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Die Welt ist sicherer geworden

Das Atomabkommen mit dem Iran ist eine der seltenen Sternstunden der Diplomatie und ihrer Beharrlichkeit.

Die Verhandlungen über das Abkommen von Camp David im September 1978 dauerten zwölf Tage. In Wien brauchte US-Aussenminister John Kerry 20 Tage, um mit seinem iranischen Gegenüber Mohammed Jawad Sarif und den übrigen UNO-Vetomächten sowie Deutschland ein Atomabkommen auszuhandeln. Es soll die 13 Jahre währende Krise um Teherans Nuklearprogramm beilegen – und sicherstellen, dass die Islamische Republik auf absehbare Zeit nicht nach der ultimativen Waffe greifen kann.

Die gestern getroffene Einigung wird nicht das Verhältnis zwischen dem Iran und den USA normalisieren wie damals zwischen Ägypten und Israel. Die USA sind diesmal nicht Vermittler, sondern Partei. Aber das politische Kapital, das beide Seiten nach mehr als 30 Jahren erbitterter Feindschaft aufbringen mussten, ist vergleichbar. Einen derart komplexen Verhandlungsprozess gab es seit Jahrzehnten nicht mehr. Es ist ein Erfolg, diesen Konflikt friedlich zu entschärfen – so nicht innenpolitische Dispute in den USA oder im Iran den Deal platzen lassen.

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