf dem Land zu brechen.

In der Stadt Homs seien sieben Menschen getötet worden. Auch in der Hauptstadt Damaskus und in der zweitgrössten Stadt des Landes, Aleppo, wurden Demonstranten getötet.

«Wir lieben dich nicht»

Riesige Menschenmassen strömten nach den Freitagsgebeten in der Hauptstadt Damaskus und anderen Städten auf die Strassen, wie der Menschenrechtler Mustafa Ossa sagte. In der Stadt Hama hätten sich nach Schätzungen 300'000 Menschen an einer Kundgebung beteiligt; auch in Homs demonstrierten offenbar Zehntausende.

Aktivisten hatten wie jeden Freitag zu Demonstrationen aufgerufen. Die Protestbewegung schrieb auf einer ihrer Internetseiten: «Wir lieben Dich nicht. Wir lieben Dich nicht, lass uns in Ruhe - Du und Deine Partei.» - eine Anspielung auf den vor einigen Jahren populären Pro-Assad-Slogan «Wir lieben Dich. Wir lieben Dich».

Auch in der am Euphrat gelegenen Stadt Deir Essor im Nordosten des Landes hätten sich zehntausende Menschen nach dem Verlassen der Moscheen zu einem Protestmarsch zusammengeschlossen, sagte der Präsident der Syrischen Menschenrechtsliga, Abdel Karim Rihaui. Weitere kleinere Proteste wurden aus der Hauptstadt Damaskus und dem Wirtschaftszentrum Aleppo gemeldet.

Militäroffensive und Gegendemo

Rami Abdel Rahman von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London, sagte, in der Region von Dschebel al- Sawija marschierten tausende Demonstranten in Richtung der Stadt Maaret al-Numan. Die Region rund 60 Kilometer nördlich von Hama ist seit Dienstag Schauplatz einer Militäroffensive.

Die Staatsmedien berichteten unterdessen von grossen Pro-Regime-Kundgebungen in Aleppo und in der Provinz Al-Suwaida. In der Ortschaft Al-Kraja hätten «die Kräfte, die den (von Assad versprochenen) Reformprozess unterstützen», eine 1700 Meter lange syrische Nationalfahne durch die Strassen getragen.

Deserteure erschossen?

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete zudem, die syrische Armee habe eine Gruppe von Offizieren und Soldaten «befreit», die in der Provinz Idlib in einen Hinterhalt geraten seien. Die Protestbewegung erklärte dagegen, Soldaten hätten 16 Deserteure, darunter 6 Offiziere, getötet. Dies hätten in die Türkei fliehen wollen.

Doch nach Angaben der Opposition ist der Fluchtweg in die Türkei inzwischen versperrt. Alle Wege dorthin würden von Truppen kontrolliert. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden in Syrien seit Beginn der Proteste Mitte März rund 1700 Menschen getötet.

Angaben zum Konflikt in Syrien können nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden, da Syrien die Arbeit der Medien eingeschränkt und die meisten ausländischen Journalisten ausgewiesen hat.

(SDA)

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