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Ein Moment der Menschlichkeit

Die humanitäre Geste Israels lässt ahnen, was in der geschundenen Region möglich wäre, wenn das Feindesdenken überwunden wäre.

Die Weisshelme haben im syrischen Bürgerkrieg Zehntausende Menschen gerettet. Bild: Sultan Kitaz (Reuters)
Die Weisshelme haben im syrischen Bürgerkrieg Zehntausende Menschen gerettet. Bild: Sultan Kitaz (Reuters)

Sie haben mehr als hunderttausend Menschen aus den Trümmern gerettet, die einmal Syriens Städte waren, nun mussten sie selber gerettet werden: In einer spektakulären Aktion hat Israel die sonst unüberwindliche Grenze auf den Golanhöhen geöffnet, hat rund 400 Menschen vor den heranrückenden syrischen Truppen gerettet, Angehörige der sogenannten Weisshelme, ihre Frauen und Kinder. Für Bashar al-Assad, den Herrscher in Damaskus, sind sie keine Helfer, sondern Feinde; Gnade haben sie keine zu erwarten.

Es ist eine bewegende humanitäre Geste, die da für einen Moment das Feindes- und Sicherheitsdenken der Region überwunden hat: Jordanien nimmt die Bedrohten auf, bevor sie weiterziehen in den Westen. Die Geste lässt ahnen, was möglich wäre an Menschlichkeit, wenn es in dieser geschundenen Region mehr Momente gäbe, in denen auf allen Seiten der vielen Fronten das Feindes- und Sicherheitsdenken überwunden wäre.

Selbst in Gefahr: Die Weisshelme müssen nun von Israel gerettet werden.

Denn 400 Gerettete, das heisst auch: Für die anderen Zehntausenden Menschen, die vor der jüngsten Offensive Assads, vor den Bomben seiner und der russischen Flugzeuge geflohen sind, bleibt die Grenze, was sie ist: ein unüberwindliches Hindernis. Der Moment der Menschlichkeit lenkt den Blick auf ihre Situation – und auf eine der aktuell grössten Katastrophen der Menschheit.

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