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Drohnen gegen Drachen

Die Gefechte in Gaza haben über 50 Tote gefordert. Es ist ein ungleicher Kampf zwischen palästinensischen Aktivisten und israelischen Soldaten.

Ungleicher Luftkampf: Israel hat Drohnen, die Palästinenser haben Drachen. (14. Mai 2018)
Ungleicher Luftkampf: Israel hat Drohnen, die Palästinenser haben Drachen. (14. Mai 2018)
Mohammed Abed, AFP
Die Drohen versuchen, die Drachenschnüre zu kappen, bevor diese über die Grenze nach Israel gelangen. (11. Mai 2018)
Die Drohen versuchen, die Drachenschnüre zu kappen, bevor diese über die Grenze nach Israel gelangen. (11. Mai 2018)
Mahmud Hams, AFP
Die israelische Armee flog mehrere Luftangriffe auf Hamas-Stellungen in Gaza. (14. Mai 2018)
Die israelische Armee flog mehrere Luftangriffe auf Hamas-Stellungen in Gaza. (14. Mai 2018)
Mohammed Abed, AFP
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Es ist ein Bild, das die ungleichen Mittel der beiden Seiten perfekt einfängt. Ein selbstgebastelter Winddrache hängt im Gazastreifen an der Grenze zu Israel in der Luft. Eine Hightech-Drohne der israelischen Armee fliegt auf ihn zu und versucht mit den Rotoren die Schnur zu kappen. Mit solchen Drachen versuchten die Palästinenser in den letzten Wochen, Molotov-Cocktails und selbstgebastelte Sprengsätze über den Grenzzaun nach Israel zu bringen.

Die Israelis hingegen lassen von den Dronen Tränengas regnen. So können sie weiter ins palästinensische Gebiet vordringen, als mit den Tränengaswerfern am Grenzzaun.

Beim Tränengas bleibt es aber nicht. Gestern eskalierte die Gewalt in Gaza wie zuletzt während des Krieges 2014. Über 50 Palästinenser wurden erschossen, 2400 verletzt. Israelische Todesopfer wurden keine gemeldet.

Die Spitäler in Gaza sind hoffnungslos überfüllt. Einige mussten deswegen ihre Türen schliessen. Auf Bildern ist zu sehen, wie Angehörige der Opfer versuchen, über Fenster ins Innere zu gelangen, um bei ihren Nächsten zu sein. Die Palästinenser weisen meist Schussverletzungen am Kopf oder am Oberkörper auf, schrieb Amnesty International in einer Mitteilung. Das deutet darauf hin, dass die israelischen Soldaten schiessen, um zu töten.

Israeli drones have been dropping tear gas on Palestinian protesters near #Gaza's eastern border.At least 52 protesters were killed by Israeli forces today alone. #GreatReturnMarchpic.twitter.com/wUjVUTDPLl— Jehan Alfarra (@palinoia) 14. Mai 2018

Weisser Rauch von oben: Die Tränengas-Drohnen in Aktion.

Dagegen versuchen sich die Demonstranten zu schützen, indem sie Gummireifen in Brand setzen, damit der dichte schwarze Rauch sie den Blicken der israelischen Scharfschützen entzieht. So getarnt versuchten Dutzende, den Grenzzaun zu Israel zu durchbrechen. Die Soldaten schossen mit scharfer Munition. «Wir haben die Pflicht, unser Territorium zu verteidigen», sagte später Premier Netanyahu.

Schlägt die Hamas mit Raketen zurück?

Gegen die Kugeln können sich die Palästinenser nur mit Steinschleudern wehren. Schusswaffen, wie sie die radikalislamische Hamas im Gazastreifen zweifellos besitzt, wurden unter den Demonstranen am Grenzzaun keine gesichtet. Im Norden Gazas griffen aber laut Armeeangaben Hamas-Angehörige israelische Soldaten an. Das Militär reagierte mit Panzerbeschuss und Luftangriffen auf mehrere Ziele, die sie der Hamas zuordnen.

Die militante Palästinenserorganisation könnte sich für die vielen Toten des heutigen Tages rächen. Das jedenfalls befürchtet die israelische Armee. Sie hat gegen möglichen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen mobile Einheiten des Abwehrschildes «Iron Dome» in Stellung gebracht.

Die Bilder zum Gewaltausbruch im Gazastreifen:

Netanyahu mit der Botschafterin Guatemalas Sara Solis (l.) bei der Eröffnung in Jerusalem. (16. Mai 2018)
Netanyahu mit der Botschafterin Guatemalas Sara Solis (l.) bei der Eröffnung in Jerusalem. (16. Mai 2018)
Ronen Zvulun, AFP
Mindestens zwei Journalisten sind laut Reporter ohne Grenzen am Montag durch Schüsse der israelischen Armee verletzt worden. Seit Ende März habe sie zudem auf rund 20 palästinensische Journalisten geschossen. Die Organisation hat daher nach eigenen Angaben den Internationalen Strafgerichtshof angerufen.
Mindestens zwei Journalisten sind laut Reporter ohne Grenzen am Montag durch Schüsse der israelischen Armee verletzt worden. Seit Ende März habe sie zudem auf rund 20 palästinensische Journalisten geschossen. Die Organisation hat daher nach eigenen Angaben den Internationalen Strafgerichtshof angerufen.
Mahmud Hams, AFP
Letztlich verhaften die Israelis den Wachmann der Waqf und führen ihn ab.
Letztlich verhaften die Israelis den Wachmann der Waqf und führen ihn ab.
Ammar Awad, Reuters
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