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Droht eine Intifada?

Anschläge auf Moscheen und Synagogen, Baugenehmigungen für weitere Siedlungen: Die Situation in Israel ist äusserst angespannt.

Im Westjordanland wurde am Mittwoch ein Brandanschlag auf eine Moschee verübt: Ein Mann zeigt auf die Brandspuren an der Fassade. (12. November 2014)
Im Westjordanland wurde am Mittwoch ein Brandanschlag auf eine Moschee verübt: Ein Mann zeigt auf die Brandspuren an der Fassade. (12. November 2014)
Keystone

Die israelischen Behörden haben inmitten steigender Spannungen mit den Palästinensern den Bau von 200 neuen Wohnungen in einem jüdischen Viertel in Ostjerusalem gebilligt. Ein Ausschuss der Stadtverwaltung habe dem Projekt in Ramot am Mittwoch zugestimmt, sagte Stadtsprecherin Brachie Sprung. Es seien aber noch mehrere weitere Schritte nötig, bevor tatsächlich mit dem Bau begonnen werden könne. Das könnte Jahre dauern. Gebilligt wurde auch der Bau von 174 Wohnungen in arabischen Teilen Ostjerusalems.

Die Palästinenser beanspruchen Ostjerusalem als Hauptstadt ihres zukünftigen Staates und lehnen jegliche jüdische Siedlungsaktivität dort ab. Zuletzt hatten die Spannungen im Streit um den Zugang zu dem Hochplateau in der Altstadt zugenommen, das Juden als Tempelberg und Muslime als Edles Heiligtum verehren. Baupläne Israels könnten inmitten der angespannten Lage für eine weitere Eskalation sorgen.

Anschläge auf Gotteshäuser

Beobachter befürchten angesichts der wachsenden Spannungen zwischen den beiden Seiten bereits eine dritte Intifada, einen Palästinenseraufstand. Im Westjordanland wurde in der Nacht zum Mittwoch ein Anschlag auf eine Moschee verübt. Das Gebetshaus brannte teilweise aus. Der Bürgermeister des Ortes El Mughajer, Faradsch al-Naasan, machte jüdische Siedler dafür verantwortlich. Nur wenige Stunden zuvor verursachte ein Angriff mit einem Molotow-Cocktail in einer Synagoge in dem arabisch-israelischen Dorf Schfaram leichte Schäden.

Der israelische Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte, die Polizei sei zu der Moschee geschickt worden. Allerdings behinderten «Unruhen» die Ermittlungen. Einzelheiten dazu nannte er nicht.

«Auf dem Weg in einen Religionskrieg»

Besonders explosiv war die Lage aber vor allem in Ostjerusalem. Für Muslime ist das dortige Edle Heiligtum der drittheiligste Ort nach Mekka und Medina in Saudiarabien. Sie sind die einzigen, die auf der Hochfläche mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee beten dürfen. Juden dürfen sie besuchen, sollen dort aber nicht beten.

Zuletzt hatten radikale Juden die Anhöhe gezielt besucht, die auch als Standort des biblischen Tempels gilt. Dies schürt bei Muslimen Sorge, Israel wolle die Kontrolle über die Stätte übernehmen. Abbas kritisierte diese Besuche jüdischer Hardliner. Israel führe die Region damit in Richtung eines Religionskrieges.

SDA/ldc

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