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Die Welt kommt zu Mandela

Prince Charles, Barack Obama und Mahmoud Abbas: Fast 100 Staats- und Regierungschefs reisen zur Trauerfeier für Nelson Mandela im FNB-Stadion von Johannesburg.

Hier wird die Welt Abschied von Mandela nehmen: Das Bild des Ex-Präsidenten auf einer Leinwand im FNB-Stadion von Johannesburg.
Hier wird die Welt Abschied von Mandela nehmen: Das Bild des Ex-Präsidenten auf einer Leinwand im FNB-Stadion von Johannesburg.
Keystone
In sich gekehrt: Mandelas Ex-Frau Winnie und Südafrikas Präsident Jacob Zuma während des Gottesdienstes. (8. Dezember 2013)
In sich gekehrt: Mandelas Ex-Frau Winnie und Südafrikas Präsident Jacob Zuma während des Gottesdienstes. (8. Dezember 2013)
Reuters
Singen und Tanzen für Mandela: Eine Menschenmenge in Johannesburg. (6. Dezember 2013)
Singen und Tanzen für Mandela: Eine Menschenmenge in Johannesburg. (6. Dezember 2013)
Reuters
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Die Feierlichkeiten zum Gedenken an den verstorbenen Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela in Südafrika werden ein Treffen der Weltpolitik: Bis Montagnachmittag sagten mehr als 90 Staats- und Regierungschefs ihre Teilnahme zu. Angekündigt haben sich unter anderem US-Präsident Barack Obama und seine Amtsvorgänger George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter sowie der kubanische Staatschef Raúl Castro. Auch der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck reist an.

Die Schweiz wird am Dienstag von Bundespräsident Ueli Maurer vertreten, wie es beim Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hiess.

«Die Welt kommt im wahrsten Sinne des Wortes nach Südafrika», sagte die Sprecherin der südafrikanischen Regierung, Clayson Monyela. «Ich glaube nicht, dass es so etwas schon einmal gegeben hat.»

Cameron, Brown, Blair und Major

Zu den Staatsgästen, die in Südafrika erwartet werden, zählen auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und sein Vorgänger Kofi Annan, Prinz Charles in Vertretung der britischen Queen und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte seine Teilnahme an den Trauerfeiern hingegen kurzfristig ab. Israelischen Medien zufolge führte die israelische Regierung die hohen Reisekosten als Begründung für diese Entscheidung an.

Der britische Premierminister David Cameron wird den Trauerfeierlichkeiten ebenso beiwohnen wie die drei noch lebenden Ex-Regierungschefs der Insel, Gordon Brown, Tony Blair und John Major. Mit Obama reist zudem die frühere US-Aussenministerin Hillary Clinton an. Frankreichs Staatschef François Hollande und sein konservativer Vorgänger Nicolas Sarkozy erscheinen zum ersten gemeinsamen Auftritt seit dem Wahlkampf 2012, reisen aber in getrennten Flugzeugen an.

11'000 Soldaten für die Sicherheit

Am kommenden Sonntag soll Mandela in seinem Heimatort Qunu beigesetzt werden, die Trauerfeiern beginnen aber schon am Dienstag um 11 Uhr Ortszeit (10 Uhr MEZ) im 80'000 Gäste fassenden FNB-Stadion von Soweto bei Johannesburg, dem grössten des Kontinents. Auf Grossbildleinwänden sollen weitere 120'000 Menschen der vierstündigen Zeremonie folgen können. Dann sollen die sterblichen Überreste des Freiheitskämpfers an drei Tagen jeden Morgen durch die Strassen von Johannesburg getragen werden.

Auf der offiziellen Rednerliste der Trauerfeier stehen Obama, Ban und Castro. Hauptredner ist Staatschef Jacob Zuma. Geplant sind ausserdem Ansprachen eines Freundes Mandelas und von Kindern. Mandela galt als sehr kinderlieb.

Südafrikas Polizeibehörde ist nach eigenen Angaben gut vorbereitet auf das Grossereignis. Für die Sicherheitsvorkehrungen wurden zudem 11'000 Soldaten abgestellt.

Trauer im Parlament

Am Montag gedachte das Parlament in Kapstadt Mandelas. Vizeparlamentspräsident Kgalema Motlanthe mahnte die Abgeordneten, dessen Traum von Freiheit und Gerechtigkeit in die Tat umzusetzen. Nach dem Ende der Trauerfeiern «werden wir die Frage beantworten müssen, wie wir diesen Traum weiter verfolgen», sagte Motlanthe. Beim Verlassen des Parlaments sangen und tanzten viele Abgeordnete. Das Parlament schmückten zwei riesige Transparente mit der Aufschrift: «Thank you Madiba» und «Hamba Kahle Madiba» – Danke auf Englisch und Zulu.

Der erste schwarze Präsident Südafrikas war am Donnerstag nach schwerer Krankheit im Alter von 95 Jahren gestorben. Am Dienstag jährt sich die Verleihung des Friedensnobelpreises an Mandela und Ex-Präsident Frederik de Klerk zum 20. Mal. Wegen seines Kampfs gegen die Rassentrennung hatte Mandela 27 Jahre lang im Gefängnis gesessen, bevor er 1994 für fünf Jahre an die Staatsspitze gewählt wurde.

AFP/sda

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