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Ein toxischer Präsident

Jacob Zuma hat Südafrika heruntergewirtschaftet und aus Mandelas Regenbogennation einen Patronage-Staat gemacht. Er ist einer der prominentesten Gäste am WEF.

Sanftes Ruhekissen? Jacob Zuma sorgt gut für sich und die seinen – die Wirtschaft befindet sich derweil im Niedergang. Foto: Alamy
Sanftes Ruhekissen? Jacob Zuma sorgt gut für sich und die seinen – die Wirtschaft befindet sich derweil im Niedergang. Foto: Alamy

Um den südafrikanischen Präsidenten kursieren viele Witze, vermutlich mehr als über jeden anderen Staatschef der Welt. Der jüngste Scherz wurde kürzlich vom Präsidentenamt in Pretoria verbreitet: «Jacob Zuma wird zum Wirtschaftsgipfel in Davos erwartet ...»

Wer jetzt nicht lacht, ist entweder Südafrikaner – denen ist das Lachen längst vergangen –, oder er hat die jüngsten Entwicklungen am Kap der Guten Hoffnung nicht verfolgt. Sonst lacht nämlich jeder, wenn in einem Satz von Zuma und einem Wirtschaftsgipfel die Rede ist: Schliesslich wird dem Präsidenten nachgesagt, von Ökonomie so viel wie ein Cowboy vom Melken zu verstehen. Das stellte der Chef des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) vor Weihnachten wieder unter Beweis, als er den verdienten Finanzminister Nhlanhla Nene völlig überraschend seines Postens enthob – und dann verblüfft mit ansehen musste, wie die Landeswährung mitsamt den Aktienwerten in den Keller sackten. Die noch immer von Weissen dominierte Wirtschaft habe ihn «falsch verstanden», befand Zuma verstimmt, bevor er seine Entscheidung auf Druck seiner Partei zumindest teilweise wieder rückgängig machen musste: Er habe doch nur von seinem Recht der Wahl seiner Minister Gebrauch gemacht.

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