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«Der Friedensprozess wurde eingeschläfert wie ein alter Hund»

Ein Palästinenser versucht, einem der Verwundeten zu helfen, der bei der Demonstration in Gaza an der Grenze zu Israel von israelischen Soldaten angeschossen wurde. (30. März 2018)
Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman warnte die Menschen vor einer Annäherung an den Grenzzaun. «Jeder, der sich dem Zaun nähert, riskiert sein Leben», so Liebermann auf Arabisch auf Twitter: Palästinensische Sanitäter tragen verwundete Demonstranten vom Grenzzaun weg. (30. März 2018)
Auch im Westjordanland ist es zu Ausschreitungen gekommen: Ein Demonstrant wirft in Hebron Steine auf israelische Soldaten. (30. März 2018)
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Ihr Vater starb in Israels Unabhängigkeitskrieg als Kämpfer der paramilitärischen Untergrundorganisation Haganah. Ist 1948 für Sie ein persönliches Schicksalsjahr?

Sie haben eine Biografie über David Ben- Gurion vorgelegt: «Ein Staat um jeden Preis». Sie beschreiben den Staatsgründer als nicht gerade sympathisch. Ist ein solches Buch zum 70. Jahrestag der Gründung Israels nicht eine Provokation?

«Wir sind immer noch im selben Prozess, der 1948 zum Krieg führte.»

Sie schreiben, dass er sich mehr um das zionistische Projekt gekümmert hat als darum, wie es den Juden in Europa während der Nazizeit ging. War es tatsächlich so, dass die Staatsgründung für ihn Priorität hatte?

Warum?

An einer Stelle beschreiben Sie, wie Ben- Gurion über die Holocaustopfer sagt, sie müssten eigentlich kämpfen gegen das, was geschieht. Lastet er ihnen die Schuld am Holocaust an?

In seinen Tagebüchern, die Ben-Gurion seit seinem 14. Lebensjahr geschrieben hat, steht, dass die arabische Bevölkerung in Palästina vor der Staatsgründung freiwillig gegangen sei. War er naiv?

Sind sie geflohen, oder sind sie ausgewiesen worden?

Sie zitieren einen Tagebucheintrag kurz nach der Gründung des Staates: «Sein Schicksal ruht in den Händen der Sicherheitskräfte.» Warum gilt das noch immer?

Aber er hat von Feindschaft gesprochen, die andauert. Sehen Sie das auch so?

Ist das Festhalten der Europäer an der Zweistaatenlösung unrealistisch?

Gab es nach den Friedensverträgen von Oslo keine Hoffnung?

Welche Optionen gibt es dann? Eine Einstaatenlösung mit einer föderalen Struktur?

Sie sind pessimistisch.

Auch wegen der Politik, die dieses Thema ausblendet?

Haben Sie den Eindruck, dass sich beide Seiten, also auch die palästinensische Führung, im Status quo gut eingerichtet haben?

Würden Sie sagen, dass Israel weiter nach rechts rückt?