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Die Ruhe vor dem Sturm

Bani Walid, wo die Rebellen Muammar al-Ghadhafi vermuten, ist umzingelt. Verhandlungen blieben ohne Ergebnis. Unterdessen fordert ein Rebellenkommandeur eine Entschuldigung aus dem Westen.

ami
Libyen ist frei: Frauen und Kinder begrüssen Kämpfer, die aus Sirte nach Benghazi zurückkehren. (22. Oktober 2011)
Libyen ist frei: Frauen und Kinder begrüssen Kämpfer, die aus Sirte nach Benghazi zurückkehren. (22. Oktober 2011)
Keystone
Soll seinem Clan übergeben werden: Die Leiche von Ghadhafi in Misrata. (21. Oktober 2011)
Soll seinem Clan übergeben werden: Die Leiche von Ghadhafi in Misrata. (21. Oktober 2011)
Keystone
Vollständig ausgebrannt: Ein Vertreter der Rebellen zeigt auf ein zerstörtes Auto aus dem Ghadhafi-Konvoi.
Vollständig ausgebrannt: Ein Vertreter der Rebellen zeigt auf ein zerstörtes Auto aus dem Ghadhafi-Konvoi.
Reuters
Komplett zerbombt: In diesem Quartier in Sirte hielt sich Ghadhafi vor seinem Tod versteckt. (21. Oktober 2011)
Komplett zerbombt: In diesem Quartier in Sirte hielt sich Ghadhafi vor seinem Tod versteckt. (21. Oktober 2011)
Reuters
Die Nato flog in Libyen seit Ausbruch der Revolution mehr als 26'000 Lufteinsätze.
Die Nato flog in Libyen seit Ausbruch der Revolution mehr als 26'000 Lufteinsätze.
Reuters
Bis zu seinem Eintreffen im Spital trotz Kopfschuss laut dem Präsidenten des libyschen Übergangsrats, Mahmoud Jibril, noch am Leben: Handy-Bild Ghadhafis, das angeblich zeigt, wie er ins Spital in Misrata gefahren wird. (20. Oktober 2011)
Bis zu seinem Eintreffen im Spital trotz Kopfschuss laut dem Präsidenten des libyschen Übergangsrats, Mahmoud Jibril, noch am Leben: Handy-Bild Ghadhafis, das angeblich zeigt, wie er ins Spital in Misrata gefahren wird. (20. Oktober 2011)
Keystone
Will nun vorwärtsmachen: Der Chef des libyschen Übergangsrats Mahmoud Jibril an einer Medienkonferenz. (20. Oktober 2011)
Will nun vorwärtsmachen: Der Chef des libyschen Übergangsrats Mahmoud Jibril an einer Medienkonferenz. (20. Oktober 2011)
Keystone
Muammar al-Ghadhafi ist tot: Diese Pistole wollen Kämpfer des libyschen Übergangsrats dem ehemaligen Diktator abgenommen haben. Laut Berichten könnte Ghadhafi damit erschossen worden sein. (20. Oktober 2011)
Muammar al-Ghadhafi ist tot: Diese Pistole wollen Kämpfer des libyschen Übergangsrats dem ehemaligen Diktator abgenommen haben. Laut Berichten könnte Ghadhafi damit erschossen worden sein. (20. Oktober 2011)
Reuters
Ein Video zeigt den fliehenden ehemaligen Machthaber lebend: Ghadhafi bei seiner Verhaftung in Sirte. (20. Oktober 2011)
Ein Video zeigt den fliehenden ehemaligen Machthaber lebend: Ghadhafi bei seiner Verhaftung in Sirte. (20. Oktober 2011)
Libyan TV, Reuters
Ghadhafi wollte offenbar in einem Konvoi aus seiner Heimatstadt Sirte fliehen, als er von Nato-Flugzeugen angegriffen wurde: Zerstörte Fahrzeuge, die angeblich zu dem Konvoi gehörten, und viele Leichen. (20. Oktober 2011)
Ghadhafi wollte offenbar in einem Konvoi aus seiner Heimatstadt Sirte fliehen, als er von Nato-Flugzeugen angegriffen wurde: Zerstörte Fahrzeuge, die angeblich zu dem Konvoi gehörten, und viele Leichen. (20. Oktober 2011)
Reuters
Nach dem Beschuss aus der Luft soll Ghadhafi in Betonröhren geflohen sein. Dort sei er gefasst worden: Ein Kämpfer des nationalen Übergangsrates vor den Röhren. Die blauen Sprayereien verkünden auf Arabisch: «Das ist der Platz dieser Ratte – Gott ist gross!»
Nach dem Beschuss aus der Luft soll Ghadhafi in Betonröhren geflohen sein. Dort sei er gefasst worden: Ein Kämpfer des nationalen Übergangsrates vor den Röhren. Die blauen Sprayereien verkünden auf Arabisch: «Das ist der Platz dieser Ratte – Gott ist gross!»
PHILIPPE DESMAZES, AFP
Eines der ersten Fotos des toten Ghadhafi. (20. Oktober 2011)
Eines der ersten Fotos des toten Ghadhafi. (20. Oktober 2011)
Reuters
Auch Ghadhafis Sohn Motassim wurde getötet: Motassims Leichnam umringt von Schaulustigen in Sirte. (20. Oktober 2011)
Auch Ghadhafis Sohn Motassim wurde getötet: Motassims Leichnam umringt von Schaulustigen in Sirte. (20. Oktober 2011)
Keystone
Ein junger Kämpfer zeigt stolz die goldbestückte Pistole, die angeblich Ghadhafi gehörte.
Ein junger Kämpfer zeigt stolz die goldbestückte Pistole, die angeblich Ghadhafi gehörte.
PHILIPPE DESMAZES, AFP
Jubel in der Hauptstadt Tripolis: Feier auf dem Märtyrer-Platz.
Jubel in der Hauptstadt Tripolis: Feier auf dem Märtyrer-Platz.
Reuters
Rebellen-Einheiten verhaften einen Söldner. (20. Oktober 2011)
Rebellen-Einheiten verhaften einen Söldner. (20. Oktober 2011)
Reuters
Libysche Kämpfer feiern den Fall der letzten Ghadhafi-Hochburg Sirte. (20. Oktober 2011)
Libysche Kämpfer feiern den Fall der letzten Ghadhafi-Hochburg Sirte. (20. Oktober 2011)
Keystone
Soldaten des Übergangsrats in Sirte. (19. Oktober 2011)
Soldaten des Übergangsrats in Sirte. (19. Oktober 2011)
Keystone
Eroberung geht nur langsam voran: Ghadhafi-Gegner gehen in Stellung, währenddem ein Panzer auf die Universität in Sirte schiesst. (9. Oktober 2011)
Eroberung geht nur langsam voran: Ghadhafi-Gegner gehen in Stellung, währenddem ein Panzer auf die Universität in Sirte schiesst. (9. Oktober 2011)
Reuters
Der Angriff ist ins Stocken geraten: Ein Rebellenkämpfer vor Bani Walid. (10. September 2011)
Der Angriff ist ins Stocken geraten: Ein Rebellenkämpfer vor Bani Walid. (10. September 2011)
Keystone
Beten vor dem Sturm: Rebellen vor den Toren der Stadt Bani Walid. (10. September 2011).
Beten vor dem Sturm: Rebellen vor den Toren der Stadt Bani Walid. (10. September 2011).
Keystone
Vor dem Angriff: Libysche Rebellen 25 Kilometer vor Bani Walid.
Vor dem Angriff: Libysche Rebellen 25 Kilometer vor Bani Walid.
AFP
Die Kämpfe halten an: Ein Panzer der Rebellen 85 Kilometer vor Sirte im Einsatz. (7. September 2011)
Die Kämpfe halten an: Ein Panzer der Rebellen 85 Kilometer vor Sirte im Einsatz. (7. September 2011)
Keystone
Libysche Rebellen sichern einen Check-Point bei der Wüstenstadt Bani Walid. (5. September 2011)
Libysche Rebellen sichern einen Check-Point bei der Wüstenstadt Bani Walid. (5. September 2011)
Keystone
Ruhe vor dem Sturm? Rebellenkämpfer schlafen ausserhalb von Bani Walid neben ihrer Luftabwehrkanone, an der eine halbe Ziege hängt. (4. September 2011)
Ruhe vor dem Sturm? Rebellenkämpfer schlafen ausserhalb von Bani Walid neben ihrer Luftabwehrkanone, an der eine halbe Ziege hängt. (4. September 2011)
Keystone
Gibt die Richtung vor: Rebell auf dem Weg nach Bani Walid. (4. September 2011)
Gibt die Richtung vor: Rebell auf dem Weg nach Bani Walid. (4. September 2011)
Reuters
Geduld am Ende: Aufständische halten sich ausserhalb von Bani Walid bereit. (3. September 2011)
Geduld am Ende: Aufständische halten sich ausserhalb von Bani Walid bereit. (3. September 2011)
Reuters
Tausende Libyer versammeln sich auf dem Märtyrer-Platz in Tripolis, um das Ende des Ramadan und die neue Freiheit zu feiern. (31. August 2011)
Tausende Libyer versammeln sich auf dem Märtyrer-Platz in Tripolis, um das Ende des Ramadan und die neue Freiheit zu feiern. (31. August 2011)
Keystone
Libysche Rebellen zielen in Tripolis auf Heckenschützen. (30. August 2011)
Libysche Rebellen zielen in Tripolis auf Heckenschützen. (30. August 2011)
Reuters
Rebellenkämpfer in der libyschen Wüste vor Sirte. (30. August 2011)
Rebellenkämpfer in der libyschen Wüste vor Sirte. (30. August 2011)
Keystone
Ein Pick-up von zwei Ghadhafi-Soldaten wird von den Rebellen ein paar Kilometer vor Sirte unter Beschuss genommen. (30. August 2011)
Ein Pick-up von zwei Ghadhafi-Soldaten wird von den Rebellen ein paar Kilometer vor Sirte unter Beschuss genommen. (30. August 2011)
Keystone
Dringend benötigter Nachschub: Die Bevölkerung von Tripolis erhält frisches Wasser. (29. August 2011)
Dringend benötigter Nachschub: Die Bevölkerung von Tripolis erhält frisches Wasser. (29. August 2011)
Keystone
Ein mutmasslicher Ghadhafi-Söldner wird in Tripolis festgenommen. (28. August 2011)
Ein mutmasslicher Ghadhafi-Söldner wird in Tripolis festgenommen. (28. August 2011)
Reuters
Eine ägyptische Nachrichtenagentur berichtete, dass ein militärischer Konvoi die Landesgrenze überschritten habe: T-72-Panzer der libyschen Armee in Benghazi. (27. August 2011)
Eine ägyptische Nachrichtenagentur berichtete, dass ein militärischer Konvoi die Landesgrenze überschritten habe: T-72-Panzer der libyschen Armee in Benghazi. (27. August 2011)
Reuters
Ein Labyrinth im Untergrund: Libysche Rebellen stürmen Ghadhafi-Festung in Tripolis. (26. August 2011)
Ein Labyrinth im Untergrund: Libysche Rebellen stürmen Ghadhafi-Festung in Tripolis. (26. August 2011)
Reuters
Endlich frei: Journalisten beim Verlassen des Hotels Rixos. (24. August 2011)
Endlich frei: Journalisten beim Verlassen des Hotels Rixos. (24. August 2011)
AFP
Feiern ihren Erfolg: Die libyschen Rebellen stehen auf einem Monument im Innern des Palastes von Muammar al-Ghadhafi. (23. August)
Feiern ihren Erfolg: Die libyschen Rebellen stehen auf einem Monument im Innern des Palastes von Muammar al-Ghadhafi. (23. August)
Keystone
Noch Stunden nach der eigentlichen Eroberung des Geländes, auf dem auch die Residenz von Muammar al-Ghadhafi ist, schossen Regimetreue auf die Aufständischen: Rebellen gehen beim Bab-al-Aziziya-Komplex in Deckung.  (23. August 2011)
Noch Stunden nach der eigentlichen Eroberung des Geländes, auf dem auch die Residenz von Muammar al-Ghadhafi ist, schossen Regimetreue auf die Aufständischen: Rebellen gehen beim Bab-al-Aziziya-Komplex in Deckung. (23. August 2011)
Reuters
Ein Aufständischer tritt eine Scheibe von Ghadhafis Zelt in Bab al-Aziziya ein. (23. August 2011)
Ein Aufständischer tritt eine Scheibe von Ghadhafis Zelt in Bab al-Aziziya ein. (23. August 2011)
Keystone
Tauchte in der Nacht auf Dienstag überraschend vor dem Hotel Rixos in Tripolis auf: Saif al-Islam al-Ghadhafi. (23. August 2011)
Tauchte in der Nacht auf Dienstag überraschend vor dem Hotel Rixos in Tripolis auf: Saif al-Islam al-Ghadhafi. (23. August 2011)
Keystone
Hier soll sich Muammar al-Ghadhafi verstecken: Festung Bab al-Aziziyah, bewacht von Ghadhafi-Getreuen (23. August 2011).
Hier soll sich Muammar al-Ghadhafi verstecken: Festung Bab al-Aziziyah, bewacht von Ghadhafi-Getreuen (23. August 2011).
Keystone
Libysche Rebellen in Feierstimmung in Maia vor Tripolis.
Libysche Rebellen in Feierstimmung in Maia vor Tripolis.
Reuters
...mit Feuerwerk und Flaggen. (22. August 2011)
...mit Feuerwerk und Flaggen. (22. August 2011)
Keystone
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Verhandlungsführer Abdullah Kenschil sagte gestern, die Gespräche unter Vermittlung von Stammesführern seien beendet worden und würden auch nicht wieder aufgenommen. Vertreter der neuen Führung hatten tagelang versucht, die Kämpfer an der Seite des langjährigen Machthabers Muammar al-Ghadhafi in Bani Walid zum Aufgeben zu bewegen. Die Ghadhafi-Gegner betonten, sie wollten eine friedliche Übergabe erreichen. Gestern Abend erklärte Kenschil die Verhandlungen dann für gescheitert.

Ghadhafi-Getreue hätten gefordert, dass die Vertreter der neuen Führung unbewaffnet nach Bani Walid kämen, was wegen eines möglichen Hinterhalts aber abgelehnt worden sei. Den Ghadhafi-Getreuen in Bani Walid sei zuvor versichert worden, dass sie fair behandelt würden, wenn sie sich ergäben, sagte Kenschil. Er schätzte die Zahl der «schwerbewaffneten» Kämpfer in der Wüstenstadt auf bis zu 50.

Erste Scharmützel

Auf die Frage, ob die Rebellen die Stadt nun angreifen würden, sagte Kenschil, er überlasse es dem Kommandeur der Kämpfer, «mit dem Problem umzugehen». Er als Verhandlungsführer habe «nichts weiter anzubieten».

Nahe Bani Walid gab es in der Nacht auf gestern bereits vereinzelt Gefechte, wie ein Sprecher des Nationalen Übergangsrates sagte. Nach Angaben von geflüchteten Bewohnern haben viele Ghadhafi-Kämpfer Bani Walid inzwischen verlassen und sich mit schweren Waffen in die Berge zurückgezogen.

«Diese Leute sind nicht ernstzunehmen»

Bani Walid ist eine Hochburg des mächtigen Warfalla-Stammes, der Ghadhafi die Treue hält. Kenschil sagte, «Ghadhafi, seine Söhne und viele Vertraute» seien in Bani Walid gewesen. Viele seien entkommen, doch die Söhne Saadi und Mutassim seien noch immer in der rund 180 Kilometer südöstlich von Tripolis gelegenen Stadt. Auch Ghadhafis früherer Sprecher Mussa Ibrahim halte sich noch dort auf. «Sie wollen die Stadt als ihre Festung nutzen.»

Bereits zuvor hatte der Kommandeur des Kontrollpostens Tschitschan rund 70 Kilometer nördlich von Bani Walid die Gespräche für beendet erklärt. «Diese Leute sind nicht ernstzunehmen», sagte Mohammed al-Fassi. «Sie haben uns zweimal versprochen, aufzugeben und diese Versprechen nicht eingehalten.» Die Kämpfer würden sich jetzt auf einen Angriff vorbereiten.

Sturm von Sirte steht offenbar bevor

Auch Ghadhafis Geburtsstadt Sirte, 460 Kilometer östlich von Tripolis, ist von den Rebellen umzingelt. Die Gegner Ghadhafis zeigten sich auch dort zuversichtlich. Sie seien bereit, die Stadt zu stürmen, sagten sie.

Die Aufständischen erhielten am Wochenende Unterstützung von der Nato. Das Militärbündnis griff Ziele in den verbleibenden Ghadhafi-Hochburgen an. In Bani Walid wurde nach Nato-Angaben unter anderem ein Munitionsdepot getroffen. Auch in Sirte und in der Nähe von Buairat al-Hasun flog die Nato Angriffe auf militärische Ziele.

Entschuldigung von USA gefordert

Abdel Hakim Belhaj, Anführer der Truppen der neuen Führung, forderte gestern in der BBC unterdessen eine Entschuldigung aus Washington und London, nachdem bekanntgeworden war, dass die Geheimdienste der Länder bei seiner Festnahme geholfen haben sollen. «Was mir passiert ist, war illegal und verdient eine Entschuldigung.» Der Zeitung «The Guardian» sagte Belhaj, er erwäge Klagen gegen beide Länder.

Am Wochenende war bekanntgeworden, dass der US-Geheimdienst CIA sowie die britischen Behörden Libyen bei der Gefangennahme und Überstellung Belhajs ihre Hilfe angeboten haben sollen. Der Oppositionelle und mutmassliche ehemalige al-Qaida-Kämpfer war 2004 in Bangkok gefasst und nach Libyen gebracht worden. Dort sass er nach eigenen Angaben sieben Jahre im Gefängnis und wurde «regelmässig gefoltert».

Westen kooperierte eng mit Ghadhafi

In den vom Ghadhafi-Regime hinterlassenen Geheimdienst-Zentralen tauchten brisante Dokumente auf. Nach Medienangaben vom Wochenende belegen sie die enge Zusammenarbeit westlicher Nachrichtendienste mit den entsprechenden libyschen Behörden. Hinweise auf solche Verbindungen gab es zwar auch schon zuvor, in den jetzt aufgetauchten Unterlagen finden sich jedoch neue Details.

So habe der US-Geheimdienst CIA unter anderem achtmal Terrorverdächtige gegen ihren Willen zur Befragung nach Libyen geschickt, meldeten die «New York Times» und das «Wall Street Journal». Auch der britische Geheimdienst MI-6 habe kooperiert und sogar für das libysche Regime Telefonnummern überprüft, wie «The Independent» berichtete.

Weder London noch Washington äussern sich

Die Ghahdafi-Geheimdienste waren für ihre Missachtung der Menschenrechte und Folterpraktiken bekannt. Die Angaben stützten sich auf Dokumente, die Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in Tripolis gefunden hatten.

Sie stammten aus der Zeit 2002 bis 2006, als der spätere Aussenminister Mussa Kussa diesen Dienst geleitet hatte. Kussa hatte sich nach Ausbruch der Revolte gegen Ghadhafi im Februar nach Grossbritannien abgesetzt.

Weder die CIA noch das britische Aussenministerium wollten sich direkt dazu äussern. Eine CIA-Sprecherin sagte lediglich, die CIA arbeite mit ausländischen Regierungen zusammen, um die USA vor Terrorismus und anderen tödlichen Bedrohungen zu schützen. «Das ist genau das, was von uns erwartet wird.»

Annäherung nach Jahrtausendwende

Der Westen hatte Ghadhafi als mutmasslichen Förderer des internationalen Terrorismus jahrzehntelang geächtet. Erst nach der Jahrtausendwende setzte eine Annäherung mit dem ölreichen Land ein.

Ausschlaggebend war einerseits, dass Ghadhafi Ende 2003 den Verzicht auf Massenvernichtungswaffen erklärte. Ausserdem entschädigte die libysche Führung 2003 und 2004 die Angehörigen westlicher Opfer von Libyen zugeschriebenen Terroranschlägen.

(sda/afp/dapd)

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